O.N.E. - Well, actually...

O.N.E. - Well, actually... - Album cover
O.N.E. - Well, actually...

O.N.E.
Well, actually...

Erscheinungstermin: 03.10.2025
Label: April Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Free Music, zeitgenössische Kammerjazz-Ästhetik, offene Improvisation – all diese Begriffe können nur ansatzweise beschreiben, was die Musik von O.N.E. ausmacht. Sie ist vielschichtiger, bildhafter und in ihrer Aussage wesentlich vieldeutiger, als es gängige Schubladen vermuten lassen.

Vier herausragende Musikerinnen, vier eigenständige Persönlichkeiten – jede von ihnen erfolgreich mit eigenen Projekten und in verschiedensten Formationen aktiv. Doch O.N.E. ist mehr als die Summe seiner Teile. Hier entsteht ein Kollektiv, das demokratisch funktioniert, in dem aber die Individualität jeder einzelnen Musikerin zugleich bewahrt und gestärkt wird. Kompositionen und Improvisationen fügen sich zu einem Ganzen, das ohne die individuellen Visionen der Beteiligten nicht diese einzigartige Schönheit entfalten könnte.

Mit Well, actually… legen O.N.E. ein weiteres starkes Album vor, das konsequent ihren Weg fortsetzt. Der augenzwinkernde Titel täuscht: Die Musikerinnen wissen ganz genau, wohin sie wollen – zu wahrer, kompromissloser Kunst. Ein großartiges Werk, das uns begeistert!

(Jacek Brun, 03.10.2025)

Besetzung

Kateryna Ziabliuk - piano
Monia Muc - alto & baritone saxophones
Kamila Drabek - double bass
Patrycja Wybrańczyk - drums

Vier Persönlichkeiten, eine kompromisslose Stimme

Das führende dänische Contemporary-Jazz-Label April Records präsentiert stolz „Well, Actually…“, das dritte Album des polnischen Akustik-Jazzquartetts O.N.E.
Das Album basiert auf den Prinzipien der Demokratie und kollektiven Improvisation. Es bietet eine dicht gewebte Reihe von Originalkompositionen, die die Grenzen zwischen modalem Jazz und freier Improvisation verwischen.

Der Bandname O.N.E. ist ein cleverer Doppelsinn: Im Polnischen bedeutet „one“ (ausgesprochen „oh-neh“) „sie“ im femininen Plural – eine passende Anspielung auf die rein weibliche Besetzung. Im Englischen bedeutet es natürlich „Einheit“. Beide Bedeutungen spiegeln den egalitären, führerlosen Ansatz der Band und ihren zusammenhängenden Gruppensound wider.

Fast drei Jahre nach der Aufnahme ihres vorherigen Albums „Entoloma” (Audio Cave) traf sich die Gruppe im Dezember 2024 im Studio S4 in Warschau, um zehn neue Kompositionen aufzunehmen. Das Album, das sich über zwei Seiten erstreckt, fängt die kontinuierliche Entwicklung einer Band ein, die von Interaktion, Vertrauen und gemeinsamen Zielen lebt – selbst in einer Gesellschaft, die durch sozioökonomische Unsicherheit und politische Unklarheit nach der Pandemie zerrissen ist.

Mit Beiträgen aller vier Mitglieder – der Pianistin Kateryna Ziabliuk, der Saxophonistin Monika Muc, der Bassistin Kamila Drabek und der Schlagzeugerin Patrycja Wybrańczyk – spiegelt das Album ihr Bekenntnis zur künstlerischen Demokratie wider. Jede Stimme bekommt Raum, doch die Musik fühlt sich immer größer an als die Summe ihrer Teile. Selbst auf dem kurzen Solo-Track [Solo Form] bleiben die anderen drei Musikerinnen präsent, unterstützend und reaktionsschnell.

Von Ziabliuks perkussiven Klaviertexturen und traumhaften Voicings in Stücken wie „Oslo“ und „Berio“ bis hin zu Mucs ausdrucksstarkem, holzigem Ton auf Alt- und Baritonsaxophon erkundet jedes Stück dynamisches Zusammenspiel und wechselnde emotionale Landschaften. Drabeks resonanter, geerdeter Bass – mal lyrisch, mal treibend – zieht sich wie ein roter Faden durch das Album, während Wybrańczyks Schlagzeugspiel mit Präzision und Fantasie sprüht, wie man in „Cipher“ und dem kantigen Schlussstück „Sneaking Around“ hören kann.

Diese vier unverwechselbaren kreativen Kräfte haben gemeinsam eine Sprache entwickelt, die auf gegenseitigem Respekt, langjähriger Zusammenarbeit und tiefem Zuhören basiert. Ihre Konzerte in ganz Europa – u. a. bei Jazzahead, B-Jazz, in Umeå und beim Edinburgh Jazz & Blues Festival – haben ihren Ruf als grenzenüberschreitende Gruppe mit neuen Ideen bestätigt.

Text: April Records

Titelliste

  1. Robespierre?
  2. Berio
  3. Kaldur Vindur
  4. Cipher
  5. Well, actually...
  6. [solo Form]
  7. Oslo
  8. Fount
  9. Ry
  10. Sneaking Around

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