Piotr Damasiewicz
Biographie
Piotr Damasiewicz (geb. 11. April 1980) ist ein polnischer Komponist, Sänger und Multiinstrumentalist, der Trompete, Kontrabass und Klavier spielt.
Piotr Damasiewicz ist Komponist, Trompeter, Multiinstrumentalist, Pädagoge, Reisender und Kurator internationaler Musikplattformen. Neben seinem Hauptinstrument, der Trompete, studierte er auch Kontrabass, Klavier und klassischen Gesang – darunter auch gregorianischen Choral. Weitere Studien galten der Chor- und Kammermusikleitung, sowie der Komposition und dem Arrangement.
In seinem Schaffen bewegt sich Damasiewicz frei zwischen den Sprachen des Jazz, der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts, ethnischer Musik, aktueller zeitgenössischer Musik und europäischer Improvisationskunst. Sein künstlerischer Ausdruck wurzelt in der Offenheit für Experimente und interdisziplinäre Ansätze.
Als Vertreter Polens war Damasiewicz Teil mehrerer internationaler Plattformen, darunter Take Five Europe, Jazz Plays Europe Laboratory, Art Meetings und Melting Pot Laboratory (Jazztopad). In den beiden letztgenannten war er als Bandleader, Komponist und Instrumentalist tätig und entwickelte dabei seine Vision einer offenen Improvisation im Austausch mit anderen Kunstformen.
Derzeit promoviert er an der Fakultät für Instrumentalmusik der Feliks-Nowowiejski-Musikakademie in Bydgoszcz.
Seit über einem Jahrzehnt befindet sich Damasiewicz auf einer kontinuierlichen künstlerischen Reise – geographisch wie spirituell. Er sucht bewusst den Dialog mit Orten, Kulturen und Räumen, in denen er durch improvisierte Musik neue klangliche Verbindungen schafft. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Suche nach innerer Tiefe – sowohl in sich selbst als auch im Klang.
Ein herausragendes Beispiel dafür war seine Pilgerreise im Jahr 2019: Als Musiker zu Fuß legte er alleine über 4.000 Kilometer zurück – von der ukrainischen Grenze bis nach Santiago de Compostela. Auf diesem halbjährigen Weg nahm er über 100 Solostücke auf, meist in sakralen Räumen mit einzigartiger Akustik.
Bereits ein Jahr zuvor hatte er mit seiner Partnerin Agnieszka Kabath in einer alten Kapelle in Vin-sur-Caramy (Provence) gelebt und dort dutzende Stunden improvisierter Musik aufgenommen – inmitten von Gebet, Stille und klanglicher Meditation.
Seine Offenheit für spontane Begegnungen führte zu zahlreichen eindrucksvollen musikalischen Erlebnissen. Dazu gehören Treffen mit dem legendären Bassisten Barre Phillips, mit dem er spielte und sich austauschte, sowie Besuche bei Antoine Rooney in New York oder dem Ngoma-Meister Babu Heri auf Sansibar. Solche direkten Begegnungen mit musikalischen Persönlichkeiten prägen seinen Weg entscheidend.
Damasiewicz reist regelmäßig nach Afrika, Asien, Nordamerika und durch Europa. Künstlerresidenzen führten ihn unter anderem auf die Färöer-Inseln, in die Ukraine, nach Serbien, in die Schweiz und nach Portugal. Dort arbeitete er eng mit lokalen Musiker:innen zusammen und schuf im interkulturellen Austausch neue Klangräume und Projekte.
Ausgewählte Diskographie
Als Leader:
- Świtanie (Into The Roots, L.A.S., 2024)
- Watra (Into The Roots, L.A.S., 2021)
- Śpiwle (Into The Roots, L.A.S., 2020)
- Mnemotaksja (Piotr Damasiewicz Quartet, For Tune, 2014)
- Imprographic 1 (For Tune, 2013)
- Power of the Horns (For Tune, 2013)
- Hadrons (Ars Cameralis Records, 2011)
Als Co-Leader:
- The Way, The Truth, and The Life – According to Artur Olender (mit Dominik Wania, Buen Camino/L.A.S., 2024/2025)
- Zerwane Rozmowy (mit Aleksandra Popławska & Agnieszka Wolny‑Hamkało, L.A.S., 2024)
- Skawa (mit Liba Villavecchia, Grzegorz Lesiak u.a., L.A.S., 2023)
- Krew (mit Kuba Wójcik, L.A.S., 2023)
- Diavolezza (mit Kuba Wójcik, L.A.S., 2022)
- Stream of Moody (mit Janek Pawlak, L.A.S., 2019)
- Mineral (als Red Trio feat. Damasiewicz & Lebik, Bocian, 2015)
- veNN Circles (mit veNN Circles, Bocian, 2014)
- Tuple (mit veNN Circles & Marek Brandt, BDTA / Zopan, 2013)
Links
Piotr Damasiewicz Internetseiten:
www.piotrdamasiewicz.com
www.listeningandsounding.com
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