Rezension des Jazz-Albums "Familia" von Ramiro Zayas

Ramiro Zayas - Familia - Album cover
Ramiro Zayas - Familia

Ramiro Zayas
Familia

Erscheinungstermin: 13.02.2026
Label: Club del Disco, 2025

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Ramiro Zayas – Familia: Großorchestraler Jazz zwischen Argentinien und Europa

jazz-fun`s recap:

Der argentinische Pianist, Komponist und Arrangeur Ramiro Zayas, seit Jahren in Berlin beheimatet, bewegt sich musikalisch zwischen introspektiver Klangsprache und kollektiver Energie. Seine Arbeiten verbinden argentinische Wurzeln mit der Offenheit des zeitgenössischen Jazz und zeichnen sich durch eine Balance aus Lyrik, struktureller Abstraktion und kontinuierlicher Formsuche aus.

Mit Familia realisiert Zayas ein neues Projekt in Zusammenarbeit mit dem Basel Jazz Orchestra. Das Album versteht sich als Hommage an eine „erweiterte Familie“ – jenes künstlerische Netzwerk, das sich zwischen Europa und Lateinamerika gebildet hat. Konzeptionell angelegt als Feier von Gemeinschaft und kreativer Verbundenheit, verbindet die Musik traditionelle Elemente mit einer modernen, differenzierten Harmonik. Sämtliche Kompositionen wurden explizit für großes Orchester geschrieben und entsprechend ausgearbeitet.

Der Klangraum von Familia ist geprägt von sorgfältig gestalteten Harmonien, melodischer Klarheit und orchestraler Weite. Die Arrangements zeigen ein ausgeprägtes Gespür für Dynamik und Textur. Poetische Linien, improvisatorische Offenheit und die Energie einer zeitgenössischen Jazzgroßformation greifen ineinander. Stilistisch lassen sich Einflüsse von Guillermo Klein ebenso erkennen wie Anklänge an Kenny Wheeler. Gleichzeitig fließen Elemente argentinischer Popularmusik und kammermusikalischer Denkweisen in das Gesamtbild ein.

Das 18-köpfige internationale Ensemble verleiht den Kompositionen eine vielschichtige klangliche Identität. Unterschiedliche Temperamente und musikalische Hintergründe verschmelzen zu einem organischen Ganzen, das kollektive Gestaltung in den Vordergrund stellt. Familia dokumentiert eindrucksvoll Zayas’ kompositorische Reife und seine Fähigkeit, persönliche Perspektiven in großformatige, gemeinschaftlich getragene Klangwelten zu übersetzen.

(Jacek Brun, 20.02.2026)

Besetzung

Ramiro Zayas - Klavier
Charley Rose - Tenorsaxophon, Clarinet
Sara El Hachimi - Alt- und Sopransaxophon, Flöte
Josch Schofield - Alt- und Sopransaxophon
Baptiste Stanez - Tenorsaxophon, Flöte, Bass clarinet
Tobias Schneider - Trompete
Sebastian Greschuk - Trompete
Alvaro Ocon - Trompete
Bastien Rieser - Trompete
Fernando Brox - Posaune, Flöte
Yossi Itskovich - Posaune
Lukas Reinert - Posaune
Charlotte Lang - Baritonsaxophon, Bass Clarinet, Flöte
Lucas Wirz - Bassposaune
Michal Skwierczynski - Gitarre
Gianni Narduzii - Kontrabass
Marton Juhasz - Schlagzeug
Francesca Gaza - Director

Guests:
Katie Webster - Alto Sax on "Mares"
Joyce Bastos - Vocals in "Autopsicografia"

Titelliste

  1. Familia
  2. La Cosecha
  3. Mares
  4. Feed the cat
  5. An open question
  6. Autopsicografia
  7. Argento
  8. The early hours

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