Salif Keïta - So Kono
Salif Keïta
So Kono
Erscheinungstermin: 11.04.2025
Label: Nø Førmat!, 2025
Salif Keïta ist ein außergewöhnlicher Künstler – das wissen wir längst. Umso größer ist die Freude über jedes neue Album. Mit "So Kono" präsentiert er eine Quintessenz seines musikalischen Schaffens: atmosphärische Melodien, getragen von sparsamer, feinfühlig eingesetzter Instrumentierung, die uns sanft durch seine Lieder führt. Die Musik ist ebenso faszinierend wie berührend – voller Emotion, Tiefe und künstlerischer Größe. Ein starkes Album eines großen Künstlers. (Jacek Brun, 15.04.2025)
Besetzung
Salif Keïta – Gitarre, Vocals, Simbi („Proud“)
Badié Tounkara – Ngoni („Awa“, „Chérie“, „Soundiata“)
Mamoudou Kone,.genannt „Prince” – Calabash, Tama („Awa“, „Chérie“, „Soundiata“)
Clément Petit – Cello („Chérie“, „Awa“)
Julia Sarr, Olyza Zamati – Background Vocals („Tassi“)
Über das Album "So Kono" von Salif Keïta
In Mali gehört der Tag von Salif Keïta nicht ihm allein. Als Person des öffentlichen Lebens und nationale Ikone ist er ein gefragter Mann, der ständig Anrufe und Überraschungsbesuche von Freunden und Nachbarn mit den unterschiedlichsten Anliegen erhält. Tagsüber geht er gerne auf ihre Wünsche ein, aber erst abends wird er so richtig lebendig. Er gehört ihm, mehr noch als der Morgen danach. Nachts zieht er sich in seine innere Welt zurück und verbringt im Hof seines selbst entworfenen Moffou-Studios in Bamako, nur von seiner Gitarre begleitet, Stunde um Stunde im Mondschein. Es sind magische Momente für die Menschen, die ihn in dieser reinsten Form des künstlerischen Ausdrucks erleben dürfen.
Mit seinem Gesang entflieht Salif nicht den Widrigkeiten des Tages oder der Härte des Alltags, seine nächtliche Entspannung ist einfach seine Art, kreativ zu sein. Fast alle seine Lieder sind so entstanden. Er spielt stundenlang allein auf seiner Gitarre ein Riff oder einen einfachen Akkord, und daraus entwickelt sich eine Idee, eine Melodie findet ihren Weg in seine Stimme, und die Worte werden unzählige Male wiederholt, verfeinert und wieder verfeinert, bis sie dem perfekten Tempo und der Intonation des Stückes entsprechen. In der Abendbrise gebiert Salif Keïta mit seiner Gitarre wahre Schönheit. Doch diese Schönheit bleibt ihm in seinem geheimen Garten der Song-Entwürfe vorbehalten, bis er sie später für die Big Bands von Fela Kuti, James Brown oder seine eigene Band arrangiert.
Die Idee eines Solo-Gitarrenalbums kam ihm selbst nie in den Sinn. Jedes Mal, wenn ihn jemand darauf ansprach, lehnte Salif Keïta sofort mit den Worten ab: „Ich bin kein Gitarrist, ich benutze die Gitarre zum Komponieren“ oder „Alle würden sich langweilen. Das wäre zu nackt, um dem Publikum zu gefallen“. Es schien, als ob er sich allein mit seiner Gitarre nackt fühlte. So beschränkten sich Salifs nächtliche Serenaden im Mondschein auf die Mauern seines Hofes und auf sein Herz.
Doch nach und nach begann er, bei seinen unzähligen Konzerten mit der Gitarre auf der Bühne Solostücke zu spielen, als wolle er atmen: „Selbst in einer Menschenmenge fühle ich mich ohne Gitarre einsam“, denn sein Lieblingsinstrument versetzt ihn in seine Jugend zurück. Als Albino-Nachkomme des Herrschers Sundiata Keïta widersetzte sich Salif mit seinem Gesang schon früh den Konventionen der Mandinka-Gesellschaft, die Musik als Schande für Hochgeborene betrachtete.
Dafür musste er einen hohen Preis zahlen. Kaum erwachsen und von seinem Vater verstoßen, verließ Salif sein Dorf und zog durch die Straßen, Märkte und Bars der Hauptstadt, wo er sich mit seiner Stimme und einer improvisierten Gitarre seinen Lebensunterhalt verdiente. Aus seinem Traum, Lehrer zu werden, machten die Widrigkeiten des Lebens einen Rockmusiker.
Die Gitarre führt ihn unweigerlich zurück in diese schwierigen Jahre seiner künstlerischen und persönlichen Entwicklung. Während er dem Instrument tiefe, zarte Töne entlockt, erinnert er sich an all jene, die seine Musik in ihren Höfen und Kneipen willkommen hießen. Die Noten sind wie die vielen Gesichter, die sich in sein Gedächtnis eingebrannt haben. Salif Keïta hat nie den Ehrenkodex der Mandinka vergessen, in dem Undankbarkeit eine der schlimmsten Sünden ist.
Titelliste
- Aboubakrin
- Awa
- Tassi
- Kante Manfila
- Chérie
- Soundiata
- Laban
- Tu vas me manquer
- Proud
jazz-fun`s recap:
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