Silkroad Ensemble & Rhiannon Giddens - American Railroad
Silkroad Ensemble & Rhiannon Giddens
American Railroad
Erscheinungstermin: 15.11.2024
Label: Nonesuch, 2024
Dieses Album präsentiert uns nicht nur wunderschöne amerikanische Folk-Musik, sondern ist auch ein wahres Dokument der Zeit, der Tradition und der Kultur der Menschen und Künstler, die in einer uns scheinbar bekannten, aber nicht ganz vertrauten Welt Kultur schaffen. Eine Kultur, in der es immer etwas Schönes zu entdecken, zu erleben und zu bewundern gibt. (Jacek Brun, 06.12.2024)
Besetzung
Rhiannon Giddens - Banjo/Gesang
Shawn Conley - Bass
Pura Fé Crescioni - Lap-Steel-Gitarre/Gesang
Haruka Fujii - Schlagzeug
Sandeep Das - Tabla
Karen Ouzounian - Cello
Mazz Swift - Geige/Gesang
Niwel Tsumbu - Gitarre
Francesco Turrisi - Rahmentrommeln/Akkordeon
Kaoru Watanabe - japanische Flöten und Perkussion
Michi Wiancko - Geige
Wu Man - Pipa
Yazhi Guo - Suona/Chinesische Perkussion
Über das Album von Silkroad Ensemble & Rhiannon Giddens "American Railroad"
American Railroad - so lautet der Titel eines mehrjährigen Projekts von Silkroad. Den Auftakt bilden das gleichnamige Album und eine Podcast-Serie, die in die Geschichte und die Geschichten hinter dem Projekt einführt. Das Album erscheint am 15. November bei Nonesuch Records, die erste Episode des Podcasts in Zusammenarbeit mit PRX ging am 14. November online, begleitet von einer „American Railroad“-Tour von Silkroad durch zehn Städte im Mittleren Westen, Süden und Osten der USA, die mit der kulturellen Geschichte der Eisenbahn verbunden sind. Der erste Track des Albums, „Swannanoa Tunnel / Steel-Driving Man”, ist bereits erhältlich und wird von einem Performance-Video begleitet. „Swannanoa Tunnel / Steel-Driving Man“ sind zwei traditionelle amerikanische Volkslieder, die von Rhiannon Giddens, der künstlerischen Leiterin von Silkroad, arrangiert wurden.
„Swannanoa Tunnel“ ist ein Lied, das von schwarzen Männern und Frauen geschrieben wurde, die beim Bau des Swannanoa-Tunnels in Giddens‘ Heimatstaat North Carolina unrechtmäßig inhaftiert wurden und unfreiwillig ihr Leben riskierten. Das Lied ehrt ihr Andenken und endet mit einer Version des beliebten traditionellen Liedes „Steel-Driving Man“ über den Volkshelden John Henry (ca. 1840-1870), einen freigelassenen Schwarzen, der als Eisenbahnarbeiter den neuen „bösen“ Dampfbohrer mit seinem Hammer besiegte, nur um kurz darauf an einem Herzinfarkt zu sterben.
Das Album „American Railroad“ spiegelt das Programm der ersten „American Railroad“-Tour von Silkroad im Herbst 2023 wider. Die 13 Titel umfassen Auftragswerke von Cécile McLorin Salvant, Suzanne Kite und der Silkroad-Künstlerin Wu Man sowie neue Arrangements von Songs von Rhiannon Giddens und weiteren Silkroad-Künstler:innen wie Haruka Fujii, Maeve Gilchrist und Mazz Swift. Abgerundet wird das Album durch Originalkompositionen und Arrangements von Silkroad-Künstler:innen wie Pura Fé, Sandeep Das, Niwel Tsumbu und Kaoru Watanabe. Das Album „American Road“ wurde bei Konzerten der Tour im Green Music Center in Sonoma, Kalifornien, und in der Zellerbach Hall in Berkeley, Kalifornien, live aufgenommen und von Giddens, Watanabe und Jody Elff gemeinsam produziert.
Cécile McLorin Salvants erste Auftragsarbeit für Silkroad, „Have You Seen My Man?“, erzählt die fiktive Geschichte einer Frau, die langsam an einem Bahngleis entlang geht und dabei Gesellschaft von mehreren Generationen von Wanderern erhält, die nicht mit dem Zug fahren können, obwohl er mit ihrer Hände Arbeit gebaut wurde. Suzanne Kites Arbeit „Wíha?blapi Máza?ha?ku“ basiert auf einer grafischen Partitur in der Schriftsprache der Lakota, die sie aus Träumen von Mitgliedern des Silkroad-Ensembles erstellt hat. Wu Mans „Rainy Day“ kombiniert ihr Instrument, die Schalenhalslaute Pipa, mit Banjo und Gesang, um die Gefühle chinesischer Frauen widerzuspiegeln, die ihre Männer und Söhne vermissen, die auf der anderen Seite des Pazifischen Ozeans am Bau der Eisenbahn arbeiten. Haruka Fujiis „Tamping Song“ würdigt den Beitrag japanischer Einwanderer:innen zur Eisenbahn, insbesondere nach dem Chinese Exclusion Act von 1882, während Maeve Gilchrist in „Far Down Far“ die Spannungen zwischen den katholischen und protestantischen Gemeinschaften irischer Eisenbahner beleuchtet. Mazz Swift erinnert mit seiner Interpretation des Spirituals „O Shout!“ daran, wie versklavte Menschen in den USA durch Musik vielschichtige Botschaften von Hoffnung, Hingabe, Freiheit und Aufbegehren nach außen tragen konnten.
Um die unerzählten Geschichten der Transcontinental Railroad weiter zu beleuchten, arbeitet Silkroad mit PRX zusammen, einer öffentlichen Medienorganisation, die für ihre Verdienste mit dem Peabody Award ausgezeichnet wurde. Gemeinsam haben sie eine fünfteilige Podcast-Serie entwickelt, die von Rhiannon Giddens moderiert wird und ab dem 14. November auf allen wichtigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Amazon Music, Pocket Casts, Overcast und NPR One verfügbar sein wird.
Der Podcast „American Railroad“ wird Musik und Geschichten miteinander verbinden und sich auf verschiedene Regionen des Landes konzentrieren. Wie war ihre Verbindung zur Eisenbahn und wie wirkt sie bis heute nach? Unter den Gäst:innen der Episoden sind Historiker:innen, Musiker:innen, Nachfahren von Eisenbahnarbeiter:innen, Mitglieder des Standing Rock Sioux Stammes und Silkroad Künstler:innen. Von der entscheidenden Rolle chinesischer Arbeiter:innen beim Bau der kalifornischen Eisenbahn bis zur tragischen Geschichte der Sträflingsarbeiter:innen in North Carolina wird die Reihe dazu beitragen, ein genaueres und inklusiveres Bild der amerikanischen Eisenbahngeschichte zu zeichnen.
Titelliste
- Invocation
- Swannanoa tunnel / Steel-driving man
- Rainy day
- Far down far
- Tamping song
- Rela
- Wihaŋblapi mazachaŋku
- Have you seen my man?
- Swannanoa strings
- Milimo
- Fukagu sanjurokkei
- Mahk jchi
- O shout!
jazz-fun`s recap:
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