Rezension des Albums "Let The Sky Open Under Your Feet" von Skyjack

Skyjack - Let The Sky Open Under Your Feet - Album cover
Skyjack - Let The Sky Open Under Your Feet

Skyjack
Let The Sky Open Under Your Feet

Erscheinungstermin: 03.07.2026
Label: Kujua Records, 2026

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Der Himmel öffnet sich nicht über denen, die denselben Weg gehen, sondern über denen, die ihn gemeinsam entdecken.

jazz-fun`s recap:

Manche Bands entstehen aus einer Idee. Andere wachsen über viele Jahre zu einer gemeinsamen musikalischen Sprache zusammen. Skyjack gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Dreizehn Jahre gemeinsamer Arbeit haben aus dem südafrikanisch-schweizerischen Quintett ein Ensemble geformt, dessen Musik heute von einer beeindruckenden Geschlossenheit und einer unverwechselbaren klanglichen Identität geprägt ist.

Mit Let The Sky Open Under Your Feet präsentiert die Band eine Musik, die gleichermaßen von Individualität und Gemeinschaft lebt. Bassist Shane Cooper, Saxofonist Marc Stucki, Posaunist Andreas Tschopp, Pianist Kyle Shepherd und Schlagzeuger Jonno Sweetman steuern jeweils zwei Kompositionen bei. Obwohl jedes Stück eine eigene Handschrift trägt, entsteht daraus ein bemerkenswert geschlossenes Gesamtbild – eine musikalische Vision, die weit über einzelne Kompositionen hinausreicht.

Bemerkenswert ist dabei die Art, wie Skyjack mit Klang umgeht. Oft entsteht der Eindruck, ein wesentlich größeres Ensemble zu hören. Das liegt nicht an orchestralen Arrangements, sondern an der außergewöhnlichen Dichte des gemeinsamen Spiels. Die Instrumente begleiten sich nicht lediglich gegenseitig – sie reagieren permanent aufeinander, ergänzen Gedanken, greifen Motive auf und entwickeln sie gemeinsam weiter.

Gerade die Solopassagen zeigen diese besondere Qualität eindrucksvoll. Jeder Musiker erzählt seine eigene Geschichte, doch niemals allein. Während ein Instrument den musikalischen Faden übernimmt, kommentieren die übrigen Stimmen das Geschehen mit feinen rhythmischen, harmonischen oder melodischen Impulsen. So entstehen keine isolierten Soli, sondern lebendige Dialoge, in denen das gesamte Ensemble ständig präsent bleibt.

Immer wieder treten Einflüsse der südafrikanischen Jazztradition hervor. Sie zeigen sich nicht nur in harmonischen Wendungen oder melodischen Motiven, sondern vor allem in den fließenden, antreibenden Rhythmen, die der Musik ihren unverwechselbaren Puls verleihen. Besonders eindrucksvoll wird dies in Marc Stuckis Cloud Spotting Sunbeam, dessen galoppierende Bewegung den charakteristischen Geist dieser Klangwelt auf faszinierende Weise einfängt.

Dennoch erschöpft sich das Album nicht in stilistischen Bezügen. Wie Shane Cooper selbst sagt, geschieht das meiste „über die Instrumente“. Tatsächlich vermittelt Let The Sky Open Under Your Feet weit mehr als musikalische Einflüsse. Das Album trägt einen spürbaren Geist von Empathie, Offenheit und gemeinsamer Hoffnung in sich – Qualitäten, die heute vielleicht wichtiger sind denn je.

Diese Musik überrascht immer wieder mit unerwarteten Wendungen, eindrucksvollen Improvisationen und einer bemerkenswerten erzählerischen Kraft. Skyjack beweist eindrucksvoll, dass geografische Grenzen und kulturelle Unterschiede nicht trennen, sondern Ausgangspunkt für etwas Neues sein können. Wo unterschiedliche Erfahrungen auf gegenseitiges Zuhören treffen, entsteht Kunst von außergewöhnlicher Qualität.

Let The Sky Open Under Your Feet ist deshalb weit mehr als ein exzellentes Jazzalbum. Es ist ein musikalisches Plädoyer dafür, dass Gemeinschaft nicht Gleichförmigkeit bedeutet, sondern die Fähigkeit, aus vielen Stimmen eine gemeinsame Zukunft entstehen zu lassen.

(Jacek Brun, 03.07.2026)

Besetzung

Marc Stucki - tenor saxophone, soprano saxophone
Andreas Tschopp - trombone, kudu horns
Kyle Shepherd – piano
Shane Cooper - double bass
Jonno Sweetman – drums

Titelliste

  1. I Say
  2. Another One for Bra Zim
  3. Bass Below
  4. Let The Sky Open Under Your Feet
  5. Radiate
  6. Mantra for Reef
  7. The Cloudspotting Sunbeam
  8. Ayan
  9. Surrender Yourself To That Which Moves You
  10. Night Moth
  11. Night Moth'S Flutter To Eternity
  12. Shozi

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