Rezension des Albums "Cosmogonie" von Srdjan Ivanovic Blazin’Quartet

Srdjan Ivanovic Blazin’Quartet - Cosmogonie - Album cover
Srdjan Ivanovic Blazin’Quartet - Cosmogonie

Srdjan Ivanovic Blazin’Quartet
Cosmogonie

Erscheinungstermin: 27.03.2026
Label: Rue Des Balkans, 2025

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Wenn Jazz kosmische Geschichten erzählt

jazz-fun`s recap:

Ein Werk, das sich einem der ältesten Themen der Menschheit widmet, ist die Cosmogonie des Schlagzeugers und Komponisten Srdjan Ivanovic. Darin geht es um die Entstehung der Welt. Ausgangspunkt des Albums ist die Betrachtung des Kosmos, die Geburt des Universums, das Leben der Sterne und die immense zeitliche Dimension dieser Prozesse.

Doch aus dieser zunächst wissenschaftlich geprägten Perspektive entsteht bald eine andere Sichtweise. Die Musik bewegt sich von der astronomischen Betrachtung hin zu den mythologischen Geschichten, die die Menschheit über Jahrtausende hinweg geschaffen hat, um den Himmel und seine Geheimnisse zu erklären. Aus dieser Verbindung von Wissenschaft, Mythologie und menschlicher Imagination entsteht die poetische Grundlage des Albums.

Das Blazin’ Quartet entfaltet dabei einen bemerkenswert weiten Klangraum. Der Trompeter Andreas Polyzogopoulos und der Gitarrist Federico Casagrande verweben ihre Stimmen zu schwebenden melodischen Linien, die sich gegenseitig umkreisen und immer wieder neue harmonische Perspektiven eröffnen.

Die rhythmische Grundlage bildet das Zusammenspiel von Mihail „Misho” Ivanov am Bass und Ivanovic selbst am Schlagzeug. Gemeinsam schaffen sie ein dynamisches Fundament, das gleichzeitig strukturiert und offen wirkt – einen Raum, in dem sich die improvisatorischen Ideen der Musiker frei entfalten können.

Besonders faszinierend ist die Art und Weise, wie sich in dieser Musik unterschiedliche kulturelle Einflüsse begegnen. Immer wieder schimmern rhythmische und melodische Elemente der Balkantradition durch, ohne den universellen Charakter der Kompositionen einzuschränken.

So entsteht eine Musik, die zugleich kosmisch und menschlich wirkt. „Cosmogonie” verbindet musikalische Erzählkraft mit philosophischer Tiefe und vermittelt die einfache, aber kraftvolle Idee, dass wir alle Teil desselben Universums sind, dessen Geheimnisse uns seit jeher inspirieren.

Ein eindrucksvolles Album voller Weite, Klangfarben und kreativer Energie – und eine musikalische Einladung, den Himmel mit neuen Ohren zu hören.

(Jacek Brun, 06.04.2026)

Besetzung

Andreas Polyzogopoulos - trumpet
Federico Casagrande - guitar
Mihail ''Misho'' Ivanov - double bass
Srdjan Ivanovic - drums, percussion

Titelliste

  1. Chaos
  2. Gaia
  3. Nyx & Erebe
  4. Tartaros
  5. Ether & Hemera
  6. Ourea
  7. Pontos
  8. Oceanos
  9. Mnemosyne
  10. Ouranos
  11. Hecatonchires
  12. Chronos & Rea
  13. Phoebe

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