Steve Tibbetts - Close
Steve Tibbetts
Close
Erscheinungstermin: 24.10.2025
Label: ECM, 2025
Steve Tibbetts lädt uns mit Close zu einer kontemplativen Klangreise ein – in eine Welt, in der Wahrnehmung, Licht, Temperatur und Stimmung miteinander verschmelzen. Seine Musik entsteht dort, wo die Grenzen zwischen Hören, Sehen und Fühlen verschwimmen. Jeder Ton scheint ein Fragment von Wirklichkeit zu sein, das sich je nach Moment und innerem Zustand verändert.
Dieses Album ist eine Meditation über Wahrnehmung. Tibbetts’ Gitarre ist präsent – und doch entzieht sie sich immer wieder der klaren Definition. Ihr Klang löst sich im Raum auf, vermischt sich mit subtilen elektronischen Texturen, hallt nach, verwandelt sich. Das Ergebnis ist Musik, die weder eindeutig akustisch noch elektronisch ist, sondern in einem Zwischenraum existiert – schwer greifbar, aber voller Bedeutung.
Close ist ein Werk, das sich dem Hörer jedes Mal neu offenbart. Je nach Tageszeit, Stimmung oder Konzentration verändert sich sein Ausdruck. Mal klingt es introspektiv und melancholisch, mal leuchtend und klar. Tibbetts’ Kunst liegt darin, den Moment selbst zum Komponisten zu machen.
Ein stilles, faszinierendes Album, das mehr fragt, als es beantwortet – und gerade darin seine Kraft entfaltet.
(Jacek Brun, 02.11.2025)
Besetzung
Steve Tibbetts - Guitar, Percussion, Piano
Marc Anderson - Percussion, Gongs, Handpan, Loops
JT Bates - Drums
Im Raum zwischen den Tönen: Steve Tibbetts und die Kunst des Hörens
Das eindrucksvolle Coverbild, das eine vor einem funkelnden Sternenhimmel beleuchtete, verlassene Schaukel zeigt, stellt eine fesselnde visuelle Metapher für die Musik auf Close dar. „Musik ist eine Sprache der Dämmerung”, bestätigt Steve Tibbetts. „Die Aufgabe besteht darin, Schatten in Klang zu übersetzen.”
Auf seinem elften ECM-Album setzt der aus Minnesota stammende Gitarrist dieses Streben fort und entwickelt geduldig seine sehnsuchtsvollen, improvisierten Melodien über vielschichtige Loops und Drones mit dunkler Percussion. Auch wenn die verwendeten Klangfarben – unter anderem von der verzerrten E-Gitarre und einer hellen, 12-saitigen Akustikgitarre erzeugt – diese Musik „westlich” klingen lassen, deutet ihre subtile, fast hypnotische Entfaltung „östliche” Affinitäten an. „Ich strebe immer noch nach dem bewegenden Klang von Sultan Khan”, sagt Tibbetts und meint damit jenen verstorbenen indischen Sarangi-Meister, dessen Spiel seit langem zu seinen wichtigsten Einflüssen zählt.
Titelliste
- We Begin, Pt. 1
- We Begin, Pt. 2
- We Begin, Pt. 3
- Away, Pt. 1
- Away, Pt. 2
- Away, Pt. 3
- Remember, Pt. 1
- Remember, Pt. 2
- Somewhere, Pt. 1
- Somewhere, Pt. 2
- Somewhere, Pt. 3
- Anywhere
- Everywhere, Pt. 1
- Everywhere, Pt. 2
- Everywhere, Pt. 3
- Everywhere, Pt. 4
- Everywhere, Pt. 5
- Remember and
- Remember and Wish
- We End
jazz-fun`s recap:
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