Thelonious Monk - Bremen 1965

Thelonious Monk - Bremen 1965 - Album cover
Thelonious Monk - Bremen 1965

Thelonious Monk
Bremen 1965

Erscheinungstermin: 12.12.2025
Label: Sunnyside, 2025

Thelonious Monk - Bremen 1965 - bei JPC kaufen

jazz-fun`s recap:

Thelonious Monk war, ist und bleibt ein unerreichter Meister. Besonders seine Live-Auftritte offenbaren bis heute die ganze Tiefe seines musikalischen Denkens – und jede neu veröffentlichte Aufnahme aus jener intensiven Konzertphase der 1960er Jahre ist ein Geschenk, nicht nur für Jazz-Kenner.

Bremen 1965 ist genau ein solcher Schatz. Die hervorragend restaurierte Tonspur und die sorgfältige Edition schaffen den idealen Rahmen, doch im Mittelpunkt steht natürlich die Musik selbst. In den ausgedehnten Improvisationen wird Monks einzigartiger Stil in all seiner Konsequenz hörbar: rhythmisch kantig, melodisch eigenwillig, voller Überraschungen. Ebenso beeindruckend ist das Zusammenspiel der Band – lange, weit ausschwingende Soli entwickeln eine enorme Spannung und zeigen die kreative Freiheit aller Beteiligten.

Besonders interessant ist hier auch die damals noch neue Rhythmusgruppe, mit der Monk erst seit Kurzem zusammenspielte. Der frische Impuls ist spürbar, ohne die unverwechselbare Handschrift des Pianisten zu verwässern. Das Konzert fließt mit jener typischen Monk’schen Mischung aus Strenge und Humor, Struktur und Offenheit – eine musikalische Sprache, die auch heute nichts von ihrer Faszination verloren hat.

Zeitlose Musik, die keiner Empfehlung bedarf. Bremen 1965 ist ein Album, das nicht nur gehört, sondern bewahrt werden will – ein unverzichtbarer Bestandteil jeder gut sortierten Jazzsammlung.

(Jacek Brun, 19.12.2025)

Besetzung

Thelonious Monk - piano
Charlie Rouse - tenor saxophone
Larry Gales - bass
Ben Riley - drums

Unerschöpfliche Freiheit: Thelonious Monk live in Bremen

Mitte der 1960er Jahre waren Europatourneen für viele der bekanntesten Jazzmusiker bereits zur Routine geworden. Der Pianist und Komponist Thelonious Monk war bereits seit über zwei Jahrzehnten im Geschäft, als er anfing, regelmäßig nach Europa zu reisen. Die Europäer waren begeistert, Monk und seine legendäre Persönlichkeit live zu erleben. Dabei konzentrierten sie sich oft ebenso sehr auf sein Aussehen und sein eigenwilliges Verhalten wie auf seine Musik.

Die Veröffentlichung „Bremen 1965” zeigt Monk auf seiner zweiten Europatournee mit Zwischenstopp in Deutschland. Mit von der Partie war sein erfahrenes Quartett, bestehend aus dem langjährigen Saxophonisten Charlie Rouse, dem Bassisten Larry Gales und dem Schlagzeuger Ben Riley. Bremen war die zweite Station der Welttournee des Quartetts, die einen Großteil Europas, Australien und Japan umfasste. Die Aufnahme entstand am 8. März 1965 im berühmten Sendesaal/Studio F von Radio Bremen vor einem erwartungsvollen Publikum.

„Bremen 1965” ist die erste offizielle Veröffentlichung dieses Konzerts. Sie wurde von den Originalbändern aus dem Archiv von Radio Bremen gemastert. Der physischen Veröffentlichung liegt ein von Bret Sjerven von Sunnyside recherchiertes Begleitheft bei.

Die Aufnahme zeigt Monk kurz nach einigen bemerkenswerten Veränderungen. So hatte der Pianist sein ehemaliges Label Riverside Records verlassen und war zu Columbia Records gewechselt, wo sein jüngstes Album It’s Monk’s Time gerade erschienen war, als das Quartett 1965 in Europa ankam. Auch in der Rhythmusgruppe hatte es eine Veränderung gegeben. Bassist John Ore und Schlagzeuger Frankie Dunlop wurden durch Larry Gales und Ben Riley ersetzt, die beide auf Monks nächster Studioaufnahme „Monk” zu hören sein sollten.

Die lange Performance enthält einzigartige Interpretationen von Monk-Klassikern wie „Criss Cross“, „Well You Needn’t“, „Epistrophy“ und „Rhythm-a-ning“ sowie von Standards, die Monk weiterhin inspirierten, darunter „Sweet and Lovely“, „I’m Getting Sentimental Over You“ und „Don’t Blame Me“. Die langen, lockeren Interpretationen dieser Stücke ermöglichen es dem Publikum, die einzigartige Swing-Fähigkeit von Monk und seiner Band zu erleben.

Die Musik von Thelonious Monk ist in ihrem Ansatz und ihrer Konzeption einzigartig und zeitlos. Monks Interpretationen seiner eigenen Stücke und der Stücke anderer haben den Jazz nachhaltig geprägt. „Bremen 1965” zeigt eine unglaubliche Performance aus einer der leidenschaftlichsten und experimentierfreudigsten Phasen von Monk und seinem Quartett.

Text: Sunnyside

Titelliste

LP 1

  1. Criss Cross
  2. Sweet And Lovely
  3. Well You Needn't
  4. Don't Blame Me

LP 2

  1. Epistrophy
  2. Just You, Just Me
  3. I'm Getting Sentimental
  4. Rhythm-A-ning

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Kommentar von Melanie Masalon |

Frohes Fest und bleibt alle gesund

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