Victoria Pohl – Zwischen klassischer Prägung und zeitgenössischem Jazz
Biographie
Victoria Pohl gehört zu einer Generation von Musikerinnen, die sich selbstverständlich zwischen klassischer Ausbildung und zeitgenössischem Jazz bewegen. Als Pianistin, Komponistin und Bandleaderin entwickelt sie eine eigenständige musikalische Sprache, die strukturelle Klarheit mit improvisatorischer Offenheit verbindet. Ihre Projekte reichen vom Trio über Duo-Formate bis hin zu interdisziplinären Arbeiten.
Aufgewachsen in einer Musikerfamilie – ihre Mutter ist die Konzertpianistin Hildegard Pohl, ihr Vater der Schlagzeuger Yogo Pausch – fand sie früh den Zugang zur Bühne. Noch bevor sie lesen und schreiben konnte, sammelte sie erste Auftrittserfahrungen. Klavier, Gitarre, Saxophon und Schlagzeug begleiteten ihre musikalische Entwicklung, die sich von Beginn an zwischen klassischer Ausbildung und improvisatorischer Praxis bewegte.
Nach dem Abitur mit musikalischem Schwerpunkt studierte Victoria Pohl zunächst klassisches Klavier an der Hochschule für Musik Nürnberg bei Wolfgang Manz. Anschließend verlagerte sie ihren Fokus auf Jazz und setzte ihre Ausbildung in Würzburg sowie an der MUK Wien fort. 2022 schloss sie ihr Studium mit einem Master of Music im Fach Jazzpiano ab.
Künstlerisch bewegt sich Pohl heute zwischen verschiedenen Formaten: solistisch, im Trio, im Duo oder in genreübergreifenden Projekten. Im Zentrum steht ihr Victoria Pohl Trio (VIP Trio), für das sie regelmäßig komponiert. Gleichzeitig ist sie im Duo Pohl & Pohl gemeinsam mit ihrer Mutter aktiv, spielt in der Band Jessicats und arbeitet mit Formaten wie dem nuejazz for kids Ensemble, das sich gezielt an ein jüngeres Publikum richtet.
Ihre Musik verbindet strukturelle Klarheit mit improvisatorischer Offenheit. Klassische Einflüsse sind dabei ebenso präsent wie ein moderner Jazzzugang, der sich nicht auf eine stilistische Richtung festlegt. Neben ihren Konzertprogrammen komponiert Victoria Pohl auch für unterschiedliche Kontexte – von Theaterproduktionen bis hin zu literarischen Veranstaltungen, Vernissagen oder interdisziplinären Formaten. Bereits 2018 schrieb sie die Musik für das Theaterstück Psychophobia der Studiobühne Würzburg.
Ein weiterer Bestandteil ihrer Arbeit ist die Vermittlung von Musik. Seit März 2023 ist sie als Moderatorin der Sendung „Jazztime Nürnberg“ auf Radio F aktiv, wo sie regelmäßig die Vielfalt der internationalen Jazzszene präsentiert.
Victoria Pohl ist mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem beim Wettbewerb Jugend musiziert, beim Jazz-Wettbewerb der Musikalischen Akademie Würzburg sowie durch Förderpreise und Stipendien renommierter Institutionen. Dazu zählen unter anderem Förderungen durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, den Deutschen Musikrat sowie Programme wie „Women in Jazz“ oder Mentoring-Initiativen des Deutschen Kulturrats.
Mit ihren vielfältigen Projekten, ihrer stilistischen Offenheit und ihrer kontinuierlichen künstlerischen Entwicklung gehört Victoria Pohl zu den Musikerinnen, die den Jazz aus einer persönlichen, reflektierten Perspektive heraus weiterdenken.
Diskographie:
- Jessicats – Jessicats (2025)
- Victoria Pohl Trio – Mr. Hähnry (2023)
- Pohl & Pohl – Pohl-Position No.1 (2023)
- Bettina Langmann & Victoria Pohl – Winterjazzreise (2021)
- Victoria Pohl Trio – Very Important Pieces (2018)
Links
Victoria Pohl Internetseite:
https://victoriapohl.de/
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