wehnermehner - Misquotation
wehnermehner
Misquotation
Erscheinungstermin: 15.10.2025
Label: JazzHausMusik, 2025
Trombone und E-Gitarre – ein Duo, das schon durch seine Besetzung überrascht. Raissa Mehner und Max Wehner zeigen auf ihrem Debüt Misquotation, wie aus dieser scheinbar gegensätzlichen Kombination eine faszinierende, intime Klangwelt entstehen kann.
Hier ist nichts überflüssig, nichts dekorativ. Jede Note hat Gewicht, jede Pause Bedeutung. Mehner und Wehner entwerfen ihre Musik mit fast asketischer Klarheit und eröffnen zugleich Räume von großer emotionaler Tiefe. Ihre Stücke leben vom Dialog – mal verschmelzen die Linien ineinander, mal prallen sie kantig aufeinander, um sich im nächsten Moment wieder in fragile Balance zu bringen.
Das Zusammenspiel der beiden ist geprägt von Achtsamkeit und radikaler Offenheit. Avantgardistische Klangexperimente und klare melodische Ideen gehen Hand in Hand. Die Gitarre malt feine harmonische Texturen, der Posaunenton antwortet mit Wärme und Charakter. So entsteht ein faszinierender Sog zwischen Struktur und Freiheit, Nähe und Distanz, Stille und Klang.
Misquotation ist weit mehr als ein außergewöhnliches Duo-Album – es ist eine Studie über Kommunikation, Klang und Vertrauen. Eine Entdeckung, die man nicht so schnell vergisst.
(Jacek Brun, 24.10.2025)
Besetzung
Raissa Mehner - guitar
Max Wehner - trombone
Reduktion als Kraftquelle – die Kunst des Weglassens
Gefunden hat sich das Duo wehnermehner im Jahre 2019 an der Folkwang Universität in Essen, wo Raissa Mehner bei Frank Wichmann Gitarre und Max Wehner Jazzposaune bei Ansgar Striepens studierten.
Die beiden Musiker sehen sich als Keimzelle oder Versuchslabor für unkonventionelle oder durchaus erst einmal sperrig erscheinende Ideen. Diese erforschen, bespielen sie dann über ihre Zusammenarbeit so lange, jonglieren mit ihnen oder feilen an ihnen, bis sich dann daraus für sie Prinzipien entwickeln oder ableiten lassen, die auf das zu spielende Material anwendbar sind. Also eine Umkehrung der üblichen Praxis: Das Konzept entwickelt sich hier aus dem Zu- sammenspiel, und solistische Beiträge resultieren nicht aus einer vorher feststehenden Struktur. „Trotzdem steht in unseren Konzertprogrammen das musikalische Erlebnis im Vordergrund und nicht der vorher zurückgelegte Prozess. Wir wollen neu und experimentell an unser Zu- sammenspiel herangehen, emotional, zugänglich und klar“, sagen wehnermehner. Der Fundus der Stückeauswahl von wehnermehner basiert auf ihrer breit aufgestellten musika- lischen Vergangenheit (Klassikstudium, elektronische Musik, Pop-Projekte, Progressive Rock, Dub, experimentelle Groovemusik).
Unmerklich changierend zwischen Improvisation und Komponiertem läßt das Duo das Publi- kum oft bewußt über die Methode der Interaktion im Unklaren und schafft so ein intensives Spannungsfeld, eine geschickte erzählende Dramaturgie. Raissa Mehner arbeitet neben wehnermehner noch mit ihrem Quintett „Raissa Mehner Devia- tion“, sie ist ebenso Mitglied im Ensemble der Kölner Vokalistin Elke Bartholomäus (JHM 308). Max Wehner tourt mit seinen Projekten „Botticelli Baby“ und „Bonecrusher“. Beide Musiker sind Mitglieder des Ruhrgebiet-Projekts „The Dorf“.
Titelliste
- Beatrice
- Je suis
- Let's Say No
- Capitalism Is Not a Law of Nature
- Not the Same
- Helix
- Aaba hallo
- Fosbury Flop
- Bianco Fiore
- Aaba kein Stress
- Quagga
- A Zombie Is a Small Yellow Flower
- Maestoso
- Hot House Feuerwehr
jazz-fun`s recap:
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