Yonela Mnana & Benedikt Reising - Echoes of Marabi

Yonela Mnana & Benedikt Reising - Echoes of Marabi - Album cover
Yonela Mnana & Benedikt Reising - Echoes of Marabi

Yonela Mnana & Benedikt Reising
Echoes of Marabi

Erscheinungstermin: 13.11.2025
Label: XJAZZ Music, 2025

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jazz-fun`s recap:

Diese Musik entzieht sich wirklich allen üblichen Schubladen. Yonela Mnana und Benedikt Reising – zwei Künstler, die ein tiefes gegenseitiges Verständnis verbindet – erschaffen gemeinsam mit einem dreistimmigen Chor ein Klangbild von verblüffender Fülle, Wärme und spiritueller Tiefe.

Die ganze Produktion wirkt sorgfältig gebaut: Kompositionen, Arrangements, Stimmenführung – alles greift ineinander, ohne je seine natürliche Leichtigkeit zu verlieren. Im Zentrum steht der unverwechselbare, fast magische Gesang von Yonela Mnana, dessen Timbre und Ausdruckskraft uns unmittelbar in die klanglichen Wurzeln des südafrikanischen Marabi führen. Reising reagiert darauf mit kluger, poetischer Zurückhaltung am Saxofon und lässt den Raum, den diese Musik braucht.

Tradition und Moderne durchdringen sich hier ganz selbstverständlich: spirituelle Chorpassagen, kontemplative Momente, rhythmische Impulse und melodische Linien, die sich wie Erinnerungen entfalten.

Ein Album, das auf viele Arten gehört werden kann – meditativ, konzentriert oder einfach mit offenem Herzen. Wunderbar, berührend und voller Seele. Wir sind begeistert!

(Jacek Brun, 14.11.2025)

Besetzung

Yonela Mnana - piano, voice
Benedikt Reising - alto & baritone saxophone, bass clarinet, flute

Soultee Sisters:
Busisiwe Shongwe, Nompumelelo Gugu Kubheka, Happiness Siyoko: voice

Rico Baumann - perc. on Tar Road

Ritual, Rhythmus, Reinheit: Eine Reise zu den Wurzeln des Marabi

„Echoes of Marabi“ ist ein aufregendes neues Gemeinschaftsalbum aus Südafrika und der Schweiz – zwei Ländern, die seit vielen Jahren eine musikalische Verbindung pflegen. Im Zentrum stehen der herausragende südafrikanische Pianist und Sänger Yonela Mnana sowie die tiefgründigen Improvisationen des Schweizer Saxophonisten Benedikt Reising. Die beiden verbindet eine langjährige musikalische Freundschaft und Zusammenarbeit.

Reising ist in der südafrikanischen Musikszene kein Unbekannter, da er bereits an mehreren Projekten und Tourneen teilgenommen hat. Mnana ist als Pianist etabliert und bekannt für seine kraftvolle Stimme und seine Kompositionen. Die beiden Musiker lernten sich 2018 während einer Tournee mit dem schweizerisch-südafrikanischen Projekt The Mill des südafrikanischen Trompeters Mandla Mlangeni kennen.

Ihr unverwechselbarer Duo-Sound wird auf dem Album durch die Soultee Sisters aus Katlehong erweitert: drei ursprünglich klassisch ausgebildete Opernsängerinnen, die hier als Harmoniegesangstrio auftreten und den Kompositionen zusätzliche Farben, Stimmungen und atmosphärische Tiefe verleihen.

Inhaltlich spiegelt das Album die aktuellen Herausforderungen Südafrikas wider, zugleich würdigt es die Vergangenheit und richtet den Blick auf Hoffnung und Widerstandskraft. Der Titel verweist auf den Marabi, eine frühe Form des Jazz und Tanzes aus den 1930er-Jahren. Er entstand in den Hinterhöfen Johannesburgs und wurde von amerikanischem Jazz, Ragtime und afrikanischen Traditionen geprägt.

Zu Hause arbeitet Mnana als Komponist und Lehrer an der Ezibeleni High School im Township Katlehong südlich von Johannesburg. Er arbeitete mit drei talentierten Opernsängerinnen zusammen, die er in ein Projekt einbeziehen wollte. So entstand „Soultee Sisters“. „Ich finde, dass diese Art von dreistimmiger Gruppe an die lange Tradition der Dreistimmigkeit anknüpft, die schon immer von Gruppen wie Miriam Makeba und The Skylarks, den Mahotella Queens und so weiter gepflegt wurde. Es ist also etwas, das einzigartig südafrikanisch ist.“ Mnana verweist auch darauf, dass es sich um eine Anspielung auf die schwarzen Vokaljazzgruppen aus den 1930er und 1940er Jahren in den USA handelt, wie The Mills Brothers oder The Hampton Sisters.

Über den Aufnahmeprozess sagt Mnana: „Mit dem Aufkommen amerikanischer Musik sehen wir, dass viele Menschen eher als Individuen denn als Gruppen überleben können. Als Südafrikaner begrüßen wir den Geist von Ubuntu. Das bedeutet, dass wir nur dann wir selbst sein können, wenn wir uns als Teil eines Ganzen betrachten. Ich denke, es erfordert viel Mut, zu sagen, dass wir etwas gemeinsam tun wollen, anstatt eine Person in den Mittelpunkt zu stellen und alles auf diese Person zu konzentrieren. Denn das ist eine imperialistische Sichtweise und nicht unbedingt die Wahrheit.“

Text: Kepera

Titelliste

  1. Unabantu
  2. Mxolel
  3. Oasis
  4. Tar Road
  5. Ses Khathele
  6. Katlehong Blooz

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