Yvonne Moriel
Yvonne Moriel – Zwischen Jazz, Dub und elektronischer Gegenwart
Yvonne Moriel zählt zu den spannendsten Stimmen der jungen österreichischen Jazzszene. Der Austrian Music Export bezeichnete die Saxophonistin und Komponistin als „hot commodity in Central Europe“ – eine Einschätzung, die sich mit Blick auf ihre rasante künstlerische Entwicklung nur bestätigen lässt.
Aufgewachsen in Tirol mit klassischer Musik und einem frühen Interesse an Neuer Musik, führte Moriels Weg zunächst über eine fundierte klassische Ausbildung. Zwischen 2010 und 2016 studierte sie klassisches Saxophon an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz bei Peter Rohrsdorfer und schloss mit Auszeichnung ab. 2016 zog sie nach Wien, wo sie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien Jazz-Saxophon studierte. Ein anschließendes Masterstudium an der Zürcher Hochschule der Künste sowie erneut in Linz vertiefte ihren Fokus auf Jazz, improvisierte und zeitgenössische Musik bis 2024.
Heute bewegt sich Moriel souverän zwischen unterschiedlichen musikalischen Welten. Sie ist Mitglied international erfolgreicher Formationen wie Shake Stew, dem Swiss Jazz Orchestra, Christian Muthspiels Orjazztra oder dem Quartett von Christoph Grab. Darüber hinaus arbeitete sie mit dem klassischen Ensemble Franui, der Stimmkünstlerin Ankathie Koi, der Indie-Electro-Band Yukno sowie dem Wiener Rapper Bibiza zusammen – Kooperationen, die ihre stilistische Offenheit unterstreichen.
Ein zentrales künstlerisches Statement ist ihr 2022 gegründetes Quartett sweetlife, mit dem sie Jazz, Dub, Hip-Hop und elektronische Klangästhetik verbindet. Bereits ihre frühen EPs „Dreamers“ (2020) und „sweet life“ (2021) zeigten diese Richtung deutlich: energiereiches Altsaxofon trifft auf groovebasierte Strukturen und elektronische Texturen. Mit Lorenz Widauer (Trompete), Stephanie Weninger (Keyboards) und Raphael Vorraber (Schlagzeug) entwickelte sie das Projekt weiter; 2024 erschien eine neue EP, das Debütalbum ist für 2025 angekündigt.
2023 präsentierte sich Moriel unter anderem beim Jazzfestival Leibnitz sowie mit mehreren Konzerten beim Jazzfestival Saalfelden, wo sie mit unterschiedlichen Formationen auftrat. Auch als Mitglied der Porgy-&-Bess-Stagebands von Christoph Cech und Ralph Mothwurf war sie zwischen 2022 und 2024 regelmäßig in Wien zu hören. Gemeinsam mit Vincent Pongrácz kuratierte sie 2024 zudem die experimentelle Wiener Reihe „Synesthetic Wednesday“, aus der mehrere neue künstlerische Projekte hervorgingen.
Neben sweetlife ist Moriel in zahlreichen weiteren Konstellationen aktiv – etwa im Duo mit der Cellistin Sophie Abraham, im Trio mit Judith Schwarz und Alois Eberl oder im Quartett Moriel/Kranabetter/Pongrácz/Duit. Hinzu kommen Produktionen im Hip-Hop- und Elektronikbereich, etwa die 2023 veröffentlichte Single „zurich“ inklusive Dub-Edit von Sam Irl für das Label Mellowax in Kooperation mit Sony Denmark.
Für ihre künstlerische Eigenständigkeit und Innovationskraft erhielt Yvonne Moriel 2024 den Österreichischen Jazzpreis in der Kategorie „Bester Newcomer“. Im selben Jahr wurde ihr Projekt sweetlife als „New Austrian Sound of Music – Act 2025/26“ ausgewählt – ein weiterer Beleg dafür, dass Moriel längst zu den prägenden Stimmen einer neuen, stiloffenen Jazzgeneration gehört.
Diskographie
- Sweetlife Quartet - sweet life III , 2025
- Sweetlife Quartet – sweet life II, 2024
- Christoph Cech Jazz Orchestra Project: Healthy Tree, 2022
- sweet life, EP. 2021
- Dreamers, EP, 2020
Links
Yvonne Moriel Internetseite:
https://yvonnemoriel.com/
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