Jason Miles – Der Architekt des elektrischen Jazzklangs

Jason Miles
Jason Miles, Foto: Jason Miles

Biographie

Der amerikanische Keyboarder, Produzent und Komponist Jason Miles gehört zu den prägenden Gestaltern des elektrischen Jazz der vergangenen vier Jahrzehnte. Während viele Musiker im Rampenlicht standen, wirkte Miles oft hinter den Kulissen – als Klangarchitekt, Synthesizer-Spezialist und Produzent. Sein Einfluss auf die Verbindung von Jazz, R&B, Pop und elektronischer Musik ist dennoch kaum zu überschätzen.

Geboren 1951 in Brooklyn, New York, entwickelte Miles schon früh eine Begeisterung für die Möglichkeiten elektronischer Klangerzeugung. Nach seinem Studium an der Indiana State University kehrte er während der Fusion-Ära der 1970er Jahre nach New York zurück und etablierte sich rasch als einer der gefragtesten Synthesizer-Programmierer der Studioszene.

Bereits seine erste Aufnahme als Bandleader, das 1979 eingespielte Cozmopolitan, brachte ihn mit Musikern wie Marcus Miller und Michael Brecker zusammen. Diese Zusammenarbeit sollte seine weitere Karriere nachhaltig prägen.

International bekannt wurde Jason Miles vor allem durch seine Arbeit mit Miles Davis. Gemeinsam mit Marcus Miller entwickelte er die Synthesizer-Klangwelten der Alben Tutu (1986), Music from Siesta (1987) und Amandla (1989). Besonders Tutu gilt heute als Meilenstein des modernen elektrischen Jazz. Miles Davis selbst bezeichnete Jason Miles später als „Synthesizer Genius“.

Parallel dazu arbeitete Miles als Studiomusiker und Produzent mit einer beeindruckenden Liste internationaler Künstler. Dazu zählen unter anderem Whitney Houston, Luther Vandross, Michael Jackson, Aretha Franklin, Chaka Khan, Diana Ross und David Sanborn.

Seit den 1990er Jahren entwickelte sich Jason Miles zunehmend als eigenständiger Künstler. Seine zahlreichen Tribute-Alben widmen sich musikalischen Ikonen wie Weather Report, Grover Washington Jr., Marvin Gaye oder Miles Davis. Dabei gelingt es ihm stets, deren musikalisches Erbe zu würdigen und gleichzeitig in eine zeitgenössische Klangsprache zu überführen.

2001 erhielt Miles einen Grammy Award für die Produktion des Albums A Love Affair: The Music of Ivan Lins. Zu den Mitwirkenden gehörten unter anderem Sting und Brenda Russell.

Mit Projekten wie Global Noize und Kind of New setzte Miles seine Erforschung elektronischer und globaler Klangwelten fort. Dabei verbindet er Jazz mit elektronischer Musik, Weltmusik und modernen Produktionsmethoden. Seine Arbeit beeinflusste nicht nur Jazzmusiker, sondern auch Produzenten weit über die Grenzen des Genres hinaus.

Zum 100. Geburtstag von Miles Davis veröffentlichte Jason Miles 2026 das Album „100 Miles for Miles Davis“. Das Projekt versteht sich nicht als nostalgischer Rückblick, sondern als zeitgenössische Weiterentwicklung jener elektrischen Klangwelten, die Miles Davis in den 1980er Jahren gemeinsam mit Marcus Miller und Jason Miles geprägt hatte.

Heute gilt Jason Miles als einer der wichtigsten Brückenbauer zwischen Jazztradition und moderner Studiotechnologie – ein Musiker, dessen Handschrift auf zahllosen wegweisenden Produktionen hörbar ist.

Interview:

Zum 100. Geburtstag von Miles Davis veröffentlicht Jason Miles ein Album, das kein Tribut sein will – und genau deshalb eines der aufrichtigsten Zeugnisse dieser Freundschaft ist. Im Gespräch mit jazz-fun.de erzählt der Synthesizer-Pionier, warum er nie zurückschaut, was ihn Portugal inspiriert, und welche Erinnerungen beim Komponieren plötzlich wieder auftauchten.
Jason Miles: „Ich wollte kein Tribut – ich wollte ein Statement“

Ausgewählte Diskographie

  • 100 Miles for Miles Davis, 2026
  • The Artistry and Volume of Efrayim Fischbacher, 2022
  • Black Magic, 2020
  • Kind of New 2: Blue Is Paris, 2017
  • To Grover with Love: Live in Japan, 2016
  • Kind of New, 2015
  • A Prayer for the Planet, 2011
  • Soul Summit, 2008
  • Global Noize, 2008
  • What's Going On? Songs of Marvin Gaye, 2006
  • Miles to Miles: In the Spirit of Miles Davis, 2005
  • Cozmopolitan, 2005
  • Brazilian Nights, 2002
  • To Grover, With Love, 2001
  • A Love Affair: The Music of Ivan Lins, 2000
  • Celebrating the Music of Weather Report, 2000
  • Visionary Path, 1997
  • Mr. X, 1996
  • World Tour, 1994

Links

Jason Miles bei Bandcamp:
https://jasonmiles.bandcamp.com/music

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