Rezension des Albums "We Dream" von Lakecia Benjamin

Lakecia Benjamin - We Dream - Album cover
Lakecia Benjamin - We Dream

Lakecia Benjamin
We Dream

Erscheinungstermin: 05.06.2026
Label: Artwork Records, 2026

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Manche Träume beginnen nicht in der Nacht – sie beginnen mit dem ersten Ton

jazz-fun`s recap:

Es gibt Alben, die ihre Zeit dokumentieren. Und es gibt Alben, die ihrer Zeit etwas entgegensetzen. Mit We Dream entscheidet sich Lakecia Benjamin bewusst für den zweiten Weg. Dieses Album versteht sich als musikalisches Zeichen der Hoffnung – als Erinnerung daran, dass Kreativität, Gemeinschaft und Menschlichkeit auch in schwierigen Zeiten ihren Platz behaupten.

Die New Yorker Altsaxofonistin, Komponistin und Bandleaderin präsentiert mit ihrem sechsten Studioalbum zugleich ihr Debüt für Artwork Records. Nach dem gefeierten Phoenix und der Grammy-nominierten Single Noble Rise setzt sie ihren künstlerischen Weg konsequent fort, richtet den Blick diesmal jedoch stärker nach außen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Musik auf eine Welt reagieren kann, die vielerorts von Unsicherheit und gesellschaftlichen Spannungen geprägt ist.

Lakecia Benjamin beschreibt das Album selbst als den Versuch, „ein helles Licht in einem dunklen Raum“ zu sein. Genau dieser Gedanke durchzieht We Dream von der ersten bis zur letzten Minute. Die Musik wirkt niemals resigniert. Im Gegenteil – sie strahlt Energie, Zuversicht und den festen Glauben daran aus, dass Kunst Menschen miteinander verbinden kann.

Dieses Gemeinschaftsgefühl spiegelt sich auch in der Besetzung wider. Neben ihrem hervorragend eingespielten Kernensemble mit Oscar Pérez, Miki Hayama, Elias Bailey, Sean Jones und Jonathan Barber versammelt Benjamin eine beeindruckende Gruppe von Musikerinnen und Musikern aus Jazz, R&B, Hip-Hop und experimenteller Musik. Namen wie Terence Blanchard, Chief Xian aTunde Adjuah, Chris Potter, Hiromi, Jeff "Tain" Watts, Bilal, Black Thought oder Kassa Overall stehen dabei jedoch nicht für prominente Gastauftritte um ihrer selbst willen. Jeder einzelne erweitert die musikalische Erzählung und trägt zu einem großen gemeinsamen Klangbild bei.

Musikalisch entwickelt We Dream einen mitreißenden Puls, der den Hörer sofort in seinen Bann zieht. Lakecia Benjamin verbindet die Ausdruckskraft des modernen Jazz mit Funk, Soul, Hip-Hop und zeitgenössischen Grooves, ohne dabei jemals ihre jazzmusikalischen Wurzeln zu verlassen. Tradition und Innovation begegnen sich hier nicht als Gegensätze, sondern als selbstverständliche Partner.

Besonders beeindruckend ist dabei die Leichtigkeit, mit der dieses Album unterschiedliche Generationen ansprechen kann. Jazzliebhaber entdecken hier raffinierte Improvisationen, starke Kompositionen und eine außergewöhnliche Band. Gleichzeitig besitzt die Musik eine unmittelbare Energie, die auch Menschen erreicht, die sonst kaum Berührungspunkte mit Jazz haben. Genau darin zeigt sich Lakecia Benjamins große Stärke: Sie erweitert den Horizont des Jazz, ohne seine Identität aufzugeben.

We Dream ist deshalb weit mehr als ein hervorragend produziertes Album. Es ist ein leidenschaftliches Plädoyer für Offenheit, Zusammenarbeit und den Glauben an die verbindende Kraft der Musik. Lakecia Benjamin beweist einmal mehr, dass Jazz nicht nur seine Geschichte bewahren kann, sondern auch eine Sprache für die Gegenwart und die Zukunft bleibt.

(Jacek Brun, 29.06.2026)

Interview – Lakecia Benjamin über We Dream

Wo Hoffnung Klang wird – Lakecia Benjamin über „We Dream“

Titelliste

  1. First Light (feat. Terence Blanchard)
  2. Beyond the Dawn (feat. Terence Blanchard)
  3. My Only (feat. Sean Jones)
  4. Mi Gente (feat. Chief Xian aTunde Adjuah)
  5. Ascension
  6. Dreambreaker (feat. Chris Potter, Jeff ”Tain” Watts & Sean Jones)
  7. We Dream (feat. Tarriona "Tank" Ball)
  8. Flamekeeper (feat. Hiromi & Chris Potter)
  9. Hiromi Jam (feat. Hiromi)
  10. Right Now (feat. Bilal & Kassa Overall)
  11. New Wor

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