Shake Stew und der Sinn des Lebens: Zum zehnjährigen Jubiläum der österreichischen Erfolgsband, das Lukas Kranzelbinder & Co. mit einem neuen Doppelalbum und einer ausgedehnten Tour feiern
Es soll ja Menschen geben, die nicht wissen, was der Sinn des Lebens ist. Sie sinnen und sinnen und kommen nicht auf den Sinn. Dabei ist es ganz einfach. Nämlich bei Monthy Python nachzulesen. Die haben alles dazu gesagt, was zu sagen ist. Oder fast: Einen wichtigen Punkt haben sie vergessen. Was der mit Shake Stew zu tun hat, möchten wir an dieser Stelle noch nicht verraten. Aber später.
Eine Danksagung von Robert Fischer
Zehn Jahre ist es jetzt her, dass der 1988 in Klagenfurt geborene, in Wien lebende Bassist, Komponist und Musik-Manager Lukas Kranzelbinder als bis dato jüngster Musiker vom renommierten Jazzfestival Saalfelden den Auftrag für das Eröffnungskonzert erhielt. Traditionell ist dieser Konzertauftakt – so berichten langjährige Besucher dieses Festivals – ein eher mit gemischten Gefühlen einhergehendes Ereignis: stets groß die Ambition, nicht ganz so groß oft das Ergebnis. Und meist auch schnell wieder vergessen. Ganz anders dagegen im Fall Lukas Kranzelbinder. Der nutzte die Gelegenheit, für diesen Auftrag personell und konzeptionell in die Vollen zu greifen: mit einer Traumbesetzung und einer eigens dafür komponierten Musik, die aufgrund ihres hohen, von exzellenten Instrumentalisten lustvoll ausgeschöpften Improvisationsanteils zwar als Jazz bezeichnet werden kann, aber von Anfang an dazu gedacht war, Genres zu sprengen und ein weit über die eingeschworene Jazzgemeinde hinaus gehendes Publikum zu erreichen.
Der weitgehend sinnfreie Bandname, Shake Stew, den Lukas Kranzelbinder für das Projekt ersonnen hat, schien seinerseits dazu geeignet zu sein, jegliche Erwartungshaltung offen zu lassen. Und tatsächlich ging das Konzept von Anfang an auf: zwei Bässe, zwei Schlagzeuger, drei Bläser – was will man mehr? Genau: treibende Ryhthmen, frei darüber hinaus fliegende Soli und einen beständigen Flow, der erkennbar von der marokkanischen Gnawa-Musik inspiriert ist (deren typisches Instrument, die dreisaitige Basslaute Gimbri, Lukas Kranzelbinder genauso virtuos zu spielen vermag wie den Bass). Live erzeugt das Magie und Energie sowie einen unwiderstehlichen Groove, wobei Kranzelbinder aber auch noch ein sich äußerst glücklich fügendes Talent im Erfinden schlicht-einprägsamer, sich sofort in die Gehörgänge schmeichelnder (und dort gern ohrwurmartig lang verweilender) Melodien hat.
Dass das so zusammengemischte musikalische Gebräu aber nicht nur auf kleinen und großen Bühnen funktioniert, im lokalen Jazzclub genauso wie auf den Main Stages internationaler Festivals, sondern auch als Tonträger sanft-hypnotisch-euphorisierende Wirkung zeigt, war erstmals auf dem 2016 erschienenen Banddebüt „The Golden Fang“ zu bewundern. Seitdem sind fünf Studio- und zwei Livealben erschienen, die wie die Konzerte von Shake Stew auch in der internationalen Presse bejubelt und vom Publikum geliebt werden. Um das zehnjährige Jubiläum der auch mit wichtigen Preisen ausgezeichneten, in einer eigenen TV-Doku des ORF gefeaturten Band gebührend zu feiern, versammelte sie sich im Sommer 2025 in ihrer aktuell um die Altsaxofonistin und Flötistin Yvonne Moriel erneuerten Kernbesetzung für mehrere Sessions im Studio: Neben Kranzelbinder selbst an Bass und Gimbri gehören dazu Oliver Potratz am Bass, Herbert Pirker und Nikolaus Dolp an Schlagzeug und Percussion, Johannes Schleiermacher an Tenorsaxofon und Flöte sowie Mario Rom an der Trompete. Und schon mit den ersten (Bass-)Tönen des Jubiläumsalbums „Ten One Two“ wird einmal mehr klar, was Shake Stew mit dem Sinn des Lebens zu tun hat. Der nämlich, so formulierte das einst Monty Python, sei nun wirklich nichts Besonderes: „Sei nett zu deinen Nachbarn, vermeide fettes Essen, lies ein paar gute Bücher, geh spazieren und versuche in Frieden und Harmonie mit Menschen jeden Glaubens und jeder Nation zu leben.“ Was man gern so unterschreiben möchte, selbst wenn dabei etwas wichtiges vergessen wurde: die Musik. Die aber, das belegt Shake Stew aufs Schönste, gehört zum Sinn des Lebens unbedingt dazu.
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Herbert Pirker, Foto: Robert Fischer -
Johannes Schleiermacher, Foto: Robert Fischer -
Johannes Schleiermacher, Foto: Robert Fischer -
Lukas Kranzelbinder, Foto: Robert Fischer -
Lukas Kranzelbinder, Foto: Robert Fischer -
Mario Rom, Foto: Robert Fischer -
Mario Rom, Foto: Robert Fischer -
Mario Rom, Foto: Robert Fischer -
Nikolaus Dolp, Foto: Robert Fischer -
Oliver Potratz, Foto: Robert Fischer -
Oliver Potratz, Foto: Robert Fischer -
Oliver Potratz, Foto: Robert Fischer -
Yvonne Moriel, Foto: Robert Fischer -
Herbert Pirker, Foto: Robert Fischer -
Lukas Kranzelbinder, Foto: Robert Fischer
Shake Stew - Porträt bei jazz-fun.de
Aktuelles Doppel-Album: Ten One Two
Aktuelle Tourdaten: https://shakestew.com/dates/
TV-Doku im ORF: https://on.orf.at/video/14224126/Shake-Stew-Jazz-fuer-alle
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