Rezension des Albums "Holler Serenade" von Adam Rose & Mountain Jazz Quartet
Adam Rose & Mountain Jazz Quartet
Holler Serenade
Erscheinungstermin: 26.06.2026
Label: self released, 2026
Die schönsten Begegnungen brauchen keinen Plan – nur offene Ohren und Freude am gemeinsamen Klang
Es gibt Aufnahmen, bei denen man vom ersten Ton an spürt, wie viel Freude im gemeinsamen Musizieren steckt. Holler Serenade von Adam Rose & Mountain Jazz Quartet gehört genau zu dieser Kategorie. Das Album lebt von Spontaneität, gegenseitigem Zuhören und einer musikalischen Offenheit, die jeden einzelnen Titel frisch und lebendig wirken lässt.
Entstanden ist die Aufnahme innerhalb eines einzigen Tages – live im Studio und ohne den Anspruch, jede Unebenheit zu glätten. Gerade diese Unmittelbarkeit macht den besonderen Reiz des Albums aus. Die Musiker begegnen einander mit großer Aufmerksamkeit und entwickeln ihre Ideen gemeinsam weiter, sodass jede Improvisation wie ein natürliches Gespräch erscheint.
Adam Rose bringt dabei unterschiedliche musikalische Welten zusammen. Seine Wahlheimat Asheville in North Carolina mit ihrer lebendigen Jam-, Bluegrass- und Americana-Szene trifft auf die Sprache des modernen Jazz. Groove, Swing, Funk und melodische Songstrukturen verbinden sich zu einer Musik, die sich nicht zwischen den Genres entscheiden muss. Statt Gegensätze zu betonen, lässt Rose sie selbstverständlich ineinanderfließen.
Besonders überzeugend ist die entspannte Atmosphäre, die das gesamte Album durchzieht. Die Stücke besitzen einen natürlichen Puls, laden zum Mitgehen ein und entwickeln dabei genügend Freiraum für improvisatorische Entdeckungen. Virtuosität ist vorhanden, drängt sich jedoch nie in den Vordergrund. Viel wichtiger ist das gemeinsame Klangbild, das von gegenseitigem Vertrauen und einer spürbaren Lust am Musizieren getragen wird.
Auch der Sound des Albums trägt wesentlich zu seiner Wirkung bei. Die Instrumente behalten ihren warmen, natürlichen Charakter und entfalten sich ohne übermäßige Effekte oder klangliche Spielereien. Gerade diese Klarheit verleiht der Musik eine besondere Nähe. Jeder Ton wirkt authentisch, jeder musikalische Gedanke nachvollziehbar.
Holler Serenade möchte nicht durch spektakuläre Experimente überraschen. Seine Stärke liegt vielmehr in der Ehrlichkeit des musikalischen Ausdrucks. Die Verbindung aus eingängigen Melodien, groovenden Rhythmen und offener Improvisation schafft eine Atmosphäre, die gleichermaßen entspannt wie inspirierend wirkt.
Mit Holler Serenade legt Adam Rose gemeinsam mit dem Mountain Jazz Quartet ein Album vor, das die Freude am gemeinsamen Spiel in den Mittelpunkt stellt. Es verbindet die Offenheit der amerikanischen Jam-Tradition mit der Sprache des Jazz und überzeugt durch Wärme, Natürlichkeit und eine ansteckende musikalische Leichtigkeit.
(Jacek Brun, 23.07.2026)
Besetzung
Adam Rose - Guitar
Steve LaSpina - Bass
Taylor Pierson - Piano, Keyboards
Jeff Sipe - Drums
Titelliste
- Sailing On the Potomac
- Bye Bye Blackbird
- Fog Valley Sunrise
- Haywood Commons
- Double Entendre
- Little Ms. Understanding
- Theresa’s Journey
- The Turnaround
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