Jazz News

Wollny und Landgren

Herzerwärmendes braucht man in dieser Zeit. Das geben auch zwei Musiker der Extraklasse, die den Zuhörer im Duo auf eine träumerische Reise mitnehmen: Michael Wollny (p) und Nils Landgren (voc, tb) gastierten am 10. Oktober 2020 im Duo beim Jazzfestival Esslingen, das Covid-19-bedingt auf nur zwei Konzerte insgesamt reduziert war.

Andreas Hourdakis - Underworld

Nicht viele Gitarristen sind so vielseitig wie Andreas Hourdakis. Seine Konzerte gab er in renommierten Jazzlokalen, schweißtreibenden Rockclubs und sogar in Schwedens größten Arenen. Im Jazz haben ihn seine Beiträge zu Magnus Öströms Band, Lars Danielsson, Karin Hammar, Sebastian Studnitzky, Jeanette Lindström, Joakim Milder, um nur einige zu nennen, auf einige der angesehensten Jazzbühnen Europas gebracht – aber in jeder Umgebung, in der er spielt, ist sein einzigartiger Klang unverkennbar.

Stefano Bollani mit „Piano Variations on Jesus Christ Superstar“ beim Jazzfestival Esslingen

Trotz widriger Umstände konnte das 6. Jazzfestival Esslingen dank des energischen Engagements von Maximilian Merkle und seinem Team in modifizierter Form stattfinden. Stefano Bollani war in Esslingen bereits beim Festivalauftakt 2015 ein Programmhöhepunkt. So erwartete das Publikum mit den obligatorischen Masken und viel Abstand zueinander in der Stadtkirche St. Dionys den Meister, der zur Begrüßung mit einem Tribut für den am 6. Juli in Rom verstorbenen Ennio Morricone sein Konzert begann.

Eyot - 557799

Der Name des Albums lautet 557799, nach der Kompositionsnummer 7, bei der es um das durchgehende Rhythmusmuster geht. 5/8 5/8, 7/8 7/8, 9/8 9/8. Diese 3 ungeraden Rhythmen sind die Grundlagen der traditionellen Musik des Balkans, aber für uns ist das mehr als nur die Nummer - es ist der Inbegriff des Lebens und der Geschichte, die in diesem Teil der Welt immer schon turbulent war. Das ist unser Herzschlag. Es ist eine Merkwürdigkeit voller Leben und Emotionen.

Jarrod Lawson - Be The Change

Wir verlosen 3 x CD Jarrod Lawson - Be The Change. Das Album wird am 30.10.2020 bei Dome Records veröffentlicht. Sie können jetzt das Album bei uns gewinnen.

Yumi Ito - Little Things

Offizielles Musikvideo für die Single "Little Things" aus dem Album "Stardust Crystals" von Yumi Ito. Album erscheint am 20.11.2020 auf allen Plattformen.
MusikerInnen: Yumi Ito (vocals, composition, arrangement, lyrics), Marina Tantanozi (flute), Sam Barnett (altosax), Enrique Oliver (tenorsax, bassclarinet), Victor Darmon (violin), Hugo Van Rechem (viola), Joachim Flüeler (cello) , Esther Sévérac (harp), Izabella Effenberg (vibraphone, array mbira), Kuba Dworak (doublebass), Phelan Burgoyne (drums)

Ganna Gryniva

Ganna Gryniva ist eine ukrainische (*04.07.1989), in Deutschland lebende Sängerin, Pianistin und Komponistin. Aufgewachsen in der Ukraine und Deutschland sucht Ganna nach Wegen ihre verschiedenen kulturellen Wurzeln zum Ausdruck zu bringen. Ihre Arbeit als Bandleaderin und Komponistin kombiniert Musikwelten von Jazz über ukrainischen Folk bis hin zu klassischer und experimenteller Musik. 2018, 2019 und 2020 erhielte Ganna (drei Jahre in Folge) das Stipendium der Neuen Liszt Stiftung.

Das Eismeer - Live im Sowieso Neukölln

Die Musik des Trios ‚Das Eismeer‘ hat etwas schwebend Mildes und Entschleunigtes. Sie klingt melancholisch nordisch und nach Weite. Doch wie es schon der treffende Bandname anzeigt, kann auch schroff das Tempo der ausgewogenen Ereignisse angezogen werden. Es ist, als würde sich eine innere Leinwand mehr und mehr mit den bewussten Bildern im Kopf entfalten. Insofern ist das eine Art musikalischer Impressionismus, ausgewogen, leise und doch nachdrücklich. Es zählt der Gruppenklang und nicht das solistische Lospreschen des Einzelnen. Je länger man hört und sich bewusst einlässt auf dieses gleichberechtigte Musizieren, umso mehr gewinnen diese Klänge an Tiefenschärfe.

I am the master of my fate: I am the captain of my soul

Statt wie gewohnt im stimmungsvollen Esslinger Jazzkeller in der Webergasse fand sich das treue Publikum entspannt und in gehörigem Abstand im „Komma“ wieder. Anke Helfrich, hier am zierlichen Piano statt am Flügel, Dietmar Fuhr neben ihr am Bass und der WDR-Jazzpreisträger Jens Düppe, der das Trio temporeich als Schlagzeuger ergänzt. Nach langer Pause ist das Trio nun endlich wieder live zu erleben und beginnt mit „Aspettami„ sofort das Publikum zu verzaubern.

Nils Wogram solo - Bright Lights

Was zum Beispiel auf Klavier oder Gitarre längst zur Normalität gehört, mutet auf der Posaune immer noch ungewohnt an, um nicht zu sagen gewagt. Dabei hat diese andernorts ungewöhnliche Konstellation im deutschen Jazz durchaus Tradition. Albert Mangelsdorff und Conny Bauer haben es vorgemacht und ihr Instrument auf mehreren stilprägenden Alben und unzähligen solitären Konzerten als Soloinstrument präsentiert. Mit seinem Solodebüt ‚Bright Lights‘ schließt Nils Wogram nicht nur an diese große Tradition an, sondern eröffnet ihr gleichzeitig völlig neue Perspektiven.

Frida - Freedom Of Fight

Drei Stimmen, Bass und Schlagzeug – schon auf den ersten Blick wird das Besondere dieses Quintetts offensichtlich. Die ungewöhnliche Besetzung ist aber nur ein charakteristisches Markenzeichen der Band, ein weiteres ist Fridas Repertoire. Couragiert und leichtfüßig, aber niemals leichtfertig lässt es Stil- und Genregrenzen rund um zeitgenössischen Jazz hinter sich. Auf ihrem Debütalbum Freedom of Flight präsentiert Frida intensive Poesie-Vertonungen, individuelle Neudeutungen von Pop-Hits und eigene Kompositionen. Allen gemeinsam ist dieser spezielle, so vielleicht noch nie gehörte Frida-Sound, der Himmel und Erde zu verbinden scheint. Hier die oft glockenklaren, manchmal geradezu schwebenden, dann wieder nachdrücklichen oder lautmalerischen Stimmen. Dort ein knurrig-holziger, zuweilen absichtsvoll rau gestrichener Kontrabass und ein pointiert und dynamisch gespieltes Schlagzeug.

Bastian Stein Trio - An Eel’s Trip

Die Grenzen zwischen Tradition und Avantgarde sind im Jazz längst verwischt. Worauf es im Jahr 2020 ankommt, ist einzig Individualität. Der in Köln lebende Trompeter Bastian Stein ist ein ausgeprägter Individualist, der uns in seiner Musik einen tiefen Einblick in die Welt seiner Gefühle, Empfindungen und Maximen gewährt.

Konzentrat und weite Räume - Phishbacher im Corona – Modus

Lyrisch, melodischer Einstieg, ein Solo – Piano – Intro, aber von Beginn an spürbar: die vibrierende Energie die im diesem Phishbacher Power – Paket lauert, die zu jeder Sekunde ausbrechen kann und die das auch immer wieder tut. Weil es täglich mehr Risikogebiete in Europa gibt, sagt Walter Fischbacher mit einem Lachen in seinem markigen Gesicht, habe er keine Ahnung, wie`s und ob`s überhaupt weitergeht mit der Tour. Und vielleicht deshalb, womöglich gerade deshalb powert dieses Trio von Beginn aus dermaßen los. In das Piano Intro sind längst der am Vorabend rekrutierte ‚Ersatzbassist‘ Cliff Schmitt und Ulf Stricker an den drums eingestiegen...

Gediminas Karkauskas - Lost Suite

Gediminas Karkauskas nahm sich Zeit für die Veröffentlichung seines ersten Albums. Auf die Frage "Warum jetzt?" - "Ich habe Jahre damit verbracht, den klassischen Jazz durch Improvisation in einem zeitgenössischen Jazzkontext zu beeinflussen. Ich würde sagen, ich bin offener geworden, meine Musik mit dem Zuhörer zu teilen. Es ist ein experimentelles Projekt, das Jazz aus klassischen Einflüssen schafft und Raum für Improvisation in einem zeitgenössischen Jazz-Rahmen bietet...

Uli Rennert - codeRED

"codeRED" ist ein Stück Musik geworden, das vor allem in Sachen Sound weit aus dem gewöhnlichen musikalischen Rahmen fällt. Uli Rennert entlockt seinen Instrumenten – dem Synthesizer und der Lap-Steel-Gitarre – Klänge, die futuristisch bis psychedelisch anmuten und im Zusammenspiel mit Bass und Schlagzeug irgendwo zwischen Komposition und Improvisation eine wirklich ganz eigene Atmosphäre entwickeln. Man durchfliegt den leeren und stillen Raum, man trifft auf chaotische Ereignisse, man wird Zeuge von mächtigen Ausbrüchen und Explosionen. (Michael Ternai)

Full House Jazz Project - Just Riding Home

Das Full House Jazz Project Debut Album "Just Riding Home“ ist seit dem 12. Juni 2020 bei allen bekannten digitalen Streaming-Diensten weltweit verfügbar, sowie als CD-Pressung erhältlich über facebook.com. Die LP ist entstanden als eine Zusammenarbeit von verschiedenen internationalen und lokalen Musikern mit Hintergründen in den Bereichen Soul, Fusion, Funk, R&B und Jazz.

Nils Wograms

Nicht einfach, diese Musik einzuordnen: Rund 50 Besucher kamen am Montagabend in den Reutlinger Pappelgarten, um dem Jubiläumskonzert von Nils Wograms Quartett Root 70 beizuwohnen – ein emotionales Erlebnis, gepaart mit gewagtem Grenzgängertum.

Sooäär-Yaralyan-Ounaskari - Goodbye July

Was ist ein Trio aus Gitarre, Bass und Schlagzeug, das melodischen Jazz mit einigen Elementen nordischer Folklore und europäischer Klassik spielt? Die Antwort kam dem estnischen Gitarristen Jaak Sooäär, als er sich die Ergebnisse der Aufnahmesession des Trios anhörte, das 2018 ihr Debütalbum “A Shooting Star” (o-tone music) werden sollte. Die Musik klang wie ein Klaviertrio, nur ohne ein Klavier in der Band. Die Rock-orientierten Trios mit Gitarre, Bass und Schlagzeug werden auch als “Power-Trios” bezeichnet. Im polyphonen Zusammenspiel der drei Musiker entstand ein Klang der sich eher nach luftigen Landschaften, ähnlich dem europäischen Klaviertrio-Sound anhörte.

Philip Zoubek Trio - Nonplaces

Die neue CD des Philip Zoubek Trios präsentiert einen ungewöhnlichen Zugang zum gängigen Format des Pianotrios. Die Musiker begreifen die tradierte Form als Herausforderung, dass da noch etwas zu holen ist. Mit extremer Dynamik, unverbrauchten Wendungen, konziser Präzision und immenser Spielfreude schreiten sie punktgenau immer anders gesteckte Rahmen aus. Man hört ein klares Statement, wie es nur ein bestens eingespielter Organismus abgeben kann. Man hört anregende Trialoge in konstruktiver Spontaneität, die sich für ihre Aufbrüche nicht bei Vorbildern rückversichern muss.

Bastien Keb - The Killing of Eugene Peeps

Eine Ode an Giallo, 70er Jahre Kriminalfilme und das französische „New Wave“ Kino: Bastien Keb’s drittes Album 'The Killing of Eugene Peeps' ist ein fiktionaler Soundtrack, der aus Downbeat- Anti-Balladen, kinematischen Instrumentals, psychedelic-Folk und verzerrten Selbstgesprächen besteht. Ursprünglich bestand es aus drei Teilen: Filmscore, Soundtrack und „zufällige“ Musik; Das Album entwickelte sich wie in einem Traumzustand, Ein Erzähler führt den Hörer abschnittweise durch die Songs zwischen Sehnsucht und Reue: “I always wanted more, I always hoped there was more”.

Ground 71 - Ground 71

Ground 71 ist ein italienisches Instrumentalensemble, das von Giampiero Locatelli (Klavier, Rhodos), Stefano Dallaporta (Kontrabass und E-Bass) und Andrea Grillini (Schlagzeug) gegründet wurde. Sie trafen sich und begannen 2015 zusammen zu spielen, und von Anfang an waren ihre Interessengebiete auf die Konzepte Form, Raum und Metrum ausgerichtet.

Zuzana Leharova Quartet - Knochenmann

Die Violine und der Jazz – trotz herausragender Protagonisten wie Stéphane Grappelli, Jean- Luc Ponty oder Regina Carter von jeher ein nicht gerade allzu inbrünstiges Liebesverhältnis. Mit der Geigerin Zuzana Leharova versucht nun erstmals ein Mitglied der Jazz thing Next Generation, die sorgfältig gepflegten Vorurteile mit einem Bogenstrich in Luft aufzulösen. Die Mittel, die sie dabei verwendet, könnten authentischer kaum sein. In der Slowakei geboren, besitzt Leharova die österreichische Staatsbürgerschaft, lebt aber in Köln. Ein unorthodoxer, extrem spannender Mix aus Herkünften und stilistischen Einflüssen, aus Identitätssuche und Zugehörigkeit, aus Abenteuerlust und Entschlossenheit, der in jeder Sekunde ihre Musik und ihr Violinspiel bestimmt.

Mark Wade - Songs from Isolation

Der Bassist Mark Wade hat mit seinem Trio und seiner 2015 erschienenen Debütaufnahme Event Horizon und der 2018 erschienenen Folgeaufnahme Moving Day internationale Anerkennung erlangt. Der beliebte New Yorker Bassist ist dreimaliger Finalist bei der Leserwahl des Downbeat Magazine. Für seine 2020 erscheinende Veröffentlichung Songs From Isolation tritt Wade allein auf und präsentiert ein einzigartiges Soloprojekt. Die fünf in diesem Werk enthaltenen Titel bestehen aus Musik, die ausschließlich auf dem akustischen und elektrischen Bass gespielt wird.

Black Art Jazz Collective - Ascension

Das Black Art Jazz Collective wurde 2012 von Wayne Escoffery und Jeremy Pelt mit dem Ziel gegründet, die Kunst einiger der Vorfahren des Jazz zu ehren und zu bewahren, die sie inspiriert, angeheuert und aus erster Hand betreut haben.

Anja Schumann - Ganz Neu

"Ganz neu" ist der Titel von Anja Schumann neuester Platte. Passend zum Corona-Jahr 2020, in dem alles anders und ganz neu ist. Die Sängerin und Komponistin wünschte sich am Ende des letzten Jahres, als sie die Zeilen schrieb: „Und nächstes Jahr mach ich frei, das nächste Jahr wird ganz neu.“ – eigentlich nur etwas weniger Arbeit, mehr Zeit zum Durchatmen. Nun ist es so gekommen, wenn auch ganz anders als erwartet.

Linntett - A Traveller's Tale

Ella Fitzgerald und die Stadt Berlin werden bis in alle Ewigkeit durch ein Konzert verbunden bleiben, das die „First Lady of Jazz“ im Februar 1960 in der Berlin Deutschlandhalle vor einem begeistert rasenden Publikum gab. Ellas Produzent, der legendäre Verve-Gründer Norman Granz, hatte die erfreuliche Angewohnheit, die wichtigsten Liveauftritte seiner Künstlerin mitzuschneiden. Viele davon erschienen auf LP, andere aber verschwanden für immer in den Archiven. Der Mitschnitt des Berliner Konzertes erschien noch im selben Jahr unter dem Titel „Mack The Knife - Ella in Berlin“ als Verve-LP und wurde zu einem der größten Erfolge der Künstlerin.

Linntett - A Traveller's Tale

Die 26-jährige Baritonsaxofonistin Kira Linn war schon als Jugendliche von Bigbands, wie denen von Count Basie oder Duke Ellington, fasziniert. 2016 gründete sie mit dem „Linntett“ ihre eigene kleine Bigband, mit der sie jetzt ihr zweites Album vorlegt. In „A Traveller’s Tale“ geht es – wie der Titel erahnen lässt – um Reisen in Städte und an besondere Orte. Und um Begegnungen mit Menschen.

Jeremy Pelt - The Art Of Intimacy Vol.1

Jeremy Pelts unstillbare Neugier hat ihn zu einem der facettenreichsten Jazzkünstler gemacht. Ob als Leader, Sideman, Begleiter oder Komponist, hat er fast jeden Aspekt und jedes Genre des Jazz untersucht, von elektrisch bis eklektisch, von Be-Bop bis Free-Bop. Hier schließt sich Pelt mit dem legendären George Cables am Klavier und Peter Washington, der die Bassslinien spielt, zusammen.

Tingvall Trio - Dance

Das Tingvall Trio braucht keine Vorstellung mehr. Wer zu der Handvoll von Jazz Künstlern aus Deutschland gehört, die auch international den Durchbruch geschafft haben, wer neben drei ECHO JAZZ AWARDS auch mit allen Studioveröffentlichungen GOLD Status erreicht hat, dessen neue Veröffentlichung wird mit Spannung erwartet.

Susan Weinert Rainbow Trio - Der Baum vor meinem Fenster

Mit ihrer 14. CD “Der Baum vor meinem Fenster“, überreicht uns Susan Weinert ein Abschiedsgeschenk, denn am 02.03.2020 verstarb die sympathische Gitarristin & Komponistin, die über Jahrzehnte unermüdlich an ihrem eigenen Klangkosmos feilte, sich stetig weiterentwickelte und immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen war. In über 3000 Konzerten in der ganzen Welt präsentierte sie ihre Musik einer stetig wachsenden Fangemeinde.