Céline Rudolph

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Céline Rudolph, Foto: Gregor Hohenberg

Biographie

Céline Rudolph (* 1969 in Berlin) ist eine deutsche Jazzmusikerin.

Die Sängerin und Weltenbummlerin Céline Rudolph bewegt sich zwischen Berlin, São Paulo, Paris und New York, zwischen experimentellem Jazz, brasilianischer Musik, afrikanisch angehauchter Musik, eindringlich interpretierten Chansons und urbanen Singer-Songwriter-Sounds. Sie lässt sich treiben zwischen Genres, Sprachen und Städten und landet immer wieder punktgenau in der Musik.  

Geboren in Berlin, aufgewachsen mit der Plattensammlung ihrer französischen Mutter, die Chansons liebt, und ihres deutschen Vaters, der Jazz und brasilianische Musik liebt, komponiert Céline zunächst autodidaktisch am Klavier und schreibt mit 12 Jahren ihre ersten französischen Songs auf der Gitarre. Zum Geburtstag bekommt sie einen kleinen Fostex 4-Spur-Recorder, es ist Liebe auf den ersten Blick! Zum ersten Mal können mehrere Melodien übereinander gelegt werden, ein Gefühl für kompositorische Komplexität wächst und der Spaß am Produzieren sorgt für eine frühe, beflügelnde Eigenständigkeit.

„Musik ist wie Atmen, sie war immer da“, sagt sie und erinnert sich, wie der Vater beim Gitarrespielen eine Pause ließ, damit die Kinder hinein improvisieren konnten. Schon früh verliebt sie sich in die brasilianische Sprache, schreibt poetische Texte auf Deutsch und Französisch. Zunächst studiert sie Philosophie, dann tauscht sie den Schreibtisch gegen die Bühne und studiert Jazzgesang und Komposition. Sie improvisiert mit Bobby McFerrin, lernt beim Djembemeister Famoudou Konaté, reist nach Brasilien und Westafrika und erfindet sogar eine eigene Lautsprache. Von der Presse als „eine der schönsten europäischen Jazzstimmen“ (Stefan Franzen, Badische Zeitung) gefeiert, wird sie von Kollegen wie Lionel Loueke, Burniss Travis, Bobby McFerrin, Gary Peacock, Naná Vasconcelos, Lee Konitz, Wolfgang Haffner oder Till Brönner geschätzt, mit denen sie bereits auf der Bühne stand und im Studio arbeitete.

Tourneen führten Céline Rudolph durch Europa, Asien, Süd- und Nordamerika. Allein in Brasilien entstanden drei Alben: BRAZAVENTURE feat. Marcos Suzano (enja 2007), METAMORFLORES feat. Naná Vasconcelos/ Till Brönner (enja 2009), für das sie 2010 mit dem Echo Jazz ausgezeichnet wurde, und SALVADOR (Verve, Universal 2011), eine Hommage an Henri Salvador in einer deutschen und einer französischen Version.

Seit 2015 arbeitet sie mit dem in New York lebenden und in Benin verwurzelten Gitarristen Lionel Loueke zusammen, mit dem sie das Duo-Album OBSESSION (2017) aufnahm, das von Ralf Dombrowski als faszinierend persönliche und packende Songmischung" gelobt wurde (Echo Jazz und Nominierung Jahresliste Deutsche Schallplattenkritik 2018). Das Duo tourte durch sieben westafrikanische Länder sowie durch Europa und Südkorea. „This is a very unique project because there are no boundaries. Ich wusste von Anfang an, dass wir irgendwie vom selben Stamm sind“, sagt Lionel Loueke.

Auf ihr Duoalbum OBSESSION folgte das Album PEARLS (2019), auf dem neben Lionel Loueke auch Leo Genovese, Burniss Travis und Jamire Williams zu hören sind, die man sonst aus den Bands von Glasper, Spalding und Co. kennt. „One of the jazz vocal records of the year without a shadow of a doubt, and the main reason for this, besides her fine voice, is the quality of the composition arc and the great sweep of style at play throughout“, schreibt der Brite Stephen Graham in Marlbank.

Neben dem Duo mit Lionel Loueke spielt Céline auch Solo, wobei sie Loops, Effekte, Perkussion und Gitarre kombiniert. Dieses Set-up setzt sie nun in ihrem neuen Projekt SONIQS ein. SONIQS wurde gemeinsam mit dem Multiinstrumentalisten und Soundtüftler Sebastian Merk gegründet, der eigens ein Drumset entwickelt hat, das Keyboards, Elektronik und Videokunst kombiniert und ihm ein sehr freies und intuitives Agieren ermöglicht. Zu seinen klanglichen Mitteln gehören auch sezierte, gesampelte Vokal-Puzzleteile von Célines Stimme, die er durch Klangfilter schickt und rhythmisch neu zusammensetzt, sowie ganze vokale Melodielinien, die als geloopte „Songlines“ den Kompositionen zugrunde liegen. Die durchaus komplexe Musik behält dabei immer ihre Leichtigkeit und spielerische Songqualität. Neben der Musik schreibt Céline Rudolph auch von der Musik unabhängige Texte, „Poems“, die SONIQS spontan vertonen. Sie werden live immer wieder neu auf Klangreise geschickt und zu neuen Songs verarbeitet.

Diskographie

  • Soniqs, 2023
  • Pearls, 2019
  • Obsession, 2017
  • Salvador, 2011
  • Metamorflores, 2009
  • Brazaventure, 2007
  • Segredo, 1996
  • Paintings, 1994

Links

Céline Rudolph Internetseite:
https://www.celinerudolph.com/

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