Echoes Of Swing - Blue Pepper

Echoes Of Swing - Blue Pepper

Echoes Of Swing
Blue Pepper

Erscheinungstermin: 27.09.2013
Label: ACT, 2013

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Besetzung:
Colin T. Dawson / trumpet, vocals on 3, 8 & 12
Chris Hopkins / alto sax
Bernd Lhotzky / piano, celesta on 9
Oliver Mewes / drums

Als Neuzugang zur ACT-Familie überrascht – auf den ersten Blick – eine Band, die klassischen swingenden Jazz spielt, von den Zwanzigern bis in die Fünfziger, von New Orleans Jazz, Ragtime, Harlem Stride und Swing bis zum frühen Bebop, von Bix Beiderbecke bis Charlie Parker. Doch zum einen war ACT-Chef Siggi Loch seit jeher der Überzeugung, dass nur derjenige den Jazz der Zukunft schaffen kann, der seine Tradition kennt. Zum anderen ist es eines der herausragenden Merkmale des Jazz, Bekanntes zu nehmen und in Neues zu verwandeln. Und schließlich sind Echoes Of Swing, die nun mit „Blue Pepper“ ihr ACT-Debüt vorlegen, alles andere als eine der üblichen Oldtime-Bands. National wie international sorgen sie mit ihrem einzigartigen Spielkonzept für Furore:

„Obwohl jeder für sich und individuell ein Meister ist, präsentieren Echoes Of Swing gemeinsam einen Jazz-Ansatz wie kein anderes Quartett“, findet niemand Geringeres als Dick Hyman, die 85-jährige Piano-Legende, die wahrscheinlich den Weltrekord an Plattenaufnahmen hält, mit allen großen Meistern gespielt hat und für die Soundtracks fast aller Woody-Allen-Filme verantwortlich ist. „So viel Vollkommenheit war selten. Traditionsbewusstes, zeitgenössisches Musikschaffen vom Allerfeinsten“, hat Joe Kienemann noch als „Mister Jazz“ des Bayerischen Rundfunks erklärt. „Die Echoes verblüffen und verzaubern durch ihre vielgestaltige Reichweite und ihre konsequente Originalität. Kein Echo, sondern Neuschöpfung“, ergänzt Dan Morgenstern, ehemaliger Chefredakteur des „Downbeat“. Das führende Jazzmagazin der USA würdigte ihr letztes Album „Message From Mars“ mit bemerkenswerten 4 Sternen. Weiterhin wurde das Album in Frankreich mit dem „Prix de l'Académie du Jazz“ ausgezeichnet und erhielt in Deutschland den renommierten „Preis der Schallplattenkritik“. „Sie stecken immer voller Überraschungen, haben ein profundes Verständnis der Literatur und spielen die Musik von innen heraus. Wie sie das alles mit nur vier Instrumenten machen, geht über meinen Horizont“, bekundet schließlich Scott Hamilton, der aktuelle anerkannte Großmeister des Mainstream-Jazz-Saxofons.

Vier von vielen prominenten Stimmen, die die Stärken und das außergewöhnliche Konzept von Echoes Of Swing, genau erkannt und benannt haben. Hier geht es nicht um Traditionspflege. „Im frühen Jazz wurde etwas sehr Kunstvolles erreicht, das trotzdem verständlich blieb. Die Formen sind meist relativ einfach und das harmonische Material übersichtlich, und doch steckt diese Musik voller lange nicht ausgereizter Nuancen, die es zu entdecken und zu meistern gilt”, so erklärt Pianist Bernd Lhotzky seine Faszination für die musikalische Basis von Echoes Of Swing.

Die in der Jazzgeschichte recht einzigartige Quartettbesetzung mit zwei Bläsern, Piano und Schlagzeug ist kompakt und flexibel zugleich und bietet alle Freiräume für swingende Dialoge und improvisierte Interaktion. Man hört in jedem Ton die komplette, von der Klassik bis zum Jazz reichende musikalische Erziehung aller vier, die ebenso Basis des unverwechselbaren Bandsounds ist wie das in der von Solisten geprägten Jazzszene außergewöhnlich lange Bestehen: In 15 Jahren, auf Tourneen rund um die Welt und mit der Arbeit an bislang sechs CDs haben sich die Vier zu einer konkurrenzlos harmonierenden „working band“ gefunden. Eine, für die das „Great American Songbook“ inzwischen nur noch eine von vielen Quellen der Inspiration ist. Seit langem sind die Echoes auch auf der Suche nach dem Verborgenen, dem Exquisiten. Überdies wuchs Jahr für Jahr das Selbstvertrauen, eigene Kompositionen zu schreiben. All das findet sich nun auch auf „Blue Pepper“, und zwar wie gewohnt hinreißend „sophisticated“, abwechslungsreich, geschmackssicher und stets witzig.

Mit dem ihnen eigenen Sinn für Humor gaben sie sich für „Blue Pepper“ die Farbe oder auch Stimmung Blau als Vorgabe. Was mit Ellingtons titelgebendem Stück beginnt, das hier als mitreißender, harmonisch neu gedachter Hardbop mit einem an Ramsey Lewis erinnernden Klavier von Lhotzky erklingt. Das Farbspiel geht dann vom hier in die dreißiger Jahre gebeamten mediterranen „Azurro“ Paolo Contes (berühmt geworden allerdings durch Adriano Celentano) über ein mexikanisches „La Paloma Azul“ bis zum uramerikanischen „Azure“ Duke Ellingtons. Raritäten wie Joe Bishops „Blue Prelude“, die Colin Dawson auch Gelegenheit für seinen entwaffnend natürlichen Jazzgesang bieten, sind ebenso vertreten wie Fats Wallers „Wild Cats Blues“ oder – herausragendes Beispiel des Klangfarbenreichtums und der phänomenalen Arrangierkünste der Echoes – der Hart/Rodgers-Evergreen „Blue Moon“ bis zu virtuosen eigenen Stücken wie Hopkins' „Blue & Naughty“ oder Lhotzkys „Out Of The Blue“.

Wenn noch Zweifel bestehen, dass der Jazz die „Zweite Klassik“ ist – Echoes Of Swing räumen sie mit „Blue Pepper“ aus.

  1. Blue Pepper
  2. Azzurro
  3. Blue Prelude
  4. La Paloma Azul [The Blue Dove]
  5. Blue & Naughty
  6. Blue Moon
  7. Black Stick Blues
  8. Blue River
  9. Out Of The Blue
  10. Aoi Sanmyaku [Blue Mountain Range]
  11. The Smurf
  12. Blue Gardenia
  13. The Blue Medicine [Radovan‘s Remedy]
  14. Wild Cat Blues
  15. Azure

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