Helveticus - Our Way

Helveticus - Our Way - Albumcover
Helveticus - Our Way

Helveticus
Our Way

Erscheinungstermin: 24.05.2024
Label: Blaser Music, 2024

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jazz-fun`s recap:

Magische Musik voller Leichtigkeit, Schwung und Raum, in der die Kompositionen nur eine Einladung zur Improvisation sind. Jeder Musiker ist ein Meister auf seinem Instrument, das hört und spürt man. Es ist ein kohärentes und stimmiges Album, logisch im Ganzen wie in den einzelnen Kompositionen, exzellent gespielt und produziert. (Jacek Brun, 28.05.2024)

Daniel Humair - drums
Samuel Blaser - trombone
Heiri Känzig - bass

Sie könnten Grossvater, Vater und Sohn sein: Schlagzeuger Daniel Humair, Bassist Heiri Känzig und Posaunist Samuel Blaser. 85, 66 und 42 Jahre sind sie alt, doch die drei Musiker begegnen sich hier auf Augenhöhe - in einem hellwachen Gespräch, das Tradition und Moderne, Lyrik und Dramatik, Innigkeit und Witz verbindet. Alle drei sind nicht nur Meister ihres Instruments, sondern auch Bandleader und Komponisten von Rang. In diesen Funktionen, aber auch als Sidemen, sind sie in der weltweiten Jazz-Community anerkannt und bestens vernetzt. 2020 debütierte das All-Star-Trio mit dem Album 1291, dessen Titel sich auf das Jahr bezieht, in dem der Bundesbrief, das älteste Verfassungsdokument der Schweiz, verfasst wurde. Nun legt die Band mit Our Way einen überzeugenden Zweitling vor.

Das neue Album folgt einem ähnlichen Konzept wie sein Vorgänger: Es enthält wiederum Eigenkompositionen, Jazzstandards sowie Bearbeitungen von Schweizer Volksliedern aus verschiedenen Landesteilen. Doch das Zusammenspiel des Trios ist - bedingt durch die zahlreichen Auftritte in der Zwischenzeit - noch dichter geworden, die drei Musiker können noch spontaner und ideenreicher interagieren. Deshalb hatten sie auch Lust, ihre bewährte Setlist, die im Wesentlichen auf dem ersten Album basierte, noch einmal substanziell zu erweitern.

"Das Trio war ursprünglich die Idee von Daniel Humair", erzählt Samuel Blaser, der Jüngste im Bunde und als Melodiker und Organisator zugleich so etwas wie der Leader - auch wenn Humair, der Maler am Schlagzeug, und Känzig, der Poet am Bass, weit mehr sind als blosse Begleiter. "Ich war zu Daniels 80. Geburtstag in Lyon eingeladen", erzählt Blaser. "Es gab viel Musik, Michel Portal war da, Stefano di Battista, Bruno Chevillon, wer noch alles, wir haben gejammt, und Daniel meinte, lass uns doch mit Heiri als Trio weitermachen. Er kannte den Bassisten schon gut, während ich ihn zwar immer bewundert, aber noch nie mit ihm gespielt hatte.

Die dreizehn Stücke auf Our Way haben es in sich. Ein ganzes Album nur mit Bass und Schlagzeug zu bestreiten, ohne das Sicherheitsnetz eines Harmonieinstruments, ist für einen Posaunisten eine noch anspruchsvollere Aufgabe als für einen Saxofonisten. "Die luftige Textur erfordert eine enorme Präsenz, gibt mir aber auch mehr Freiheit", sagt Samuel Blaser. "Das hat mich gefordert und inspiriert. Und auf meine beiden Mitmusiker konnte ich mich absolut verlassen; sie geben der Musik nicht nur ein solides Fundament, sondern spielen die Ideen immer wieder zurück und bringen eigene Ideen ein".

Engagement und Spielfreude sind in jedem Takt zu spüren. Eintönigkeit kann schon wegen der Vielfalt des Materials nicht aufkommen: Gelungene Eigenkompositionen - etwa Heiri’s Idea mit seiner herrlichen Ostinato-Figur im Bass oder der witzige Root Beer Rag - stehen neben den beiden Thelonious-Monk-Klassikern Jackie-Ing und Bemsha Swing, die Humair vorgeschlagen hat; eine Tessiner Mazurka und die anrührende rätoromanische Weise Chara Lingua della Mamma neben Duke Ellingtons Creole Love Call und dem unverwüstlichen Tiger Rag. Die Stücke werden aber nicht einfach zitiert, sondern auf originelle Weise transformiert, weiterentwickelt, manchmal auch verfremdet oder gar dekonstruiert.

Über Daniel Humair hat Ueli Bernays, langjähriger Jazzjournalist der NZZ, einmal den Satz notiert: "Wäre Buddha Schlagzeuger gewesen, er hätte gespielt wie Daniel Humair"; über Heiri Känzig schrieb Peter Rüedi, der Nestor der Schweizer Jazzkritik, er sei unter den erstaunlich vielen guten Schweizer Kontrabassisten der auffälligste und überwinde mit seinem sperrigen Instrument die Schwerkraft. Auch Samuel Blasers Spiel auf der von Natur aus eher schwerfälligen Posaune hat bei aller Kernigkeit, Farbigkeit und Sinnlichkeit etwas Schwebendes. So nimmt uns das Trio auf seinem fliegenden Teppich mit auf eine Reise ins Ungewisse.

Text: Blaser Music

  1. IRA
  2. Jackie-Ing
  3. Mazurka
  4. Heiris’ Idea
  5. Genevamalgame
  6. Chara lingua de la mamma
  7. Tiger Rag
  8. Warming up
  9. Bemsha Swing
  10. Root Beer Rag
  11. Hook
  12. Creole Love Call
  13. Traeume der Liebe

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