Intern. Jazzfestival Sparks & Visions

Regensburg

Sparks & Visions 2027: Acht Konzerte, zwei Deutschlandpremieren und ein Bach-Bogen als roter Faden

Mitten im Winter, wenn die Konzertsaison gerade erst beginnt, lädt Sparks & Visions vom 15. bis 17. Januar 2027 zum fünften Mal ins klassizistische Dreirangtheater am Bismarckplatz, im Herzen der UNESCO-Welterbestadt Regensburg.

Im Mai 2026 wurde das über 200 Jahre alte Haus zum Staatstheater ernannt. Für das Festival ändert sich damit vor allem der institutionelle Rahmen, die hervorragende Akustik und die besondere Nähe zwischen Musiker:innen und Publikum bleiben weiterhin bestehen und werden auch 2027 für die einzigartige Atmosphäre sorgen, die diesen Raum auszeichnet. Hier kommen Jazzliebhaber:innen und neugierige Neuentdecker:innen zusammen, um sich gemeinsam auf Klang und Begegnung einzulassen, und das mit einer Offenheit, die das Festival von Beginn an geprägt hat.

Festivalgründerin Anastasia Wolkenstein hat auch für 2027 ein Programm zusammengestellt, das Jazz denkbar weit fasst und seine Kraft aus stilistischer Vielfalt und starken Kontrasten zieht – von barocker Klaviermusik über walisische Folklore bis zum "contemporary multi genre" von SALOMEA, "Artist of the Year" beim Deutschen Jazzpreis 2026. 32 Musiker:innen aus 13 Ländern werden acht Konzerte an zwei Abenden und einem Vormittag spielen, darunter zwei Deutschlandpremieren. Und all das wird diesmal zusätzlich durch eine thematische Klammer zusammengehalten: was am Freitag mit Johann Sebastian Bach beginnt, kehrt am Sonntag zu ihm zurück, nur in vollkommen anderer Gestalt.

Staatstheater am Bismarckplatz, Regensburg
Staatstheater am Bismarckplatz, Regensburg; Foto: Sparks & Visions

Programm

 

Freitag, 15.01.2027
Den Auftakt macht die Pianistin Tamar Halperin gemeinsam mit dem Klanggestalter Guy Sternberg. Ihr Projekt GROUND. Bach now lässt Cembalo und Flügel mit dezenter Live-Elektronik verschmelzen und bringt barocke Formstrenge in einen Dialog mit Werken von Cage, Satie, Corea und eigenen Kompositionen. Es folgt Tomos Williams' Blodeugerdd: Der walisische Trompeter gibt mit seinem paritätisch besetzten Sextett seine Deutschlandpremiere und nimmt traditionelle walisische Melodien als Ausgangspunkt, aber nicht um sie museal auszustellen, sondern um sie in einem zeitgenössischen Ensemblespiel weiterzuführen, in dem der Stimme eine zentrale Rolle zukommt.

Den Freitagabend beschließt Nik Bärtsch's Ronin, das sich auf dem aktuellen Album Spin von seinem früheren "Zen-Funk"-Etikett gelöst hat: Die Musik ist direkter und drängender geworden. Geblieben ist die Obsession für ineinander verschachtelte rhythmische Zyklen, die Bärtsch selbst inzwischen lieber als "Nano-Funk" bezeichnet.


Samstag, 16.01.2027
Der Samstag setzt drei sehr unterschiedliche Temperaturen nebeneinander. Das Wajdi Riahi Trio – der Pianist stammt aus Tunesien, lebt heute in Brüssel und war Artist in Residence beim Brüsseler Jazzfestival – verbindet Jazztradition mit nordafrikanischer Rhythmik zu einem warmen, feinsinnigen Trioklang. Zum fünfjährigen Jubiläum kehren drei Viertel jener Band zurück, mit der Linda Fredriksson das allererste Sparks & Visions eröffnete: Fredriksson selbst, Schlagzeuger Olavi Louhivuori und Bassist Mikael Saastamoinen – damals als Juniper, heute in völlig anderem Zusammenhang. Als  Superposition, angeführt von Louhivuori, verzichtet das Quartett bewusst auf ein Harmonieinstrument und setzt auf kollektiv entwickelten Bandklang, auch auf dem neuen Album, welches sie präsentieren werden.
Den Abend schließt SALOMEA, die von Rebekka Salomea angeführte Band, deren wandlungsfähige Stimme ebenso selbstverständlich singt wie rappt: R'n'B, Soul, HipHop und Jazz verschmelzen ohne Berührungsängste zu einem Sound, der von der Reibung zwischen ausgearbeiteten Songs und Improvisation lebt. Beim Festival präsentiert die Band ihr brandneues Album axxxis, dessen Live-Version einige unerwartete Wendungen verspricht.


Sonntag, 17.01.2027
Zur Sonntagsmatinee gibt der in Amsterdam lebende Schlagzeuger und Komponist Guy Salamon mit „For Voices and Strings“ seines neuen Septetts ebenfalls seine Deutschlandpremiere: ein kammermusikalisch grundiertes, aber keineswegs braves Programm zwischen Melancholie, Swing, Punk und Polka. Den Schlusspunkt des Festivals setzen Vincent Peirani und François Salque mit ihrem Bach Project: Akkordeon und Cello nähern sich Bach nicht als Denkmal, sondern als Ausgangspunkt für eine Reise über Mendelssohn, Villa-Lobos und Brad Mehldau – und schließen damit den Bogen, den Halperin und Sternberg zwei Tage zuvor eröffnet haben.

Optisch bleibt Sparks & Visions dabei seiner Handschrift treu: Das von Künstler Karl Iaro gestaltete Bühnenbild mit seinen schwebenden gläsernen Mobiles kehrt auch 2027 zurück. Wie in den Vorjahren zeichnet zudem der Bayerische Rundfunk sämtliche Konzerte auf; die Mitschnitte werden zu einem späteren Zeitpunkt auf BR-Klassik gesendet.

So verbindet Sparks & Visions in seiner fünften Ausgabe eine jahrhundertealte Kompositionsfigur mit walisischer Folklore, nordafrikanischer Rhythmik und genreübergreifendem R'n'B und öffnet damit acht sehr unterschiedliche Zugänge zu der Frage, was Jazz heute sein kann.

Guy Salamon
Guy Salamon; Foto: Karen van Gilst

Informationen

Tagestickets und Festivalpässe in 5 Kategorien sind ab 12.10.2026 beim Staatstheater Regensburg (Theaterkasse und online) erhältlich.

Informationen zum Programm finden Sie unter www.sparks-and-visions.com.

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