Klaus Doldinger - Doldinger

Klaus Doldinger
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Klaus Doldinger
Doldinger

Erscheinungstermin: 29.04.2016
Label: Warner, 2016

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Klaus Doldinger wird 80 – und nutzt die Gelegenheit, um einige Lieblingsstücke aus seinemgut 400 Kompositionen umfassenden Werk einer Frischzellenkur zu unterziehen.„Jungbrunnen statt Ruhestand“ könnte die Devise heißen, nach der „der erfolgreichste Jazzmusiker desLandes“ (Jazz thing), außerdem allgegenwärtig als Komponist einiger derbedeutendsten Film- und Fernsehmusiken – vom Tatort-Thema über die Musik zu „DasBoot“ bis zu „Die UnendlicheGeschichte“ – , sein 35. Album produziert hat. Mit seinen beiden aktuellenBands – Passport und Passport Classic – und illustren Gästenwie Helge Schneider, UdoLindenberg,  Sasha, Max Mutzke, NilsLandgren und Dominic Miller veranstaltete Klaus Doldinger dafür im Januar2016 in seinem Studio eine Aufnahmesession als Vor-Geburtstagsparty. „Ich habedas Zusammenspiel mit anderen Musikern immer als etwas Besonderes, etwasBeglückendes empfunden“, sagt Doldinger. „Man kann ja auch viel mit Wortensagen, aber das ist dennoch kein Vergleich zu Tönen. Sie reichen über allesandere hinaus und sind von unbeschreiblicher Ausdrucksmöglichkeit. Das ist dieGrundessenz, die man mit dem Jazz in die Wiege gelegt bekommt und sich erhaltenmuss. Ich habe immer gespielt und keine Ambitionen, mich zurückzulehnen.“

Die modernisierte Rückschau auf diesem Albumist eher ungewöhnlich für Klaus Doldinger, den immer Neugierigen, den beständigtourenden und komponierenden Soundsucher zwischen Heute und Morgen, von densüdstaatlichen Blues-Sümpfen über die Maghreb bis zu den Wasserfällen vonIguacu. Aber die Idee, einige Klassiker von Alben wie „Handmade“ (1972),„Cross-Collateral“ (1975), „Earthborn“ (1982), „Running In Real Time“ (1985)oder „Passport to Paradise“ (1996) aus der heutigen Perspektive und mit aktuellenGratulations-Gästen neu einzuspielen, hat ihn offenbar gereizt. Herausgekommenist ein fabelhaftes und spannendes Albumvoll guter Geschichten in meist instrumentaler Songform, melodisch,harmonisch, rhythmisch grandios und nicht nur ohne jegliche Patina, sondern injedem Moment frisch. Neben der seelentiefen Stimme des Saxofons, diesem unverkennbar intensiven und emotionalenDoldinger-Sound, begeistern dabei auch Instrumentalisten wie Nils Landgren an der Posaune, Sting-Kompagnon Dominic Miller an derGitarre oder Helge Schneider an derHammond-Orgel – und die Gesangsstimmen einiger alter und neuer, immer leidenschaftlicherWegbegleiter. Max Mutzke macht sichetwa Marvin Gayes „Inner City Blues“zu eigen, Sasha, der schon beidiversen Jazzfestivals als „Special Guest“ mit Doldingers Passport auftrat,nimmt sich „New Moon“ an und macht aus dieser 82er Single vom Album „Earthborn“eine zeitgemäße Ode an Jazzrock und Pop, irgendwo zwischen Snarky Puppy und TheCrusaders. Der erste Passport-Trommler, auch bekannt als Udo Lindenberg, verabschiedet den Reigen mit dem rockenden Blues-Boliden„Der Greis Ist Heiß“ und einem persönlichen Geburtstagsgruß an „Kläuschen“.

Es sind gleich zwei Bands, die bei dieserProduktion gut 45 Jahre Passport somodern klingen lassen, als wäre hier eine hungrige, aber bestens eingespielteNewcomer-Band am Start: „Classic Passport“ mit Schlagzeuger Curt Cress, Bassist Wolfgang Schmid und Keyboarder Roberto Di Gioia, vor allem aber dieaktuelle Formation mit Keyboarder MichaelHornek, den Brüdern Martin undPatrick Scales an Gitarre und Bass und der „Rhythm-Section“ mit den PerkussionistenBiboul Darouiche und Ernst Ströer und dem Schlagzeuger Christian Lettner. „Ich bin meinenEingebungen gefolgt und dem, was mir Spaß macht“, meinte Klaus Doldinger einmalin einem Interview. „Und ich finde nach wie vor: der Unterhaltungsfaktor istschon etwas Entscheidendes.“ Wer dieses Album hört, kann dem nur Beifallschenken – und herzlich gratulieren.

Passport
Martin Scales, Gitarre
Micheal Hornek, Keys
Patrick Scales, Bass
Ernst Ströer, Percussion
Biboul Darouiche, Percussion
Christian Lettner, Drums

Passport Classic
Curt Cress, Drums
Wolfgang Schmid, Bass
Roberto Di Gioia, Keys

Udo Lindenberg, Vocal
Helge Schneider, Hammond Orgel
Nils Landgren, Posaune
Sasha, Vocal
Max Mutzke, Vocal
Dominic Miller, Gitarre
Leona Berlin, Backing Vocals

  1. How It Started
  2. Abracadabra
  3. Jungle Song (feat. Dominic Miller)
  4. Happy Landing
  5. Green Lagoon
  6. Soul Town (feat. Nils Landgren)
  7. Inner City Blues (feat. Max Mutzke)
  8. Ovation
  9. Will-O'The-Wisp
  10. Jadoo
  11. New Moon (feat. Sasha)
  12. Auryn (feat. Dominic Miller)
  13. St. James Infirmary (feat. Helge Schneider)
  14. Der Greis ist heiß (feat. Udo Lindenberg)

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