Lorenzo De Finti - Mysterium Lunae

Lorenzo De Finti - Mysterium Lunae

Lorenzo De Finti
Mysterium Lunae

Erscheinungstermin: 06.05.2022
Label: Losen Records, 2022

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Lorenzo De Finti - piano
Alberto Mandarini - trumpet, flugelhorn
Stefano Dall´Ora - double bass
Marco Castiglioni - drums

Wir hoffen, dass die Künstler uns die Wahrheiten über unsere Zeit zeigen werden. Und dieser Wunsch wird in Momenten, in denen wir alles, was wir tun, neu erlernen müssen, noch stärker. Die Entstehungsgeschichte von "Mysterium Lunae" ist die Geschichte eines Lebens in Ungewissheit, eines unfreiwilligen Ausstiegs aus gewohnten Mustern. Dem Album gelingt es, diese Wahrheit zu vermitteln, nicht nur, weil es sorgfältig durchdacht ist, sondern auch, weil es zutiefst gelebt wurde.

Der italienische Pianist und Komponist Lorenzo De Finti erklärt: "Wir haben unser drittes Album in dem schwierigen Moment komponiert und aufgenommen, in dem wir uns alle befinden. Aber trotz der schwierigen Situation wollten wir die Lichtblicke beschreiben, die wir erleben durften."

Der Titel des Albums ist bezeichnend: "Antike Theologen schufen die Metapher 'Mysterium Lunae' (das Geheimnis des Mondes)", sagt De Finti, "um auszudrücken, wie ein kaltes, trockenes und unfruchtbares Objekt auf mysteriöse Weise zu einer Quelle ergreifender Schönheit werden kann, da es ein größeres Licht reflektiert, das von anderswoher kommt." Dies ist ein Album, das uns zum Nachdenken anregt - und dazu, uns unseren Gefühlen hinzugeben.

De Finti erlebte - im wahrsten Sinne des Wortes - die Entwurzelung, als die Grenzen zu Beginn der Pandemie geschlossen wurden. Er und seine Familie waren auf der anderen Seite der schweizerisch-italienischen Grenze gefangen. Aus einem Wochenende in der Schweiz wurden ganze vier Monate, bevor die Quarantänebestimmungen ihnen die Wiedereinreise nach Italien erlaubten.

Der neue Lebensrhythmus wirkte sich tiefgreifend auf ihn aus: "Jeden Tag gingen mein älterer Sohn und ich in den Keller, um ein Fußballspiel zu spielen. Wir beendeten das Spiel gegen 18 Uhr, pünktlich zum täglichen Bericht der Regierung über die Pandemie, und ich werde nie vergessen, welche Schmerzen ich im März empfand, als Hunderte von Todesfällen gemeldet wurden und jeden Tag 4-5.000 neue Infektionen auftraten."

De Finti fährt mit seiner Geschichte fort: "Als ich vier Monate später endlich in mein Studio zurückkehrte, stellte ich fest, dass der Computer immer noch eingeschaltet war und die Songs, an denen ich vor meiner Abreise gearbeitet hatte, geöffnet waren: Es kam mir vor wie ein Flüstern vom Ende der Welt."

Als sein Quartett die Arbeit an den Stücken aufnahm, die er gemeinsam mit dem Bassisten Stefano Dall'Ora komponiert hatte, wurde ihm bewusst, dass sich die Welt verändert hatte: "Wir haben unsere musikalische Bandbreite erweitert und alle unsere Inspirationen bis an die Grenze ausgereizt, mehr Stille, mehr Rockexplosionen, mehr Elektronik, mehr Freiheit."

Der Trompeter/Flügelhornist Alberto Mandarini wird als "360-Grad-Musiker" bezeichnet. Seine Erfahrung reicht vom professionellen Sinfonieorchester über das Orchestra Instabile in seiner Blütezeit bis hin zu einem Jahrzehnt auf Tournee mit Paolo Conte. Dieser Erfahrungsschatz scheint durch. Mandarini ist definitiv kein gewöhnlicher Musiker. Wenn sein Beitrag überwältigend natürlich klingt, dann ist das für ihn das Ergebnis eines langen Prozesses, in dem er sich mit der Musik auseinandergesetzt hat.

"Wenn man an einem eigenen Song arbeitet, ist das immer eine Entdeckung...", sagt er. "Alles, was man tun muss, ist, ihn fließen zu lassen... Es geht darum, den Zuhörern zu helfen, seine Bedeutung zu verstehen, seinen Duft und seine Essenz an die Oberfläche zu bringen, ihn zu pflegen, wie man eine seltene und zarte versteckte Blume pflegen würde."

Das emotionale Herzstück des Albums ist das langsame, weitläufige, wunderschöne dritte Stück "Whispers From The End Of The World". Man muss nur zuhören und sich der friedlichen Schönheit hingeben. Hier führt die Entfernung zu einer Verzauberung. Wir hören magische Klänge, die so weit entfernt sind, wie wir es uns nur vorstellen können.

Text: Sebastian Scotney (London Jazz News) February 2022

jazz-fun.de meint:
Es gibt viele ungewöhnliche Spannungen in dieser Musik, und das geschieht dank der wunderbaren Virtuosität und musikalischen Fantasie der Musiker. Das Gleichgewicht zwischen Komposition, Arrangement und Improvisation scheint perfekt gewahrt zu sein, obwohl es mehr Improvisation gibt. Alles scheint logisch, kohärent und gleichzeitig voller Freiheit zu sein. Wir sind begeistert!

  1. Mysterium Lunae
  2. Mystery Clock
  3. Whispering from the End of the World
  4. Tiny Candle in the Storm (Shining on Us)
  5. Tiny Candle in the Storm (Shining on Us)
  6. Minuial Enni Arphent
  7. Mysterium Lunae (Studio Canaa Live Version)

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