Pink Martini

Pink Martini, Foto: Chris-Hornbecker
Pink Martini, Foto: Chris-Hornbecker

Biographie

Pink Martini ist eine Band aus Portland Oregon, USA.

Man schrieb das Jahr 1994, als Thomas Lauderdale in seiner Heimatstadt Portland, Oregon, mit einer Karriere in der Politik liebäugelte und mit dem Gedanken spielte, eines Tages für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Wie jeder ambitionierte Politik-Azubi in den USA besuchte er jede Spendensammel-Veranstaltung der Stadt - als besonders unangenehm fiel ihm dabei die uninspirierte, glanzlose, und oft zu laute Musikauswahl auf. Kurz entschlossen gründete Lauderdale das „kleine Orchester“ PINK MARTINI. Die Idee: einen pfiffigen Genre-Mix aus Klassik, Jazz und Oldschool-Pop kreieren, der den Anhängern beider großen Parteien gefallen könnte und damit den perfekten Soundtrack für politische Spendenveranstaltungen zu jedwedem Thema liefern, sei es Bürgerrechte, bezahlbare Wohnungen, Umwelt, Bibliotheken, öffentlich-rechtlicher Rundfunk, Bildung oder Parks und Grünanalagen.

Ein Jahr später griff Thomas Lauderdale zum Telefon und rief seine ehemalige Harvard-Studienkollegin China Forbes an und bat sie, bei PINK MARTINI einzusteigen. Sie begannen damit, gemeinsam Songs zu schreiben. Ihr erstes Lied „Sympathique“ wurde sofort ein Überraschungserfolgs in Frankreich und erhielt beim Victoires de la Musique Awards eine Nominierung als „Song des Jahres“. Bis heute dient das Mantra des Stücks („Je ne veux pas travailler” = „Ich will nicht arbeiten“) als Schlachtruf für streikende französische Arbeitnehmer.
„Wir sind zwar eine sehr amerikanische Band, aber wir sind viel in der Welt unterwegs und haben deshalb die großartigen, diplomatischen Möglichkeiten, ein breit gefächertes, umfassenderes Amerika zu repräsentieren… jenes Amerika, das bis heute die heterogenste Bevölkerungsstruktur der Welt aufweist… bestehend aus Menschen aus allen Ländern, aus jedem Sprachraum und jedweder Religionszugehörigkeit.“

Das Line-Up von PINK MARTINI umfasst ein Dutzend Musiker, ihre mehrsprachigen Songs, die sie oft zusammen mit Symphonie-Orchestern aufführen, füllen Konzertsäle in Europa, Asien, Griechenland, Türkei, dem Nahen Osten, Nordafrika, Australien, Neuseeland, Süd- und Nordamerika.
Ihr Livedebüt in Europa gab die Band 1997 beim Cannes Film Festival, ein Jahr später traten PINK MARTINI erstmals mit Orchester auf, begleitet vom Oregon Symphony unter der Leitung von Norman Leyden. Seitdem gab es Konzerte mit über fünfzig Orchestern auf der ganzen Welt, darunter Engagements mit dem Los Angeles Philharmonic in der Hollywood Bowl, mit dem Boston Pops, mit dem National Symphony im Kennedy Center, mit dem San Francisco Symphony, dem Cleveland Orchestra, dem Sydney Symphony im Sydney Opera House, und dem BBC Concert Orchestra in der Royal Albert Hall in London. Weitere Auftritte absolvierten sie u.a. bei der feierlichen Eröffnung der Walt Disney Concert Hall in Los Angeles und weiteren ausverkauften Silvester-Konzerten 2003, 2004, 2008 und 2011 dort, dazu vier ausverkaufte Konzerte in der Carnegie Hall, ein Auftritt bei der Eröffnungsparty des umgebauten Museum of Modern Art in New York etc. etc…

PINK MARTINI veröffentlichten ihr Debütalbum „Sympathique“ 1997 beim Band-eigenen Label Heinz Records (benannt nach Lauderdales Hund). Schnell wurde der Longplayer zu einem internationalen Phänomen und bescherte ihnen nicht nur die bereits erwähnte „Song des Jahres”-Nominierung bei den Victoires de la Musique Awards in Frankreich, sondern überdies eine in der Kategorie „Best New Artist“. Es folgten die Alben „Hand On Little Tomato“ (2004), „Hey Eugene!“ (2007) und „Splendor In The Grass” (2009). Im November 2010 erschien mit „Joy To The World“ ein festliches Album mit Weihnachtssongs aus der ganzen Welt, das begeisterte Kritiken erhielt und 2010 und 2011 zur Weihnachtszeit im Starbucks Store verkauft wurde. Alle fünf Alben erreichten in Frankreich, Kanada, Griechenland und der Türkei Goldstatus.

Im Herbst 2011 veröffentlichte die Band zwei Alben: „A Retrospektive“, eine Zusammenstellung der beliebtesten Songs der Band aus ihrer achtzehnjährigen Karriere, dazu acht unveröffentlichte Stücke und „1969“, ein Album mit Kollaborationen mit der legendären japanischen Sängerin Saori Yuki. Letzteres Album erreichte Platz zwei der japanischen Charts und erreichte Platinstatus. Mit dem Entry in den US Billboard Charts „1969“ gelang erstmals seit Kyu Sakamotos „Sukiyaki” im Jahr 1963 einem japanischen Künstler eine Platzierung in den US Billboard Charts. Insgesamt verkauften sich die Alben der Band weltweit mehr als drei Millionen Mal.

Im Laufe ihrer Karriere trat die Band mit zahlreichen Künstlern auf, darunter Jimmy Scott, Carol Channing, Jane Powell, Rufus Wainwright, Martha Wainwright, Henri Salvador, Chavela Vargas, der New Yorker Performer Joey Arias, Puppenspieler Basil Twist, Georges Moustaki, Michael Feinstein, Regisseur Gus Van Sant, Courtney Taylor, Taylor von den The Dandy Warhols, der Klarinettist und Dirigent Norman Leyden, die japanische Legende Hiroshi Wada, die italienische Schauspielerin und Songwriterin Alba Clemente, DJ Johnny Dynell und Chi Chi Valenti, Faith Prince, Mamie Van Doren, die Original-Besetzung der Sesamstraße, die Bonita Vista High School Marching Band of Chula Vista, der Portland Youth Philharmonic und der Pacific Youth Choir von Portland.

Im März 2011 stieß die Sängerin Storm Large zu PINK MARTINI, zunächst, um China Forbes zu vertreten, die aufgrund einer Stimmband-OP eine Auszeit nehmen musste. Nach ihrer vollständigen Genesung kehrte Forbes zur Band zurück, seither singen beide Sängerinnen gemeinsam. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von regelmäßigen Gastmusikern, darunter All Things Considered-Host Ari Shapiro, Kantor Ida Rae Cahana (der fünf Jahre Kantor an der Central Synagogue in New York war), Koto-Spielerin Masumi Timson, Harfinistin Maureen Love und Paper Magazine-Herausgeberin Kim Hastreiter.

2013 erschien mit „Get Happy“ das siebte PINK MARTINI-Album, für das Bandleader Thomas Lauderdale u.a. den Charlie Chaplin-Song „Smile“ mit der legendären US-Komikerin und Schauspielerin Phyllis Diller aufgenommen hatte. Insgesamt fanden sich auf dem Longplayer sechzehn weltumspannende Songs in neun Sprachen. Es waren die erste Veröffentlichung mit dem neuen Sängerinnen-Doppel China Forbes und Storm Large. Als Special Guests holte sich die Band Rufus Wainwright, Philippe Katerine, Meow Meow, The von Trapps und Ari Shapiro für „Get Happy“ ins Studio.

Während des Studioaufenthalts für „Get Happy“ begann Lauderdale bereits simultan mit den Arbeiten an dem achten Album „Dream A Little Dream“, u.a. unter der Mitwirkung von Sofia, Melanie, Amanda und August von Trapp, den Urgroßenkeln von Captain und Maria von Trapp, die durch den Musicalfilm „The Sound Of Music“ weltberühmt wurden. Die Geschwister sangen bereits seit zwölf Jahren zusammen und hatten Konzertreisen durch die ganze Welt unternommen. Angezogen von Lauderdales magischem Orbit leben sie heute zusammen in einem Haus in Portland und gehören zu den regelmäßigen Pink Martini-Gastsängern. „Dream A Little Dream“ erschien im März 2014, begeisterte Musikfans zwischen Schweden und Ruanda, China und Bayern und enthielt Gast-Auftritte der Chieftains, Wayne Newton, „Jungle” Jack Hanna und Charmian Carr (sie spielte die Liesl im Original von „Sound Of Music“).

Nun haben PINK MARTINI die Aufnahmen für ihr neuntes Studioalbum abgeschlossen, das den Titel „Je Dis Oui!“ trägt und auf dem die Stimmen von China Forbes, Storm Large, Ari Shapiro, Ikram Goldman, Kathleen Saadat und Rufus Wainwright zu hören sind. Der Longplayer enthält u.a. die Single „Joli Garcon“, die als Soundtrack für den Film „Souvernirs“ ausgewählt wurde, der unter Regie des belgischen Regisseurs Bavo Defurne entstand (Filmstart in Deutschland: 21. Dezember). Im Film wird der Song von Isabelle Hupert gesungen.

Diskographie

  • Sympathique, 1997
  • Hang on Little Tomato, 2004
  • Hey Eugene!, 2007
  • Splendor in the Grass, 2009
  • Joy to the World, 2010
  • A Retrospective, 2011
  • Get Happy, 2013
  • Dream a Little Dream, 2014
  • Je dis oui!, 2016

Einen Kommentar schreiben