Alan Bartus ft. Gregory Hutchinson - Born In Millennium

Alan Bartus ft. Gregory Hutchinson - Born In Millennium

Alan Bartus ft. Gregory Hutchinson
Born In Millennium

Erscheinungstermin: 21.04.2023
Label: Double Moon Records, 2022

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Alan Bartus - Piano
Stefan Pista Bartus - Double bass
Kornél Fekete Kovács - Flugelhorn
David Hodek - Drums
Gregory Hutchinson - Drums

Wenn man die flüssigen Linien mit den prägnanten Swing-Attacken des Pianisten Alan Bartus hört, glaubt man kaum, dass der Mann erst 21 Jahre alt ist. Geboren wurde Bartus am 22. Februar 2001 in der Slowakei und er ist schon als kleines Kind der Musik verfallen.
„Als ich vier Jahre alt war, habe ich verschiedene Instrumente ausprobiert“, erzählt er, „Kontrabass, Gitarre, aber das Klavier hat mir am meisten gefallen. Ich fühlte mich einfach mit dem Instrument verbunden.“

Als Bartus neun Jahre ist, zieht die Familie ins österreichische Neusiedl am See - sein Vater ist der Bassist Stefan Bartus, der schon mit Größen wie Peter Erskine und Benny Golson auf der Bühne gestanden hat. „Da mein Vater Jazzmusiker ist, war ich seit meiner Kindheit mit der Musik vertraut“, berichtet sein Sohn. „Mein Vater hat sehr viele Jazzplatten gehört und zuhause Kontrabass geübt. Mit fünfzehn habe ich dann die Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule bestanden.“

Zu der Zeit war Bartus schon rettungslos dem Jazz verfallen. „Mit dreizehn war Oscar Peterson mein großer Favorit“, erinnert er sich. „Später habe ich auch Herbie Hancock und Chick Corea für mich entdeckt. Mein größtes Vorbild ist aber Kenny Kirkland.“

Nach dem Studium in Bratislava und Wien macht der Pianist sich schnell einen Namen, gewinnt Preise - darunter der „Majestic Excellence Award“ und das Ö1-Jazz-Stipendium - und gründet sein eigenes Trio. Das ist nun auf „Born in Millennium“ zu hören, an der Seite des Pianisten spielt der Vater am Bass - „es ist sehr bequem für mich, dass ich einen super Kontrabassisten zuhause habe“ - und der Schlagzeuger David Hodek, zumindest auf dem rasanten Opener „Option“ und zwei weiteren Songs. „David Hodek ist ein etablierter Schlagzeuger in der Slowakei“, weiß Bartus, „der auch international schon hervorgetreten ist und momentan viel in Los Angeles spielt.“

Auf vier der acht Songs, die bis auf den Irving-Berlin-Standard „How Deep is the Ocean“ aus der Feder des Bandleaders stammen, sitzt jedoch ein wesentlich prominenterer Mann hinter dem Schlagzeug: Es ist der US-Amerikaner Gregory Hutchinson, der schon mit Jazzgiganten wie Joe Henderson, Wynton Marsalis, Joshua Redman und John Scofield zu hören war. „Gregory habe ich bei einem Workshop in Slowenien kennengelernt“, erzählt Alan Bartus. „Ich konnte ihn mir gut für mein Album vorstellen und habe ihn einfach gefragt. Er ist einer der besten Sidemen weltweit und wir interagieren sehr gut. Es gefällt mir einfach, wie er meine Songs interpretiert.“

Auf drei der acht Songs kommt außerdem Kornel Fekete Kovacs am Flügelhorn, der der Musik eine zusätzliche, mehr ins Melancholische gehende Klangfarbe verleiht. Bartus’ Stücke zeichnen sich durch eine spritzigen Erfindungsreichtum aus („Movements“), der von der Spielfreude und der Virtuosität der beteiligten Musiker lebt. Wem das mit Latin-Rhythmen spielende „4Chick 2Corea“ gewidmet ist, dürfte keine Frage sein - das quecksilbrig dahinfließende Flügelhorn-Solo von Kovacs wird durch die peitschenden Einwürfe von Hutchinson immer wieder neu mit Energie aufgeladen. Immer wieder nimmt Alan Bartus, dessen Spiel über einen immensen Klangreichtum verfügt, sich zurück, um seinen Musikern Raum für ein dramaturgisch stimmiges Solo zu lassen. „How Deep is the Ocean“ zeigt, dass Alan Bartus und seine Band sich auch der Tradition verpflichtet fühlen und sich die nötige Zeit nehmen, um einem Klassiker aus dem „Great American Songbook“ die Reverenz zu erweisen - hier kann man in Bartus’ Spiel Blues- und Klassik-Anklänge erkennen. Und in der berührenden Ballade „Lydia“ schließlich hören wir Alan Bartus, der im September an die Manhattan School of Music in New York gehen wird, ganz allein - auch hier nutzt er die ganze Palette seines Instruments: von kräftig formulierten Akkorden bis zu verschwindend leisen Tönen.

Text: Double Moon Records

jazz-fun.de meint:
Alan Bartus verfügt über eine hervorragende Technik und eine sensible künstlerische Vorstellungskraft. Ein großartiges Album, kohärent und doch abwechslungsreich und in vielen Farben schimmernd.

  1. Option
  2. Cleo
  3. Movements
  4. 4Chick 2Corea
  5. Circumstances
  6. How deep is the ocean
  7. Lydia
  8. Changes

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