Alexandra Ivanova - Beauty in Chaos

Alexandra Ivanova - Beauty in Chaos
Alexandra Ivanova - Beauty in Chaos

Alexandra Ivanova
Beauty in Chaos

Erscheinungstermin: 25.08.2023
Label: Double Moon, 2023

Alexandra Ivanova - Beauty in Chaos - bei JPC kaufenAlexandra Ivanova - Beauty in Chaos - bei Amazon kaufen

Alexandra Ivanova - piano
Lynn Adib - Vocals
Nathan Ott - Drums
Niklas Lukassen - Double bass

Die Musik von Alexandra Ivanova steckt voller Einflüsse, die so vielfältig sind wie die Welt, in der wir leben. Tatsächlich hat die Pianistin - Österreicherin mit bulgarischen Wurzeln - schon in Jordanien, im Libanon, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Frankreich gelebt und die unterschiedlichsten Kulturen in sich aufgesogen. „Schon mit zehn Jahren war ich Scott-Joplin-Fan und habe meine ersten Ragtimes gespielt“, erinnert sich die Pianistin. „Ich weiß noch, wie mich der ‚Maple Leaf Rag‘ magnetisch angezogen hat. Cherokee' war dann der erste Jazz-Standard, den ich spielte. In der Musikschule habe ich mein erstes Trio gegründet. In die Musik von Oscar Peterson und Ahmad Jamal bin ich richtig eingetaucht“. Trotz eines Studiums der Sozialwissenschaften an der renommierten Sciences Po in Paris zog es Ivanova parallel wieder zum Klavier. „Damals haben mich Harold López-Nussa und Avishai Cohen interessiert“, erinnert sich die Pianistin. „Während meines Masterstudiums habe ich dann mit meinem Trio auch eigene Kompositionen gespielt.“ An das Doppelstudium schließen sich Jahre des Globetrottens an.

„Die Welt dreht sich nicht um Europa“, hat Ivanova festgestellt, „deshalb habe ich nebenbei Arabisch gelernt und bin in den Libanon gezogen. Danach habe ich in Jordanien und am Golf gelebt. Diese fünf Jahre im Nahen Osten haben mir die muslimische, arabische, indische und pakistanische Kultur näher gebracht - es geht auch um westliche Privilegien. In Dubai lernte ich Tarek Yamani kennen, den ich schon lange bewunderte und der mein Mentor wurde. Meine Karriere stellte ich vorerst zurück, um Zeit zum Komponieren zu haben. Nach einem Sommeraufenthalt in Island bin ich dann während der Pandemie nach Berlin gezogen“.

Und nun sind wir endlich bei „Beauty in Chaos“ gelandet, denn in Berlin lernte die Pianistin ihren Bassisten Niklas Lukassen und ihren Schlagzeuger Nathan Ott kennen. "Als wir das Material für das Album einstudiert haben, habe ich die Melodiösität von Niklas und die sensible Kreativität von Nathan erst richtig entdeckt", schwärmt die Pianistin. „Beide erwecken meine Stücke mit ihrer Musikalität zum Leben.“ In ihren Eigenkompositionen verbindet Alexandra Ivanova Maqam-Skalen der orientalischen Klassik, afrokubanische Claven, bulgarische Rhythmen sowie Einflüsse aus Klassik und Jazz. Es sind aber auch fremde Lieder auf „Beauty in Chaos“, die den Zuhörer einladen, den europäischen Kanon zu verlassen und die Welt aus verschiedenen kulturellen Perspektiven zu betrachten. Diese Lieder spielen in Ivanovas musikalischem Leben eine entscheidende Rolle. „Enta Omri“, gesungen von der ägyptischen Diva Umm Kulthum, gehört zu ihren Kindheitserinnerungen - in Ivanovas Version klingt das Lied fremd und doch vertraut. Auf dem Titelsong ist die syrische Sängerin Lynn Adib zu Gast - Adib verbindet gregorianische und byzantinische Gesangstechniken mit Jazz und zählt nicht zuletzt durch ihre Zusammenarbeit mit dem libanesischen Produzenten Zeid Hamdan zu den wichtigsten Stimmen der arabischen Szene. „Ay Isiginda“ des aserbaidschanischen Komponisten Gambar Huseynli kennt Ivanova von einem Konzert des aserbaidschanischen Staatsorchesters für Volksinstrumente. Und das isländische Traditional „Krummavisur“ weist verblüffende Parallelen zur Musik des Nahen Ostens auf - Schuld daran sind wohl die Wikinger. Für Alexandra Ivanova hat sich mit diesem sorgfältig konstruierten Album ein ganz neuer Weg aufgetan - die Pianistin lebt seit fast drei Jahren in Berlin und hat sich in ihrer Musik ein eigenes Zuhause geschaffen, das zugleich den Reichtum ihrer Erfahrungen widerspiegelt. Der letzte Song „Free“ feiert diese Freiheit, wenn man das Risiko eingeht, seinen Träumen zu folgen. Welch großes Talent sich hinter den sieben Songs von „Beauty in Chaos“ verbirgt, wird eigentlich schon nach wenigen Takten des Openers „Nostalgia“ deutlich. Vorurteile abzubauen und kulturelle Normen zu hinterfragen, das hat sich Alexandra Ivanova auf die Fahne geschrieben: „Beauty in Chaos“ ist das Ausgangsmaterial für dieses Vorhaben.

Text: Double Moon

jazz-fun.de meint:
Kunstvoll komponierte und gespielte Musik. Das Album zeigt eine Künstlerin, die sich von den Zwängen einer einzigen Stilrichtung befreit hat und offen ist für andere, neue Wege der Interpretation und Komposition. Ein schönes, intimes und atmosphärisches Album.

  1. Nostalgia
  2. Enta omri
  3. Awakening
  4. Beauty in chaos
  5. Ay isiginda
  6. Krummavisur
  7. Free

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 1 und 5.