Anders Jormin - Pasado en claro

Anders Jormin - Pasado en claro

Anders Jormin
Pasado en claro

Erscheinungstermin: 20.01.2023
Label: ECM, 2021

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Anders Jormin - Double Bass
Lena Willemark - Vocals, Violin, Viola
Karin Nakagawa - 25-String Koto
Jon Fält - Drums, Percussion

Die kreative Partnerschaft zwischen dem Bassisten Anders Jormin und der Sängerin/Geigerin Lena Willemark hat in den letzten zwei Jahrzehnten besondere Musik hervorgebracht. Zu Beginn ihrer Zusammenarbeit, die erstmals 2004 mit dem Album In Winds, In Light bekannt wurde, bemerkte Jormin: "Wie Lena Willemark es schafft, ihren lokalen musikalischen Dialekt zu bewahren und gleichzeitig so ausdrucksstark, so persönlich, aufnahmefähig und zeitgemäß zu sein, ist nicht nur für mich eine enorme Inspiration." Willemark, die im traditionellen Musikmilieu der schwedischen Region Älvdalen aufgewachsen ist, hatte bereits bei ihren ECM-Aufnahmen mit Ale Möller, darunter Nordan und Agram, bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Grenzen des "Folk" zu überschreiten. Die Arbeit mit Anders Jormin war ein logischer nächster Schritt.

Nach einer produktiven Zusammenarbeit an Jormins Oratorium Between Always and Never stellten Anders und Lena ein neues Projekt vor, bei dem die japanische Koto-Spielerin Karin Nakagawa auf dem 2015 erschienenen ECM-Album Trees of Light mitwirkte. Das US-Magazin Stereophile lobte die "Musik von erfrischender Originalität, Kraft, Anmut, Dunkelheit, Licht, Ernsthaftigkeit, Witz und völliger Aufmerksamkeit für die Stille und die Klänge des anderen".

Mit der Hinzunahme des Schlagzeugers Jon Fält, Anders' langjährigem Mitstreiter im Bobo Stenson Trio, hat die Gruppe ihre improvisatorische Bandbreite erweitert. Auf Pasado en claro werden viele kreative Ideen erforscht, die sich aus der Gegenüberstellung von gesungener Poesie und musikalischer Interaktion ergeben. Jormin wirft sein Netz weit aus, indem er Texte aus alten chinesischen und japanischen Quellen mit zeitgenössischer skandinavischer Poesie zusammenbringt und auch Texte des mexikanischen Schriftstellers Octavio Paz und von Petrarca, dem Lyriker der italienischen Renaissance, vertont.

Die einfallsreiche Willemark singt diesen Querschnitt durch die Weltlyrik und fügt dem Programm ihre eigenen Lieder hinzu. Trotz ihrer großen Bandbreite behält die Musik durch die Kombination von Stimme, Geige, Koto, Bass und Perkussion ihre eigene Gruppenlogik bei. Vor allem die spärlichen, archaischen Klänge der Koto scheinen neue Räume zu eröffnen, in denen sich die kollektive Kreativität entfalten kann. Anders Jormin erklärt es so: "Wenn der einzigartige musikalische Dialekt eines jeden Musikers in Neugier und mit offenen Ohren miteinander verschmilzt und kommuniziert, kann etwas erwachen, das stärker ist als unsere vier individuellen Stimmen. Es passiert etwas, das nicht im Voraus entschieden oder kontrolliert wird." Das Ergebnis: "sorgfältig kristallisierte und zu Herzen gehende Musik".

Anders Jormin, geboren im schwedischen Jönköping, hat seit den frühen 1990er Jahren zahlreiche Aufnahmen für ECM gemacht. Zusätzlich zu seinen Alben als Leader für das Label - Xieyi, In winds, in light, Ad Lucem, Trees of Light - ist er auf Alben mit dem Bobo Stenson Trio zu hören, darunter Reflections, War Orphans, Serenity, Cantando, Goodbye, Indicum und Contra la Indecisión (ein neues Album des Stenson Trios, Sphere, ist in Vorbereitung). Jormin ist außerdem auf Alben mit Charles Lloyd, Tomasz Stanko, Don Cherry, Sinekka Langeland, Jon Balke, Marilyn Mazur und Ferenc Snétberger zu hören. Bei all diesen Unternehmungen zeigen sich seine improvisatorische Phantasie und sein tiefes Gefühl für Melodien.

Die im schwedischen Evertsberg geborene Lena Willemark hat ihr Spektrum im Laufe der Jahre stetig erweitert, von Folk über Jazz bis hin zu freier Improvisation - immer mit dem Fokus auf dem Konzept der Musik als Kunst des Geschichtenerzählens. Die Gedichte und Liedtexte, die sie hier vorträgt, sind von einer lebendigen Bildsprache geprägt. Zum Beispiel, wenn Lenas eigenes " The Woman of the Long Ice" Tomas Tranströmers "Kingdom of Coldness" vorangestellt wird, letzteres mit den Momentaufnahmen von "klirrenden Tamburinen aus Eis" und "Hochspannungslinien / im spröden Reich der Kälte / nördlich aller Musik".

Die in Tokio geborene Karin Nakagawa begann mit 3 Jahren Klavier zu spielen und erlernte mit 12 Jahren die hochspezialisierte 25-saitige Koto. Zwei Jahre später begann sie, Konzerte mit ihren eigenen Kompositionen zu geben. Heute ist sie bekannt für ihre improvisatorische Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit, die Essenz ihres Klangs, der seine Wurzeln in der alten japanischen Tradition hat, in die unterschiedlichsten zeitgenössischen Kontexte zu integrieren.

Jon Fält, geboren im schwedischen Gävle, erlangte erstmals internationale Aufmerksamkeit, als er sich Bobo Stenson und Anders Jormin für das Album Cantando (2007) anschloss und die Rolle übernahm, die zuvor zwei der besten Schlagzeuger des Jazz - Jon Christensen und Paul Motian - innehatten. Fält beeindruckte sofort mit seinem eigenen, gewundenen Zugang zum Rhythmus und den vielfältigen Möglichkeiten, mit denen er das musikalische Geschehen perkussiv kommentieren kann.

Text: ECM

jazz-fun.de meint:
Erstaunlich ist, dass es den Musikern gelungen ist, trotz der für die Folk- oder so genannte Weltmusik charakteristischen Form gleichzeitig die Spontaneität und die fantasievollen Improvisationen zu bewahren, die für Jazz auf höchstem Niveau charakteristisch sind. Das Album verströmt Spontaneität, Fantasie und eine ausgefeilte Klangfarbe, die den Hörer in eine nachdenkliche und nostalgische Stimmung versetzt.

  1. Mist of the River
  2. Blue Lamp
  3. Ramona Elena
  4. The Woman of the Long Ice
  5. Wedding Polska
  6. Kingdom of Coldness
  7. Angels
  8. Petrarca
  9. Pasado en claro
  10. Glowworm
  11. Returning Wave

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