Rezension des Albums "Castle of Ice" von Antoine Spranger Quartet

Antoine Spranger Quartet - Castle of Ice - Album cover
Antoine Spranger Quartet - Castle of Ice

Antoine Spranger Quartet
Castle of Ice

Erscheinungstermin: 08.05.2026
Label: Laika Records, 2026

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Wie eine weite Landschaft aus Klang und Stille

jazz-fun`s recap:

Die Geschichte dieser Formation begann 2019 bei der International Association of Schools of Jazz in Zagreb. Dort begegnete Spranger erstmals dem Bassisten Regnault – eine musikalische Verbindung, die offenbar sofort spürbar war. Gemeinsam mit Schlagzeuger Tobias Frohnhöfer entstand zunächst ein Trio, das später in Paris um den Saxofonisten Ludovic Ernault erweitert wurde. Dieses gewachsene gegenseitige Vertrauen prägt Castle of Ice in jedem Moment.

Bemerkenswert ist vor allem die Art, wie sich das Quartett musikalisch organisiert. Nichts wirkt hier auf Dominanz ausgelegt, niemand drängt sich in den Vordergrund. Die Kompositionen stammen von allen Mitgliedern des Ensembles und eröffnen Räume, in denen sich individuelle Stimmen frei entfalten können – stets getragen von einem intensiven gegenseitigen Zuhören.

Gerade in den Improvisationen wird diese besondere Qualität hörbar. Die Musiker reagieren sensibel aufeinander, entwickeln Themen gemeinsam weiter und lassen der Musik Zeit zum Atmen. Statt spektakulärer Gesten entstehen subtile Spannungen, feine Bewegungen und Momente großer klanglicher Offenheit.

Auch der Aufnahmeprozess spiegelt diese Haltung wider. Ohne feste Setlist und mit offenem Zugang entstanden die Stücke während mehrerer Aufnahmetage im Auditorio Stelio Molo in Lugano – Musik im Zustand des Werdens, geprägt von Vertrauen und spontaner Entwicklung.

Castle of Ice ist kein Album für flüchtiges Nebenbeihören. Es verlangt Aufmerksamkeit, belohnt diese jedoch mit einer außergewöhnlichen Tiefe und einer ständig spürbaren Weite. Die Musik wirkt konzentriert, zurückhaltend und gleichzeitig voller innerer Bewegung – fast so, als würde man durch weit offene, stille Landschaften wandern.

Ein beeindruckendes Quartettalbum voller Raum, klanglicher Feinheit und musikalischer Intelligenz – subtil, tief und lange nachwirkend.

(Jacek Brun, 25.05.2026)

Besetzung

Antoine Spranger - piano
Ludovic Ernault - saxophone
Matis Regnault - bass
Tobias Frohnhöfer - drums

Titelliste

  1. Castle Of Ice - Silhouette
  2. In Passing
  3. Castle Of Ice - At The Gates
  4. Origin
  5. Here We Go Magic
  6. Next To Her
  7. Castle Of Ice - The Pursuit
  8. Wawa Second Movement
  9. Neige
  10. Castle Of Ice - Homeward Journey
  11. Castle Of Ice - Hidden Staricase

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