Axel's Axiom - Anecdotal Evidence

Axel's Axiom - Anecdotal Evidence

Axel's Axiom
Anecdotal Evidence

Erscheinungstermin: 29.06.2015
Label: Foxtones Music, 2015

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[...] »Anecdotal Evidence« - das neue und für Deutschland das Debüt-Album des Pianisten Axel Schwintzer - darf durchaus als handfester Beleg für die Richtigkeit all jener Lobeshymnen gelten, die schon auf den Bandleader Schwintzer gesungen wurden. [...]

Glauben Sie nicht alles, was Sie hören! Gerade über Musiker werden oft eine Menge Geschichten erzählt und nicht alle entsprechen so ganz der Wahrheit. »Anecdotal Evidence« aber das neue Album des Pianisten Axel Schwinzter darf durchaus als handfester Beleg für die Richtigkeit all jener Lobeshymnen gelten, die schon auf den Bandleader Schwintzer gesungen wurden.

„Er schafft spannende und innovative Musik... und formuliert eine solide musikalische Aussage, die nur schwer ignoriert werden kann“ schrieb Edward Blanco in All About Jazz über »Uncommon Sense« (2011), Schwintzers Vorgänger Album mit seiner Band »Axel ´ s Axiom«. „Auch die Songs selbst zählen zu den Star Attraktionen. Dem Leader ist es gelungen, Stücke zu schreiben und zu arrangieren, die schon auf den ersten Blick frisch und ansprechend wirken, aber unter der Oberfläche mit einer interessanten harmonischen Fülle aufwarten können“ lautete das Fazit von Victor Aaron in »Something Else Reviews!« Und Rotcod Zzaj vom Online-Radio Improvijazzation Nation war begeistert: „Axel Schwintzer und seine Band bieten hier 10 Hoch-Energie-Stücke, und dabei die volle Bandbreite. Diese Stücke werden an der Spitze ihrer Playlisten bleiben. Mit höchster Empfehlung!“

Und das sind nur drei Beispiele aus dem breiten Presse Echo jenseits des Atlantiks. Aber warum loben amerikanische Experten den Deutschen Axel Schwintzer, während sein Name hierzulande bislang nur wenigen bekannt ist? Geboren wurde er schließlich in Köln, kurz nachdem Keith Jarrett mit seinem legendären Konzert in der dortigen Oper die allgemeine Aufmerksamkeit auf das moderne Jazzpiano gelenkt hatte. Mit zehn Jahren begann auch der junge Axel selbst mit dem Klavier und erwies sich als talentiert, schließlich wurde er mit einem Stipendium zum Studium an der wohl bekanntesten Jazz Hochschule der Welt ausgezeichnet: Berklee in Boston.

Nach dem Studium blieb Axel gleich in den USA, suchte die nächste Herausforderung in New York City, wo er sich einen Namen in der Jazzszene erspielte. „Ein Grund hier zu bleiben, ist für mich auch die quasi grenzenlose Auswahl von fantastischen Musikern.“ Einige davon hat Axel Schwintzer in seine Band berufen: den Bassisten Evan Gregor etwa, der auch mit Phil Woods unterwegs ist, oder den Schlagzeuger Marko Djordjevic, den Lionel Loueke wegen seiner Virtuosität und Musikalität zu den Besten zählt. An der Gitarre Aki Ishiguro, der regelmäßig in der berühmten 55 Bar in Greenwich Village spielt, unter anderem auch mit Kollegen wie Maria Schneider, John Zorn, Ari Hoenig. Der Brooklyner Tenorsaxofonist Aaron Henry komplettiert das Quintett. Als Improvisator knu¨pft er dort an, wo Michael Brecker viel zu früh unterbrochen wurde und hat längst seine eigene, markante Stimme entwickelt.

Es muss schon eine besondere Formel sein, die Axel Schwintzer anwendet, um eine solche Band in New York zusammen zu halten. Er nennt sie »Axel ´ s Axiom« - und er hat gute Gründe, sich nicht auf das gängige Piano-Trio-Format zu beschränken. „Ich sehe mich genauso als Komponist, wie als Pianist“ erklärt er seine Entscheidung. „Und mit mehr Instrumenten in der Band kann ich alle Klangfarben flexibler einsetzen. Wenn ich das Klavier zur Rhythmusgruppe zähle, können wir zum Beispiel einen dickeren Groove erzeugen. Für zwei Melodieinstrumente kann ich auch kontrapunktische Linien schreiben, das wäre als Trio einfach nicht so gut zu spielen.“

Dabei geht es Axel Schwintzer nicht darum, seine Musik schlicht möglichst einfach spielen zu können; im Vordergrund steht für ihn immer die musikalische Aussage: „Ein Stück Musik erzählt immer auch eine Geschichte. Musik ist eine Sprache. Ein hoch geschätzter Freund hat mal gesagt: sie ist die Sprache der Emotionen. Und damit ist Musik für alle verständlich, egal, welche Sprache sie sprechen.“

Nicht umsonst hat Schwintzer sein neues Album »Anecdotal Evidence« genannt, eigentlich ein Paradox aus der fabulierenden Unschärfe von Anekdoten und der juristischen Präzision von Beweismaterial. Die darauf enthaltene Musik jedenfalls belegt eindrücklich sein Können als musikalischer Erzähler. Auch wenn er versichert, dass Titel wie »Doppelgänger« oder »Above & Beyond« nicht auf autobiografische Anekdoten verweisen: vom Gospel-Piano-Einstieg in »Virtuos Cycle« über die Reggae-Episode in »Alter Ego« bis zum besinnlichen »Silver Lining« berichtet er in Melodien, Spannungsbo¨gen, Rhythmen (und manchmal auch zwischen den Zeilen) auf vielfa¨ltige Weise von der Welt – und beim Zuho¨ren mo¨chte man ihm bei- pflichten: „genauso habe ich das auch schon mal gesehen / gehört / empfunden!“

„Eine der Sachen, die mich überhaupt dazu gebracht haben, Musik zu machen, ist ein solider, breiter Groove, bei dem man sich direkt wohlfühlt“ sinniert Axel Schwintzer. „Das kann swingen, oder funky sein oder großartig gospelig. Aber wenn das da ist, dann können die anderen Elemente mehr Freiheit bekommen. Es geht doch um eine Balance zwischen dem Vertrauten und der U¨berraschung“. Deshalb gilt seine Vorliebe als Pianist – neben den eigenen Kompositionen – auch den altbekannten Standards des „Great American Songbook“, die ja zu den Grundlagen des modernen Jazzrepertoires gehören.

Aber während die Bebopper vor mehr als einem halben Jahrhundert neue Melodien auf altbekannte Akkordschemata schrieben, nahm Axel Schwintzer etwa eine Ballade wie »Body & Soul« und spann schon nach den ersten improvisierten Takten sein ganz eigenes »Unexpectedly« daraus weiter. So erzählt er es selbst. Den Beleg für diese Geschichte liefert sein Album »Anecdotal Evidence« - doch wer darin nur nach dem Fak- tencheck sucht, wird das Beste verpassen: eine bemerkenswerte Musik voller Vielfalt, mit markanten, persönlichen Beitra¨gen aller Beteiligten - und einem charakteristischen Bandsound, der das Zeug zum Ohrwurm hat.

Aaron Henry, alto & tenor saxophone
Axel Schwintzer, piano, keyboards
Aki Ishiguro, electric & acoustic guitar
Evan Gregor, acoustic & electric bass
Marko Djordjevic, drums

  1. Virtuous Cycle
  2. Antimatter
  3. Doppelgänger
  4. Alter Ego
  5. Silver Lining
  6. Above & Beyond
  7. Shadow Of A Doubt
  8. Shakedown
  9. Unexpectedly

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