Belli Fischer Rimmer - Songs Without Words

Belli Fischer Rimmer - Songs Without Words - Album cover
Belli Fischer Rimmer - Songs Without Words

Belli Fischer Rimmer
Songs Without Words

Erscheinungstermin: 27.06.2025
Label: Neuklang, 2025

Belli Fischer Rimmer - Songs Without Words - bei JPC kaufen

jazz-fun`s recap:

Das ungewöhnliche Instrumentarium – Posaune, Schlagwerk und Klavier – fordert auf ganz natürliche Weise zu kreativen Arrangements und einer faszinierenden Klanggestaltung heraus. Bekannte Lieder und Songs, hier ausschließlich instrumental interpretiert, entfalten eine ganz eigene Magie: Für all jene, die die Stücke mitsamt ihrer Texte im Ohr haben, entstehen beim Hören unweigerlich innere Resonanzen – Erinnerungen, Emotionen, Texte, die im Kopf mitschwingen. Über sechzig Minuten Musik, verteilt auf sechzehn Stücke, laden ein zu einer konzentrierten, fast meditativen Auseinandersetzung mit Melodie, Klang und Interpretation. „Songs Without Words“ ist ein facettenreiches Album, das still und unaufdringlich eine außergewöhnliche musikalische Tiefe entfaltet – ein echter Hörgenuss für aufmerksame Zuhörer:innen. (Jacek Brun, 03.07.2025)

Besetzung

Frederic Belli - trombone
Johannes Fischer - percussion
Nicholas Rimmer - piano

Instrumentale Poesie – „Songs Without Words“ von Belli, Fischer & Rimmer

Mit Songs Without Words legt das Freiburger Trio Belli Fischer Rimmer ein außergewöhnliches Jazzalbum vor, das ganz ohne Gesang auskommt – und dennoch von Geschichten erzählt. Die instrumentalen Arrangements basieren auf Liedern der drei Komponisten Kurt Weill, Tom Waits und Franz Schubert, die über Generationen hinweg auf ganz eigene Weise den Randfiguren des Lebens eine Stimme verliehen haben.

Im Zentrum stehen dabei Sehnsüchte, gebrochene Existenzen, zarte Utopien und düstere Realitäten. Kurt Weill, der ins amerikanische Exil getrieben wurde, schuf musikalische Porträts, die das Berliner Kabarett und das Broadway-Melodram verbinden. Tom Waits wiederum verleiht den „Rain Dogs“ (den Gestrandeten und Vergessenen) mit rauen Balladen eine poetische Würde. Und Franz Schubert, Kind der Romantik, lässt in seinen Liedern Nacht und Traum zu Rückzugsorten einer fragilen Hoffnung werden.

Belli Fischer Rimmer verweben die Klangwelten dieser drei Komponisten in einem kammermusikalischen Jazz-Kontext, der atmosphärisch dicht und stilistisch offen bleibt. Die Arrangements bewahren den Geist der Originale, entwickeln aber eine neue, ganz eigene Erzählweise. „Wir spielen Lieder ohne Worte, die trotzdem Geschichten erzählen: vom Scheitern, vom Suchen, von flüchtigem Glück“, so das Trio.

Songs wie „Jockey Full of Bourbon“, „Muriel“ oder „Trampled Rose“ von Tom Waits erscheinen im jazzigen Gewand, während Schuberts „Nacht und Träume“ oder „Auf dem Wasser zu singen“ mit behutsamer Intimität neu gehört werden können. Weills „Youkali“, „Der Abschiedsbrief“ und „Lost in the Stars“ fügen eine bittersüße Note hinzu – eine Mischung aus Trost, Ironie und Illusion.

„Songs Without Words“ ist ein Album über existenzielle Fragilität, über das Verlorengehen und das Festhalten an einem letzten Funken Hoffnung. In der Reduktion auf das Instrumentale liegt dabei eine eigene Ausdrucksstärke – ganz im Sinne der musikalischen Romantik, die sich auch im Werk eines Tom Waits fortsetzt.

Text: Neuklang

Titelliste

  1. Jockey Full of Bourbon
  2. Muriel
  3. Der Abschiedsbrief
  4. All the World Is Green
  5. Diamonds & Gold
  6. Nacht und Träume (D 827)
  7. Lost in the Stars
  8. Cemetery Polka
  9. Youkali
  10. Misery Is the River of the World / Auf dem Wasser zu singen (D 774)
  11. Soldier's Things
  12. Das Heidenröslein (D 257)
  13. Trampled Rose
  14. Nannas Lied
  15. Swordfishtrombone
  16. Ruby's Arms

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 5 plus 2.