Benjamin Schatz - Distant Light

Benjamin Schatz - Distant Light

Benjamin Schatz
Distant Light

Erscheinungstermin: 03.06.2011
Label: DoubleMoon, 2010

Bestellen bei JPCBestellen bei AmazonBenjamin Schatz - Distant Light - bei iTunes kaufen

Dezente Klangtupfer, wie Licht in der Ferne, schweben im Raum, wenn Benjamin Schatz sein Debüt-Album eröffnet. Es sind die leisen Töne, die überwiegen, es ist die Kunst des Weglassens, die aufhorchen lässt. Das ganze Album swingt federleicht, hat ruhig-melancholische Phasen, schwelgt zeitweise in schrägen Metren, und ist zum Glück meilenweit entfernt von der Jazz-Muzak einer Piano-Bar – trotz der Eingängigkeit, mit der die Stücke daherkommen.

Nach seinen Einflüssen gefragt, ist Benjamin kaum zu stoppen. In seiner Aufzählung finden sich u. a. J. S. Bach, Keith Jarrett, Richie Beirach, D. Shostakovich, A. Bruckner, G. Ligeti, Radiohead, Michael Jackson, Fred Hersch, Mulgrew Miller, Art Tatum, S. Rachmaninov, S. Prokofiev, Ivo Pogorelich, Glenn Gould... Schatz ist bescheiden genug, seine Einflüsse und Vorbilder zu kennen und benennen. Doch er ist auch selbstbewusst genug, vor diesen nicht in Ehrfurcht zu erstarren, sondern seinen eigenen Weg geradlinig zu gehen, mit einer Leichtigkeit und Gelassenheit, die sich komplett auf diese CD übertragen hat. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Tontechniker von „Distant Light“ Martin Pearson heißt. Pearson hat seit 1999 unzählige Live-Aufnahmen von Keith Jarrett für ECM betreut. Klanglich ist an diesem Werk also alles bestens gelungen. Und wenn Richie Beirach wie hier die Liner Notes schreibt, ist ein musikalisch ebenso gelungenes Oeuvre zu erwarten.

„Distant Light“, das Licht in der Ferne, ist in Silberstreif am Horizont. Und dieser Silberstreif trägt den Namen Benjamin Schatz. Der dreißigjährige Benjamin Schatz ist bereits seit sechsundzwanzig Jahren Musiker. Denn im Alter von vier Jahren begann er das Geigenspiel und 24 Monate später kam das Klavier hinzu. Dieses Instrument studierte er schließlich auch. Zuerst klassisches Piano in Trossingen und Los Angeles, wo er 2004 die „Concerto Competition California State University Long Beach“ gewann. Zurück in Deutschland studierte er Jazz Piano bei Richie Beirach an der Musikhochschule Leipzig. Hier schloss er im Sommer 2008 mit einem Diplom (Note 1, 0) ab und ging an das Wiener Konservatorium für die Masterstudiengänge Jazzklavier und Jazzkomposition.

Pepe Berns am Bass und Heinrich Köbberling am Schlagzeug bilden die Rhythmusgruppe, beide sind international etablierte Musiker, die neben ihrer Lehrtätigkeit auch immer wieder internationale Stars von Benny Golson bis Bob Mintzer (Berns), von Ernie Watts bis Julia Hülsmann (Köbberling) begleiten. Johannes Enders unterstützt das Trio in der zweiten CD-Halbzeit, erweitert das Klangspektrum um seine mächtige Stimme, und auch er kann mit einer beeindruckenden "spielte mit"-Liste aufwarten (aktuell im Billy Hart-Trio). Und alle drei sind Professoren an der Musikhochschule Leipzig, die ihren einstigen Schüler Benjamin Schatz so hoch schätzen, dass sie ihn auf seinem Erstling gerne und profund begleiten.

  1. Distant light
  2. Little dream of a lonely rabbit
  3. A dark summer
  4. Zada's eyes
  5. Four
  6. Suite (Part 1)
  7. Suite (Part 2)
  8. Suite (Part 3)
  9. Suite (Part 4)

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 6 und 3.