Rezension des Albums "Dog Dance" von Black Dog Groove Society
Black Dog Groove Society
Dog Dance
Erscheinungstermin: 12.06.2026
Label: Timezone Records, 2026
Die schönsten Grooves entstehen dort, wo vier Musiker dieselbe Freude am Spielen teilen
Es gibt Musik, die vom ersten Moment an in Bewegung ist. Nicht, weil sie laut oder spektakulär sein möchte, sondern weil ihr Groove so selbstverständlich entsteht, dass man sich ihm kaum entziehen kann. Genau diese Energie prägt Dog Dance, das zweite Album der Black Dog Groove Society.
Nach dem Debüt Fetch the Stick knüpft das Quartett nahtlos an seine musikalische Idee an und entwickelt sie konsequent weiter. Im Mittelpunkt steht ein unverwechselbarer Bandsound, der den warmen Klang der Hammond-Orgel mit modernem Jazz, Soul und Funk verbindet. Daraus entsteht eine Musik, die zugleich kraftvoll, melodisch und voller rhythmischer Raffinesse ist.
Die Band – Katharina Maschmeyer, Nils Pollheide, Dirk Schaadt und Hardy Fischötter – versteht sich dabei nicht als Begleitensemble einzelner Solisten, sondern als eingespielte Einheit. Jeder Musiker erhält Raum, eigene Ideen einzubringen, ohne dass der gemeinsame musikalische Fluss jemals verloren geht. Gerade diese Balance zwischen individueller Ausdruckskraft und kollektivem Musizieren macht den besonderen Reiz des Albums aus.
Die Eigenkompositionen leben von einer beeindruckenden Leichtigkeit. Rhythmische Figuren entwickeln sich organisch weiter, melodische Themen werden aufgenommen, verändert und mit großer Spielfreude fortgeführt. Die Soli wirken nie wie Pflichtübungen oder technische Demonstrationen, sondern entstehen selbstverständlich aus dem musikalischen Geschehen heraus. Man spürt, wie aufmerksam die Musiker aufeinander reagieren und wie viel Vertrauen in diesem Zusammenspiel steckt.
Besonders bemerkenswert ist die natürliche Verbindung von Groove und musikalischer Substanz. Dog Dance lädt durchaus zum Mitwippen oder sogar zum Tanzen ein, eröffnet aber ebenso ein intensives Hörerlebnis für alle, die sich auf die vielen Details der Arrangements und Improvisationen einlassen möchten. Hinter der unmittelbaren Energie verbirgt sich eine sorgfältig gestaltete musikalische Architektur.
Vor allem aber vermittelt dieses Album etwas, das sich nicht komponieren lässt: echte Freude am gemeinsamen Musizieren. Diese Begeisterung überträgt sich unmittelbar auf den Hörer und verleiht der Musik ihre ansteckende Lebendigkeit. Nichts wirkt routiniert oder vorhersehbar. Stattdessen entwickelt sich jeder Titel mit Offenheit, Kreativität und spürbarer Leidenschaft.
Dog Dance ist ein Album voller Energie, kluger Kompositionen und hervorragender Improvisationen. Black Dog Groove Society beweist eindrucksvoll, dass Groove und musikalische Tiefe keine Gegensätze sind. Wer Jazz mit Soul, Funk und einer gehörigen Portion Spielfreude schätzt, wird an diesem Album viel Freude haben.
(Jacek Brun, 16.07.2026)
Besetzung
Katharina Maschmeyer - tenor saxophone
Nils Pollheide - guitar
Dirk Schaadt - hammond organ
Hardy Fischötter - drums
Titelliste
- Dog Dance
- 2 Cute
- For Sco
- Max & Wick
- Do Your Thing
- Diaper Don
- Mingo
- Cats & Cheese
- Goldie's Pogo Lab
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