Black Lives - People Of Earth

Black Lives - People Of Earth
Black Lives - People Of Earth

Black Lives
People Of Earth

Erscheinungstermin: 19.04.2024
Label: Jammin' Colors, 2023

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jazz-fun`s recap:

Musik mit einer Message. Musikalisch auf höchstem Niveau, was man auch erwarten kann, wenn man die Liste der beteiligten Künstler liest. Hervorragende Kompositionen und Improvisationen. Doch aufgrund seiner einzigartigen Botschaft kann dieses Album kaum als ein weiteres Album mit wunderbarer, durch und durch moderner und einfühlsamer Musik angesehen werden. Es ist ein besonderes Programm, dessen soziale Bedeutung viel ausdrucksstärker und kraftvoller erscheint als die Musik, die es begleitet.

Wollte man die "main message" des internationalen Musikerkollektivs Black Lives in einem Wort zusammenfassen, so wäre es "essentiell" im Sinne von unbedingt und zwingend. Das 26-köpfige Ensemble unter der Leitung des amerikanischen Bassisten Reggie Washington und seiner aus Brüssel stammenden Frau Stefany Calembert arbeitet unermüdlich an der Verwirklichung seines großen Traums - manche würden auch sagen: einer naiven Utopie -, die sowohl künstlerisch als auch sozial gelebt wird.

Black Lives hat sich in den letzten Jahren bereits durch eindrucksvolle Auftritte einen Namen gemacht und setzt mit seiner Botschaft von Vielfalt und Toleranz ein wichtiges Zeichen in Zeiten zunehmender rechtspopulistischer Tendenzen in Europa. Das Projekt wurde 2021 von Stefany Calembert und dem Bassisten Reggie Washington ins Leben gerufen und besteht aus einer Kernformation, die durch wechselnde kollaborierende Musiker:innen ergänzt wird. Ein ambitioniertes und komplexes Projekt, das auf der Bühne durch die große Verbundenheit und Hingabe der Musiker:innen lebt.

Unverzichtbarer denn je, gerade in Zeiten, in denen hierzulande immer mehr Menschen auf die Straße gehen, um ein Zeichen zu setzen gegen die menschenverachtenden Ziele einer Partei, die in den letzten Jahren in immer mehr Parlamente eingezogen ist und mit ihren rassistischen Inhalten längst die Politik der sogenannten bürgerlichen Parteien beeinflusst - aus Angst vor Stimmenverlusten und einer weiteren Radikalisierung der "schweigenden Mitte".

Musiker:innen aus den USA, Afrika, der Karibik und Europa vereinen sich auf "People of Earth" erneut in ihrem Kampf für Gleichheit und Gerechtigkeit und präsentieren fünfzehn neue Songs aus den Genres Jazz, Soul, Funk, Hip-Hop und Blues.

Dabei geht es um nicht weniger als die Zukunft unserer Gesellschaften, die sich immer mehr in den Auswüchsen eines alles verschlingenden Materialismus und des Misstrauens gegenüber dem "Fremden" zu verlieren drohen. Sie kämpfen für eine Welt der Einheit, des Friedens und der Freiheit.

Wenn man sich organisiert und gemeinsam kämpft, ist es möglich, Veränderungen herbeizuführen.

Eine wesentliche Stärke von Black Lives ist auch der unbedingte Wille, die Erfahrungen der einzelnen Mitglieder zu bündeln, geradezu zu transzendieren und die jeweiligen Talente und Persönlichkeiten in den Dienst des "großen Ganzen" zu stellen. Das klingt vielleicht ein wenig esoterisch, aber gerade bei den starken Egos, die Künstler:innen ja oft haben, übernimmt jede und jeder die Rolle des "Speakers" und erzählt eine persönliche Geschichte, die sich auch aus gemeinsamen Auftritten mit Ikonen wie Miles Davis, Meshell Ndegéocello, Salif Keita, Roy Hargrove, Cassandra Wilson, Steve Coleman, Wayne Shorter, Esperanza Spalding, um nur einige zu nennen, speist.

Wie schon beim ersten Sampler Black Lives - from Generation to Generation aus dem Jahr 2022 - und da war die Botschaft ja schon im Albumtitel enthalten und 2023 zu Recht für den Deutschen Jazzpreis nominiert - reicht die Altersspanne auch bei People of Earth" wieder von 30 bis 70 Jahren.

Das kann nur gut sein und alle haben sich wieder dem gemeinsamen Ziel verschrieben, das auch 2024 aktueller denn je ist:
"Eine Liebe, eine Welt, ein Traum, wir alle zusammen".

Die meisten Songs wurden während der Black Lives-Tourneen durch Europa in den Jahren 2022 und 2023 aufgenommen. An ihren freien Tagen haben die Musiker:innen an People of Earth gearbeitet und später im Quai-Son Studio im Großraum Paris aufgenommen. Die Kompositionen sind größtenteils unveröffentlicht (mit Ausnahme einer Coverversion von Jef Lee Johnsons "Move" und einer neuen Version von Adam Falcons "Better Days").

Die hervorragende Klangqualität, für die erneut Russell Elevado für die Aufnahmen und Alex DeTurk für das Mastering verantwortlich zeichneten, ist nur eine der vielen Qualitäten dieses Albums, dessen Besetzung im Wesentlichen gleich geblieben ist.
Für das Artwork zeichnet wieder die bekannte Grafikerin Rebecca Meek (Motema Music, Bob Marley, Gregory Porter, Meshell Ndegéocello u.v.a.) verantwortlich.

Text: Jammin' Colors

  1. Intro: friendship
  2. When we love
  3. Think
  4. On Sel Rev
  5. Fifth dimension
  6. Move
  7. I apologize
  8. Valley of Kings
  9. Jubie's Jones
  10. Price to pay
  11. People of Earth
  12. Better days
  13. Awakening
  14. AfRi-LoGiKaL
  15. Outro: On Sel Rev

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