Black String - Karma

Black String - Karma

Black String
Karma

Erscheinungstermin: 27.09.2019
Label: ACT, 2019

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Yoon Jeong Heo - geomungo
Jean Oh - guitar, electronics, beat mixing (on 2)
Aram Lee - daegeum, yanggeum, tungso, danso & taepyeongso
Min Wang Hwang - voice, janggu, percussion & taepyeongso

Special Guest:
Nguyên Lê - guitar (on 3 & 4)

Black String erweitern den Schubladenbegriff Weltmusik um viele Dimensionen. Das südkoreanische Quartett um die Geomungo-Spielerin Yoon Jeong Heo jongliert mit unterschiedlichen stilistischen Bausteinen aus traditioneller asiatischer Musik, Jazz, Blues- und Rockelementen sowie Elektronik. Eine kraftvolle vor Klangfarben berstende Mischung, bei der Improvisation und tradierte Formen ineinanderfließen: „Karma“ – das ist moderne globale Musik ohne Grenzen, aber mit starken Wurzeln.

Schon Black Strings Debütalbum „Mask Dance“ begeisterte Publikum wie Fachwelt. Von „hinreißendem, hypnotischem, psychedelischen, majestätischem Korea-Postrock“ schrieb New York Daily Music, das britische Magazin Jazzwise nannte das Album „eine bezaubernde Erkundung dessen, was erreicht werden kann, wenn alt und modern zur kreativen Fusion gebracht wird“, das deutsche Magazin Jazzthetik sprach von „einer kleinen Sternstunde für die Weltmusik“. In ihrer Heimat bekam Black String den Korean Music Award für „Best Jazz and Crossover Performance“, und das führende Weltmusikmagazin Songlines kürte „Mask Dance“ zur besten asiatischen Produktion 2018. Folgerichtig ging es für Band danach auf zwei Jahre lang auf Welttournee zu den renommiertesten Häusern und Festivals. Was das Zusammenspiel von Yoon Jeong Heo an ihrer Geomungo, dieser so vielseitig bespielbaren überdimensionalen Zither, mit Jean Oh an der Gitarre, Aram Lee an den Flöten, Daegeum und Yanggeum sowie mit dem Janggu-Perkussionisten und Sänger Min Wang Hwang noch einmal deutlich vertieft hat. Davon kann man sich jetzt auf dem zweiten Album von Black String überzeugen. Wer „Mask Dance“ mochte, wird „Karma“ lieben.

Noch kunstvoller und vielschichtiger werden hier die typischen Melodielinien der klassischen asiatischen Musik und der Klang der traditionellen Instrumente mit dem Mitteln aktueller Stile zu einer völlig neuen, eigenen Musik verschmolzen. Schon der Opener „Sureña“ zieht einen vollkommen in seinen Bann: Ein groovendes Blues-Cluster unterlegt das ätherische Thema, das von den verschiedenen Instrumenten wie im Jazz in Improvisationssoli übernommen wird. Auch elektronische Sounds kommen sparsam zum Einsatz. Noch verblüffender ist die Wirkung, wenn Min Wang Hwang auf „Exhale-Puri“ einen traditionellen koreanischen Schamanen-Gesang dramatisch steigert, um dann ins Shouting überzugehen – von der Band mit anschwellenden Rock-Rhythmen begleitet. „Blue Shade“, das Schlussstück des Albums schließlich erklingt fast wie eine Art fernöstlicher ProgRock. Ohnehin ist die rhythmische und dynamische Wucht unwiderstehlich, mit der Black Strings stilistische Mischung aus alt und neu auf einen zurollt. Da ließ es sich auch Nguyen Lê, der Doge des musikalischen Kulturtransfers – in seinem Fall zwischen vietnamesischer Volksmusik mit Jazz und Rock – nicht nehmen, auf zwei Stücken mitzuspielen. Es kann auf „Karma“ aber auch ganz geheimnisvoll und meditativ klingen wie beim Titeltrack.

Karma ist der Begriff für das asiatische spirituelle Konzept, nach dem jede Handlung unweigerlich eine physische wie geistige Folge hat. Ein perfekter Titel für dieses Album: Mit seinen zugleich komplexen wie radikal eingängigen, Epochen wie Stile verschränkenden Stücken lässt Black String keinen Hörer kalt und löst gedankliche wie körperliche Reaktionen aus: Ein in jeder Hinsicht fesselnder Hörtrip.

Text: ACT

  1. Sureña
  2. Hanging gardens of Babylon
  3. Elevation of light
  4. Song of the sea
  5. Exit music (for a film)
  6. Exhale-puri
  7. Karma
  8. Beating road
  9. Blue shade

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