Brad Mehldau - Ride into the Sun

Brad Mehldau - Ride into the Sun - Album cover
Brad Mehldau - Ride into the Sun

Brad Mehldau
Ride into the Sun

Erscheinungstermin: 29.08.2025
Label: Nonesuch Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Brad Mehldau feiert das Schaffen von Elliott Smith mit einem Album, das weit mehr ist als nur eine Sammlung von Bearbeitungen seiner Kompositionen. Ride into the Sun betont die wesentlichen Aspekte der Songkunst dieses außergewöhnlichen Musikers und kleidet sie in vielfältige, fein ausgearbeitete instrumentale Arrangements. Die Stücke werden durch ausdrucksstarke Soli bereichert und von einer erlesenen Besetzung, angeführt vom Pianisten selbst, in großartiger Weise interpretiert.

Beeindruckend ist hier alles – von den ursprünglichen Songs bis hin zur künstlerischen Umsetzung. Für diejenigen, die Smiths Musik kennen und lieben, eröffnet sich ein neuer Blick auf vertraute Stücke. Für alle anderen ist dieses Album die perfekte Einladung, in seine Welt einzutauchen und zu den Originalen zurückzukehren.

Darüber hinaus steuert Mehldau vier eigene Kompositionen bei, inspiriert von Smiths Werk, die sich nahtlos in dieses geschlossene und berührende Gesamtwerk einfügen. "Ride into the Sun" ist nicht nur eine kostbare Entdeckung für die Fans beider Musiker, sondern auch ein künstlerisches Dokument, das zweifellos Bestand haben wird. Danke für diese wunderbare Musik, Mr. Mehldau!

(Jacek Brun, 30.08.2025)

Besetzung

Brad Mehldau – piano
Chris Thile – mandolin, vocals
Daniel Rossen – vocals, guitars
John Davis – electric and acoustic bass
Felix Moseholm – acoustic bass
Matt Chamberlain – drums, percussion
Orchestra conducted by Dan Coleman

Brad Mehldau – Ride into the Sun: Eine Hommage an Elliott Smith

Brad Mehldaus neues Album „Ride into the Sun” ist ein Songbook-Album mit Musik des viel zu früh verstorbenen Sängers, Songwriters und Gitarristen Elliott Smith. Mehldau hat die Songs gemeinsam mit einer hochkarätigen Runde von Musiker:innen aufgenommen: Mit von der Partie sind Daniel Rossen (Grizzly Bear) am Gesang und an der Gitarre, Chris Thile (Punch Brothers, Nickel Creek) am Gesang und an der Mandoline, Felix Moseholm (u. a. Brad Mehldau Trio, Samara Joy) und John Davis am Bass – Letzterer zeichnete außerdem für das Engineering und den Mix verantwortlich – sowie Matt Chamberlain (Fiona Apple, Tori Amos, Randy Newman) am Schlagzeug. Zusätzlich kommt ein Kammerorchester unter der Leitung von Dan Coleman zum Einsatz, der bereits Mehldaus Album „Highway Rider” (2010) dirigiert hatte.

„Ride into the Sun” umfasst zehn Elliott-Smith-Songs, ergänzt um vier Eigenkompositionen von Mehldau, die, wie er sagt, „von Smith inspiriert sind und sein Werk reflektieren”. Ebenfalls auf dem Album ist eine Interpretation von Big Stars „Thirteen“, das auch Smith gecovert hat, sowie Nick Drakes „Sunday“. Für Mehldau ist Drake „eine Art visionärer Pate von Smith”.

Wie Mehldau Smiths Musik für sich entdeckte? Nach Jahren in New York zog er nach Los Angeles und stieß dort auf eine vibrierende Singer-Songwriter-Szene rund um den Club Largo. „Dort traf man auf Elliott, aber auch auf Leute wie Rufus Wainwright oder Fiona Apple“, erinnert sich Mehldau. „Freitagabends kamen auch erfahrene Musiker:innen vorbei und setzten sich zur Session unter der Leitung von Jon Brion auf die Bühne. Ich spielte mit Jon hinter Elliott. Das fühlte sich an wie eine kleine Renaissance des Songwritings, die sich über mehrere Jahre hielt.“

„Elliott Smith beherrschte das Wechselspiel aus Licht und Schatten meisterhaft – nicht zuletzt dank seiner ganz eigenen Harmonik“, so Mehldau. „Er kombinierte Dur- und Mollklänge auf seine Art. Das ist zum Beispiel im faszinierenden Akkordwechsel gegen Ende von ‚Tomorrow Tomorrow‘ zu hören – er taucht nur ganz kurz auf, direkt vor dem letzten Vers. Ich greife ihn auf und dehne ihn für mein Pianospiel aus. Dieses Spannungsfeld aus Moll und Dur hat eine lange Tradition – für mich schwingen da auch Schubert oder Brahms mit.“

Besonders prägnant wird diese emotionale Ambivalenz für Mehldau in „Better Be Quiet Now“: „Ein Trennungssong, so zart wie schmerzvoll. Der Protagonist lächelt traurig beim Abschied. ‚Smiling through tears‘ – so hat ein Brahms-Biograf einmal ein Stück von ihm beschrieben. Genau das trifft es hier.“

Der Albumtitel entstammt dem Song „Colorbars“, in dem Smith singt: „Everyone wants me to ride into the sun.“ Mehldau ergänzt: „Wenn ich Musik höre, habe ich manchmal das Gefühl, mit jemandem in Verbindung zu treten, der nicht mehr hier ist – so wie mit ihm. Dieses ‚Ride into the Sun‘ – vielleicht ist es ein ewiges Weiterreiten in Richtung Licht. Keine Ahnung … da ist etwas Mystisches.“

Ride into the Sun ist Brad Mehldaus 22. Veröffentlichung auf Nonesuch. Sein Labeldebüt gab er 2004 mit dem Soloalbum „Live in Tokyo“. Seitdem sind unter anderem sechs Trio-Alben, diverse Kollaborationen sowie weitere Solo-Werke erschienen. Zuletzt veröffentlichte Mehldau im Mai 2024 die Alben After Bach II und Après Fauré, auf denen er Werke der namensgebenden Komponisten mit eigenen, davon inspirierten Kompositionen kombiniert.

Text: Nonesuch Records

Titelliste

  1. Better Be Quiet Now
  2. Everything Means Nothing to Me
  3. Tomorrow Tomorrow (feat. Daniel Rossen)
  4. Sweet Adeline
  5. Sweet Adeline Fantasy
  6. Between the Bars
  7. The White Lady Loves You More
  8. Ride into the Sun: Part I
  9. Thirteen
  10. Everybody Cares, Everybody Understands
  11. Somebody Cares, Somebody Understands
  12. Southern Belle (feat. Daniel Rossen)
  13. Satellite
  14. Colorbars (feat. Chris Thile)
  15. Sunday
  16. Ride into the Sun: Conclusion

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