Brotherly - Analects

Brotherly - Analects

Brotherly
Analects

Erscheinungstermin: 05.03.2021
Label: Whirlwind Recordings, 2020

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Anna Stubbs - voc
Rob Mullarkey - b, g, synth, p, voc
Donny McCaslin - ts
Kaidi Tatham - clav, synth, fl
Jason Rebello - p
Ty - voc
Eska - voc
and more …

Brotherly baute eine Brücke zwischen Jazz und experimenteller Tanzmusik und war eine der kreativsten Bands, die Mitte der 2000er Jahre aus Großbritannien hervorgingen. Die Sängerin und Pianistin Anna Stubbs und der Multiinstrumentalist Rob Mullarkey studierten Jazz am Leeds College of Music und an der Guildhall School of Music und tauchten dann in die Londoner Clubkultur ein, insbesondere in die Broken-Beat-Szene, die um Nächte wie Co-Op wuchs.

Brotherlys Debütsingle „Put It Out“ aus dem Jahr 2005 spiegelte diesen Einfluss wider. 2007 veröffentlichte das Duo ein Album in voller Länge, One Sweet Life, gefolgt von Find First Light im Jahr 2010, und eine Sammlung ihrer herausragenden Tracks wird nun zum ersten Mal veröffentlicht auf Limited Edition Vinyl (und CD/DL) als Analects.

Es hat einen bisher unveröffentlichten Track, „The Code“, und drei überarbeitete Tracks mit den neuen Gästen Donny McCaslin, Kaidi Tatham und Jason Rebello. Die herausragende Besetzungsliste für das von Anna und Rob geschriebene Material macht deutlich, dass das Duo schon immer an Vielem aber nicht an einer Schule interessiert war. Der Keyboarder Tatham und die Sängerin Eska waren Schlüsselfiguren im Broken Beat. Der Pianist Rebello ist seit Mitte der 80er Jahre ein wichtiger Name im britischen Jazz. Rapper Ty, der das lyrische und musikalische Klischee geschickt umging, war ein furchtloser Wegbereiter des britischen Hip-Hop. McCaslin ist ein vielseitiger, dynamischer amerikanischer Saxophonist, der unter anderem für seine Arbeit mit Maria Schneider und David Bowie bekannt ist.

Im Zentrum von Analects stehen die feinen Kompositionen und Produktionen von Anna und Rob. Das Vokabular, das sie entwickelten, hatte die Komplexität, die man von Musikern mit improvisatorischem Hintergrund erwarten würde, aber sie waren sich immer noch bewusst, wie ein Song durch die Art von Outré-Sequenzierung, Engineering und Mixing, die die Temperatur in Clubs erhöht hatte, transformiert werden konnte.

Brotherly schuf musikalisch ehrgeizige Werke, die auch für die damalige Clubkultur relevant waren, und würdigte das Aufkommen vieler produzentengetriebener Bewegungen, von denen improvisierende Künstler lernen konnten. „System“ mit seiner Bulldozer-Basslinie, dem spritzigen Thema und der ätherischen Flöte setzt ihre Bude brillant in Szene, während die Kombination aus einem afrikanisch geneigten 6/8-Puls und Kaidi Tathams Pfeifentasten „Raindown“ überzeugend hypnotisch macht. Jason Rebellos anmutiges akustisches Klavier verleiht „World In A World“ eine federleichte Sensibilität, während die funky Säule von „Skin Deep“ eine neckende Kulisse für Kommentare zur vergeblichen Oberflächlichkeit darstellt, ein aktuelles Stück in einer Selfie-besessene Gesellschaft.

Andererseits erzählt Anna poetische Texte in „Searching“ (ich suche etwas anderes / versuche mich selbst zu transzendieren) oder „The Code“ (Er ist die größte Geschichte der Welt / Die Geschichte des matriarchalischen Ruhms / Sie gebar ihm ein Kind / Dieses Kind mussten sie verstecken). Sie sind von der Bereitschaft getragen, Themen anzusprechen, die so vielfältig sind wie die Suche nach Individualität und die kryptische, umwerfende Hintergrundgeschichte des Da Vinci-Codes. „One Sweet Life“ mit seinem herzschlagartigen Riff und seinem markigen Refrain (um dein Ding zu machen / zu sinken oder zu schwimmen) hat angesichts des jüngsten Todes des vorgestellten Gastes Ty und des Gefühls der allgemeinen Verletzlichkeit, das durch den Beginn der Covid-19-Pandemie entstanden ist, eine große Schärfe angenommen. Diese neue Bedeutung unterstreicht die Tatsache, dass Brotherlys Musik nun als unschätzbares Bindeglied zwischen einer Vergangenheit eines unbeschwerten Geisteszustands und einer Gegenwart universeller Angst steht. Umso mehr Grund, das zweite Kommen einer Band und ihre Musik zu feiern, die den Test der Zeit bestanden hat.

Text: Kevin Le Gendre/Whirlwind Recordings

jazz-fun.de meint:
Das ist Musik, die nicht ermüdet, nicht nervt, nicht ungeduldig macht. Fließend, zeitweise sehr frei, tanzbar und sehr "europäisch".

  1. System
  2. Put It Out (feat. Eska)
  3. Raindown (feat. Kaidi Tatham)
  4. World In A World (feat. Jason Rebello)
  5. Requiem
  6. Skin Deep
  7. Hiding Behind Your Lies
  8. Spin Down
  9. Shame
  10. Searching
  11. A Little Trouble
  12. Breather
  13. The Code
  14. Navigator
  15. DTs (feat. Donny McCaslin)
  16. One Sweet Life (feat. Ty)

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