C.A.R. - Valonia
C.A.R.
Valonia
Erscheinungstermin: 07.03.2025
Label: Bimba Records, 2025
„Valonia“ bestätigt die große Klasse dieser jungen Band. Viele farbige Kompositionen, hervorragend arrangiert und mit vielen zusätzlichen Instrumenten bereichert. Diese durch und durch moderne Musik, scheinbar weit entfernt von den Traditionen des Jazz, eröffnet neue musikalische Horizonte und erfreut uns mit farbenfrohen und interessanten Landschaften. Ein weiteres sehr gutes Album dieser äußerst interessanten Band! (Jacek Brun, 08.03.2025)
Besetzung
Leonhard Huhn — saxophone, electronics, voice
Christian Lorenzen — wurlitzer, synthesizers
Kenn Hartwig — bass
Johannes Klingebiel — drums
Evi Filipou - vibraphone, marimba, percussion
Elif Dikeç - voice
Oxana Omelchuk - EMS Synthi, theremin
Über das Jazz Album "Valonia" von C.A.R.
Für ihr neues Studioalbum, das am 07.03.2025 erschienen ist, träumt die Köln-Berliner Band C.A.R. von einem malerischen Fleckchen Erde in den Bergen und am Meer, inmitten dichter Wälder und weiter Steppen, antiker Ruinen und futuristischer Öko-Städte, zum Skifahren, Surfen und Golfen.
In Valonia kann nur Vollpension inklusive Cocktails, Kaffee und Snacks gebucht werden. Um diesen Rundum-Service garantieren zu können, haben die vier Musiker ihr Personal kompetent und konsequent erweitert: Die griechische Berlinerin Evi Filippou brachte ihr ganzes Arsenal an Vibraphon, Marimba und Percussion mit ins Studio und ist auf allen Stücken des Albums zu hören. Die weißrussische Kölnerin Oxana Omelchuk taucht hier und da mit ihren Theremins und EMS-Synthesizern auf, die vermutlich älter sind als alle Bandmitglieder zusammen, und im letzten Stück „Playground“ hat die Istanbulerin Elif Dikeç einen Cameo-Auftritt, singt auf Türkisch von Gärten und Geistern und verschwindet dann selbst wie einer.
Nach ihrem letzten frei improvisierten Album Gästeliste (2023) sind auf Valonia wieder Eigenkompositionen zu hören, erstmals mit Beiträgen aller vier Bandmitglieder. Von Pianist Christian Lorenzen stammt zum Beispiel das Titelstück mit seinen sphärisch wuchernden Klangwolken, die schließlich in ein walzerhaftes Klavier-Ostinato mit immer neuen Melodiegeflechten münden. „Yacouba“ von Bassist Kenn Hartwig hat einen ähnlich zweigeteilten Aufbau, mit Marimba-getriebenen Grooves, über denen sich lange Melodiefäden entspinnen, bis die Reise plötzlich und scharf in sumpfigen Wabereffektwelten endet und plötzlich ganz zart und zerbrechlich wird. Zart ist auch die Ballade „Rupf“ des Saxophonisten Leonhard Huhn, in der ein Fuß behutsam von Ton zu Akkord zu Ton und wieder zurück gesetzt wird.
Die Kompositionen des Schlagzeugers Johannes Klingebiel bilden dafür den Rahmen. Hier wagt er Neues, zum Beispiel einige Stücke ohne Schlagzeug zu schreiben, wie das schon erwähnte „Playground“ mit seinen Steve Reich-esken polyrhythmischen Malletpatterns, das Retro-Sci-Fi-hafte „Clouds“ oder die kammermusikalische Popballade „Lullaby“. Schlagzeug gibt es natürlich auch, z.B. auf "Debo-See" oder "Nebel", beide mit der C.A.R.-typischen Kombination aus Synth-Arpeggios und Motorbeats, aber mit einigen neuen Tricks und Tweaks.
Aufgenommen wurde das Ganze unter der Regie von Marian Hafenstein in den Berliner Jazzanova-Studios. Mix und Mastering übernahmen zwei Veteranen des C.A.R.-Kosmos: Ingo Krauss vom Berliner Candy Bomber Studio und Thomas Ölscher vom Railroad Tracks Studio in NRW.
C.A.R. wurde 2011 von Johannes Klingebiel und Kenn Hartwig in Köln gegründet. Nach einer frühen Schaffensphase veröffentlichte die Band 2014 ihr Debütalbum Beyond The Zero. Es folgten die EP Interlude (2017), Look Behind You (2018), Befunde ab 1999 (2020), die EP Elektronik / Erlösung (2021), Any Percent (2021) und Gästeliste (2023). Während die Band anfangs experimentellen Jazz spielte, ordnet die Presse C.A.R. heute dem Krautrock, der kosmischen Musik, der Elektronik und dem experimentellen Pop zu.
Höhepunkte der bisherigen Arbeit waren Konzerte und Residencies bei Festivals wie Fusion, dem Jazzfest Kolkata und der Casa Banchel in Madrid. Im Winter 2017 unternahm C.A.R. auf Einladung des Goethe-Instituts eine vierwöchige Tour durch Pakistan, Sri Lanka und Indien, 2018 folgte eine China-Tour im Rahmen des JIM Festivals und ein Jahr später eine von der Band kuratierte „Kraut-Jazz“-Konzertreihe auf dem Kölner Ebertplatz.
Titelliste
- Valonia
- Debo-See
- Woods
- Überholspur
- Lullaby
- Nebel
- Clouds
- Yacouba
- Rupf
- Playground
jazz-fun`s recap:
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