Ceramic Dog - Connection

Ceramic Dog - Connection
Ceramic Dog - Connection

Ceramic Dog
Connection

Erscheinungstermin: 07.07.2023
Label: enja, 2022

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Marc Ribot - guitars, tres (4), dobro (5), bass (2, 3, 9), vocals
Shahzad Ismaily - bass, electronics, vocals
Ches Smith - drums, percussion, electronics, vocals

with Special Guests:
Syd Straw - vocals (4)
Anthony Coleman - farfisa (4, 8, 10)
James Brandon Lewis - sax (5, 7) (appears courtesy of ANTI- Records)
Greg Lewis - Hammond b3 organ (9)
Oscar Noriega - clarinet (10)
Peter Sachon - cello (6)

Es dürfte derzeit keine zweite Formation geben, die derart frei und kompromisslos Punk, Jazz, alternativen Rock, Americana-Roots und Elemente experimenteller Neuer Musik zu einem hochenergetischen und immer auch politisch positionierten Amalgam verkocht. Man munkelt, dass dicht unter der Oberfläche auch ein paar dezidierte Pop-Ambitionen mitschwingen.

Connection ist nach dem wütenden Anti-Trump-Protest von YRU Still Here? das fünfte reguläre Album des Trios, und der titelgebende Opener knüpft unmittelbar an den Vorgänger an: Das wiederholte „try, try...“ dürfte wohl als ironische Replik auf das zuletzt von den Rechteverwertern der Stones verbotene Zitat aus Satisfaction vom letzten Album zu verstehen sein. Someone has lost the connection. Ganz nebenbei aber auch ein wunderbares Beispiel für polyrhythmische Songstrukturen.

Und für ein Agieren auf mehreren Ebenen zugleich: Marc Ribot und seine beiden Mitstreiter, der schillernde Multiinstrumentalist Shahzad Ismaily am Bass und diversen Elektronika sowie die Beat-Maschine Ches Smith an den Drums, beherrschen das polyvalente Spiel, authentische, kompakte und schlüssige Nummern zu produzieren, die in sich aus einem permanenten Jonglieren mit dekonstruierten Stilelementen bestehen. Das politische Statement bleibt dabei Teil des fragmentierten Ganzen.

Es gibt die post-apokalyptischen Landschaften wie in “Subsidiary“, es gibt die “Soldiers in the Army of Love“, die mal eben die Unabhängigkeitserklärung neu deuten und vertonen. “Heart Attack“ ist der Track für den Tanz auf den Minenfeldern dieser Welt, während “No Name“ die Fans von polytonalen Disco-Strukturen sicher unmittelbar ansprechen wird. “Swan“ ist episches Überwältigungstheater, in dem James Brandon Lewis als Gast am Saxophon zu jenen massiven Klangwänden beiträgt, die an die delirierende Ekstase früherer John Zorn-Ensembles erinnern. Und mit “Ecstasy“ ist dann wohl auch die Haltung der Band nach 18 Jahren auf Tour formuliert: “I don‘t want you to give me nothing… unless you give me… ecstasy.“ Syd Straw an den Stimmbändern und Anthony Coleman an der legendären Farfisa sind weitere Gäste. Das Boogaloo-Feeling knüpft hier an die frühe Kooperation von Marc Ribot mit den Cubanos Postizos an. Und nachdem Monsieur Ribot mit jüngsten Buchpublikationen auch gesteigerten Wert auf den Textkorpus seiner Produktionen legt, liest und hört man auch zwischen dem “lid of an eyeless policeman“ und der “cathedral of self-fellatio“ so konkrete wie surreale Botschaften aus dem Raum einer echten und befreienden Avantgarde.

Text: enja

jazz-fun.de meint:
Überrascht? Nein, und doch! Diese Musik, die per definitionem provokativ ist, ermüdet nicht, nervt nicht, macht nicht ungeduldig. Es gibt so viele hochinteressante Ideen (wie das titelgebende "Connection" oder "Ecstasy"), dass man sich kaum losreißen kann. Alles wird mit einer unglaublichen Freiheit gespielt, manchmal, trotz der schweren Klänge, fast flüchtig! Großartige Musik, großartiger Spaß, wir sind begeistert!

  1. Connection
  2. Subsidiary
  3. Soldiers In The Army Of Love
  4. Ecstasy
  5. Swan
  6. No Name
  7. Heart Attack
  8. That's Entertainment
  9. Order Of Protection
  10. Crumbia

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