Cláudia Sofia - Mas um Melodia

Cláudia Sofia - Mas um Melodia - Album cover
Cláudia Sofia - Mas um Melodia

Cláudia Sofia
Mas um Melodia

Erscheinungstermin: 29.08.2025
Label: o-tone music, 2025

Cláudia Sofia - Mas um Melodia - bei JPC kaufen

jazz-fun`s recap:

Ein Debüt voller Frische und Offenheit: von heiteren Songs bis hin zu komplexen Arrangements wirkt diese Musik stets klar und authentisch. Auf den ersten Blick lassen sich Einflüsse der World Music erkennen, doch beim genaueren Hinhören entfaltet sich ein vielschichtiges Klangspektrum, das musikalische Akzente aus aller Welt miteinander verbindet.

Cláudia Sofia präsentiert sich hier nicht nur als charismatische Sängerin, sondern auch als eigenständige Komponistin und Textdichterin. Ihre musikalische Reise reicht von kapverdischen Einflüssen bis zum Jazz. Alles ist sorgfältig arrangiert, hervorragend aufgenommen und von erstklassigen Instrumentalisten umgesetzt, die den Stücken zusätzlichen Glanz verleihen und mit ihren Soli bereichern.

Ein Debütalbum, das man unbedingt entdecken sollte – authentisch, vielseitig und voller musikalischer Poesie.

(Jacek Brun, 29.08.2025)

Besetzung

Cláudia Sofia - Lead vocals, composition & lirics
Ronny Rodrigues - bass guitar (all tracks)
Markus Leukel - drums/percussion (all tracks)
Lúcio Vieira - keyboards (6,7,8,9)
José Afonso - piano (tracks 1,2,3,4,5,10)
Gerd Stein - guitars (3,5,6.7,8,9,10)
Lulo Reinhardt - acoustic guitar (1,2,4)
Andrew Aitchison - violin (4,6)
Ivan Benks - brass & trombone (1,3)
Joel Ammon - saxofone (3)
Ivan Benks, Barbara Freitas, Jennifer Souza - backing vocals (1,2,3,4)
Airton Almeida - backing vocals (2,5,6,7,8,9)
Paloma Daniela Lima Fernandes Brito - additional vocals (8)
Andreas Jammin - trombone (10)

Cláudia Sofia – Ein Debüt voller Frische und Weltklänge

Die Veröffentlichung des Debütalbums „Mas Um Melodia“ von Cláudia Sofia aus Mindelo reiht sich nahtlos in die Reihe der verblüffenden musikalischen Neuentdeckungen von den Kapverdischen Inseln ein. Seit vielen Jahren bereichern sie die Sparte „World Music“ mit interessanten Grooves und Sounds. Die zehn Eigenkompositionen der Sängerin und Gitarristin von der Insel São Vicente, der Heimat der 2011 verstorbenen Ikone der kapverdischen Musik Cesária Évora, zeigen deutlich die kulturelle Verbundenheit São Vincents mit der brasilianischen Musik – gemäß Évoras Klassiker „São Vicente é um Brasilin“. (Sao Vicente ist ein kleines Brasilien).

Die Songs „Monte Cara“, „Nha Xodó“, „Amor flori“ und auch der Titelsong der CD, „Mas um melodia“, besitzen diese wunderbare rhythmische Leichtigkeit, die so typisch für brasilianische Musik ist. Es ist jedoch kein reiner Bossa Nova oder Samba, der aus den Lautsprechern tönt: Der kapverdische Dialekt ist immer präsent – vor allem in der allgegenwärtigen Melancholie, die so typisch für die Musik des Inselarchipels ist. Mit dem Titel „Crush“ findet sich der Zuhörer unvermittelt im kapverdischen Karneval wieder, während der Song „Fogo d´Aniz“ auf den traditionellen Rhythmen der Insel Fogo im Süden des Archipels basiert. „Sapatinha de liká” basiert auf einem kapverdischen Kinderlied. „Li te ama” überrascht mit einer komplexen Harmonik und einem ausgefeilten Gesangsarrangement. Auch der Song „Darlina“ ist rhythmisch interessant. Er ist eine Vermischung der Musikstile San Jom von den Nord- und Batuko von den Südinseln. Das Ganze ist garniert mit einem fetten Bläsersatz, der von Ivan Benks und seinem Team aus São Paulo/Brasilien eingespielt wurde. Auf dem Album finden sich außerdem illustre Mitmusiker: Andrew Aitchison, ein britischer Geigenvirtuose, spielt gefühlvolle, beinah herzzerreißende Melodien im Song „Nha Xodó“. Es gibt brillante Gitarreneinlagen von Lulo Reinhardt und Gerd Stein lässt es bei dem überaus funkigen „Dona Guará“ an der elektrischen Gitarre krachen. Andreas Jammin spielt im gleichen Song ein irrwitziges Intro auf der Posaune.

Das Fundament des Albums legen jedoch die Kapverdianer José Afonso am Piano, Ronny Rodrigues am Bass und Lucio Vieira an den Keyboards. Airton Almeida besticht mit perfekt gesetztem Harmoniegesang. Produziert wurde das Album von dem deutschen Schlagzeuger und Perkussionisten Markus Leukel. Er studierte intensiv westafrikanische und brasilianische Rhythmen und lebt seit 2010 in Mindelo, wo er ein fester Bestandteil der Musikszene ist.

Nun zu Cláudia Sofia selbst: Ihre alleinerziehende Mutter erkennt früh das musikalische Talent der Tochter, kauft ihr eine rosafarbene Gitarre und meldet sie in einem Jugendchor an, der von einer klassisch ausgebildeten russischen Sängerin geleitet wird. So kam Cláudia in den Genuss einer fundierten, wenn auch strengen Gesangsausbildung. Als Teenager begann sie, sich ernsthaft mit der Gitarre auseinanderzusetzen, und nahm Unterricht bei Rufino „Bau” Almeida, dem Gitarristen und musikalischen Leiter der Cesária-Évora-Band.

Seit ihrem 18. Lebensjahr verdient sie ihren Lebensunterhalt mit Konzerten in Bars und Musikclubs in Mindelo. Sie finanzierte sogar ein Jurastudium mit der Musik, welches sie auch abschloss, um sich dann aber doch voll und ganz auf die Musik zu konzentrieren. In dieser Zeit intensiviert sich die Zusammenarbeit mit Markus Leukel. Beide kennen sich schon seit vielen Jahren. Ausschlaggebend für diese musikalische Partnerschaft ist die zufällige Entdeckung, dass Cláudia eine große Anzahl eigener Kompositionen hat, die sie jedoch nie vor Publikum spielt. Markus ermutigt Cláudia, ihre Kompositionen weiterzuverfolgen, und gemeinsam beginnen sie, das Material nach und nach so professionell wie möglich aufzunehmen. Das Ergebnis ist nun fertig.

„Mas um Melodia“ ist ein kapverdisches Album mit viel frischem Wind, der von Brasilien und Europa zu den Inseln herüberweht.

Text: o-tone music

Titelliste

  1. Monte Cara
  2. Amor Fluri
  3. Darlina
  4. Nha Xodó
  5. Li Te Ama
  6. Fogo De Aniz
  7. Crush
  8. Sapatinho Da Lika
  9. Mas Um Melodia
  10. Dona Guara

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