Conexão Berlin - Vagabundo

Conexão Berlin - Vagabundo
Conexão Berlin - Vagabundo

Conexão Berlin
Vagabundo

Erscheinungstermin: 19.04.2024
Label: Eden River Records, 2024

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jazz-fun`s recap:

Durch den geschaffenen Klangraum, die Tiefe der Ebenen und Schichten fasziniert das Album mit einem Detailreichtum, der sich oft erst beim zweiten Hören erschließt und eine wunderbare, mehrdimensionale musikalische Reise bietet.

Andreas Weiser - percussion
Tino Derado - piano
Thomy Jordi - bass
Matthias Trippner - drums
Christian Magnusson - trumpet
Max Hacker - Sax, Flute

Am 19.04.2024 veröffentlichte das Musikkollektiv Conexão Berlin sein neues Album Vagabundo. Die Band steht für eine groovebetonte, lustvolle Instrumentalmusik zwischen Jazz, südamerikanischen Klängen und mehr, sowie der Verbindung von Anspruch und emotionaler Kraft, Geist und Körper in einer ganz eigenen Musiksprache.

Gründer des Ensembles ist der Berliner Perkussionist Andreas Weiser. Er hat sich in vielen Jahren Aufenthalt und etlichen Tourneen in Brasilien zum Mittler zwischen der reichen Tradition südamerikanisch-brasilianischer Instrumentalmusik und dem eigenständigen europäischen Jazz der letzten Jahrzehnte entwickelt. Darunter waren u.a. bekannte Musiker*innen wie Paulo Moura, Dom Um Romão, Jorge Degas, Rogério Souza, Bocato, Rowney Scott, Gabi Guedes u.v.m.

Für sein Projekt Conexão Berlin hat Weiser eine illustre Schar an Mitstreitern um sich geschart, die den Spannungsbogen seiner Musik perfekt verkörpert. Nicht zuletzt auch auf der Bühne, wo die Band mit ihren Grooves, ausgetüftelten Melodielinien und Harmonien sowie herausragenden Soli immer wieder überzeugt – so auch 2018 bei einer 2 ½-wöchigen Brasilientournee.

Das 2017 veröffentlichte erste Album produto importado war für den Vierteljahrespreis der Schallplattenkritik nominiert und „CD der Woche“ bei NDR Info, Teile eines Konzerts liefen im Rahmen von arte Concerts „Late Summer Jazz“.

Das neue Album ist im Kölner Riverside Studio unter der Ägide von Produzent Ralf Kemper eingespielt worden. Es ist eine konsequente Fortsetzung sowie Weiterentwicklung des ersten Albums. Stärker als beim Vorgänger wirkt auf Vagabundo die Verbindung zwischen der brasilianischen Rhythmustradition und der urbanen Realität und kulturellen Diversität Berlins. Statt Berliner Swingjazz-Tradition lehnt sich die Band an zeitgenössische Entwicklungen des Jazz, stilistische Offenheit und Raffinesse mit neuem, brasilianischem Twist an. Sie spiegelt sich auch in den postmigrantischen Hintergründen der Band wider. Die Wurzeln ihrer Mitglieder liegen in Kroatien, der Schweiz, Schweden und nicht zuletzt auch in Deutschland. Das Titelstück des Albums, „Vagabundo“, auf Basis eines 7/4-„odd meters“ steht exemplarisch für diese Entwicklung.

Neben Tino Derados und Andreas Weisers Eigenkompositionen verneigt sich die Band mit drei Coverversionen tief vor der lateinamerikanischen und im Besonderen brasilianischen Musik. Dabei war ihr wichtig, sich weitgehend an die Originale zu halten und trotzdem auf dem Album eine ästhetisch-musikalische Einheit zu erzielen. Bei dem lyrischen, auf einem Baião basierenden Vince Mendoza-Klassiker Otonõ ist Tino Derados Virtuosität am Klavier gefragt. Hermeto Pascoal, einer der kreativsten Köpfe der brasilianischen Instrumentalmusik, wird mit zwei Stücken gewürdigt. Ein schnelleres Tempo verpasste die Band der Komposition „Bebé“ und in „Taynara“ wurde ein Schlagzeugsolo eingebaut.

Abgemischt wurden die Stücke neben dem Stereomix für die CD-Version auch in einer besonders transparent und räumlich klingenden Version für Dolby Atmos-fähige Endgeräte.

Im Spanischen und Portugiesischen ist der Titel Vagabundo eigentlich ein Schimpfwort für Herumtreiber, Diebe und Obdachlose. Ganz im Sinne des Chaplin’schen Tramps steht er in Stücken des Albums wie „Homesick to an unknown place“, „Searching for peace“, „Seduction of inadequacy“ oder dem Titelstück aber für vom Leben nicht gerade reich beschenkte Lebenskünstler. Mit Witz, Geschick und einer gehörigen Portion Resilienz trotzen sie als Außenseiter den Widrigkeiten in der Welt, ob in Berlin oder Rio.

Einige der Projekte von Perkussionist Andreas Weiser sind Die Elefanten; Xiame, The Taal Tantra Experience, Nina Ernst und Shank. Er hat neben vielen brasilianischen Musiker*innen, die weiter oben schon genannt wurden, auch mit Künstler*innen wie Teo Macero, Tiger Okoshi, Tanmoy Bose, Debashish Bhattacharya, Bob Moses, MIA, Les Percussions de Guinée, Kevin Coyne oder Waldemar Bastos zusammengespielt, ob im Studio oder auf einer seiner zahlreichen Tourneen in Europa, Indien, den USA, Brasilien, Ecuador oder der Türkei. Neben seinen musikalischen Projekten ist Weiser außerdem als Autor für Film, Fernsehen, Radio und Presse tätig.

Pianist und Komponist Prof. Tino Derado war über 14 Jahre Mitglied der New Yorker Jazzszene und Begleitmusiker u.a. von Jamey Haddad, Richard Bona, Gary Burton, Jimmy Cliff, Peter Erskine u.v.m. Aktuell ist er als Sideman, Komponist und Arrangeur von deutschen MusikerInnen wie Till Brönner, Lisa Bassenge, Esther Kaiser oder Céline Rudolph unterwegs.

Der Schweizer Bassist Thomy Jordi war Sideman u.a. von Rosenstolz und Helge Schneider und war zehn Jahre lang Bassist der Band Ronin. Aktuell ist er u.a. mit Erika Stucky zu hören.

Matthias Trippner ist einer der versiertesten und groovigsten Schlagzeuger der Berliner Szene (u.a. bei Christoph Titz, Pat Appelton, Stefan Raab…) und einer der gefragtesten und meistbeschäftigten Theatermusikkomponisten des deutschsprachigen Raums (Burgtheater Wien, Deutsches Theater, Berliner Ensemble, Schauspielhaus Hamburg, Schaubühne Berlin…)

Der schwedische Trompeter Christian Magnusson spielte u.a. beim Hannes Zerbe Orchester und Dota. Darüber hinaus sorgt er aktuell in der französischen Jazzszene für Furore.

Als Special Guest auf dem Album ist der Berliner Saxophonist und Flötist Max Hacker zu hören. Ausgebildet an der „New School“ in New York, war er Mitglied u.a. bei der Ska-Truppe Rotfront, der Big Band von Maria Baptist und ist Bandleader seines eigenen Quartetts.

Text: Eden River Records

  1. Vagabundo (Tino Derado)
  2. Bebé (Hermeto Pascoal)
  3. Homesick to an unknown place (Tino Derado)
  4. Ele não (Tino Derado)
  5. Hae Uk (Andreas Weiser)
  6. Seduction of inadequacy (Tino Derado)
  7. Otoño (Vince Mendoza)
  8. Searching for peace (Andreas Weiser)
  9. Let me know how you are (Tino Derado)
  10. Taynara (Hermeto Pascoal)

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