Das Eismeer - Live im Sowieso Neukölln

Das Eismeer - Live im Sowieso Neukölln

Das Eismeer
Live im Sowieso Neukölln

Erscheinungstermin: 16.10.2020
Label: Slowing Records, 2020

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Marius Moritz - piano
Paul Peuker - guitar
Leon Griese - drums

Alles entsteht im Moment und es fließt... Beim Hören dieser betörenden Musik, wird man schwer Vergleiche finden für diese schlagzeuggrundierte intime Verwobenheit von Gitarre und Piano.

Die Musik des Trios ‚Das Eismeer‘ hat etwas schwebend Mildes und Entschleunigtes. Sie klingt melancholisch nordisch und nach Weite. Doch wie es schon der treffende Bandname anzeigt, kann auch schroff das Tempo der ausgewogenen Ereignisse angezogen werden. Es ist, als würde sich eine innere Leinwand mehr und mehr mit den bewussten Bildern im Kopf entfalten. Insofern ist das eine Art musikalischer Impressionismus, ausgewogen, leise und doch nachdrücklich. Es zählt der Gruppenklang und nicht das solistische Lospreschen des Einzelnen. Je länger man hört und sich bewusst einlässt auf dieses gleichberechtigte Musizieren, umso mehr gewinnen diese Klänge an Tiefenschärfe.

Ihre markante Soundästhetik beruht auf einem einfühlsamen Zusammenspiel, bei dem jeder dem anderen zuhört und darauf reagiert. Man möchte nicht glauben, dass dieses austarierte Interagieren komplett dem Prinzip Improvisation folgt. Alles entsteht im Moment. Es gibt keine zugrunde liegenden Kompositionen, keine Proben, keine Vorgaben. Was zählt, ist das Jetzt, in dem man sich trifft. Der Hörer ist als Zeuge eines Entstehungsprozesses eingeladen wie zu gemeinsamem Atmen, zu kollektiver Meditation. Alles behält mit seinen Auf- und Abschwüngen Spannung und Elastizität. Es ist schön, ohne glatt zu sein. Und manchmal entstehen dabei regelrecht songartige Strukturen. Ob das Jazz, Rock oder Pop ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass es nicht in Routine erstarrt. Wie zu einem gemeinsamen Organismus ist das gewachsen, der seine magischen Ideen entwickelt und perfektioniert.

Dabei behält diese Kunst ihr Geheimnis. Wenn sie verklungen ist, ist man nicht fertig mit ihr. Bei jedem Hören ersteht sie neu und anders. „Das Eismeer“ ist dezidiert eine Live-Band, deswegen präsentiert ihr zweites Album „Live im Sowieso Neukölln“ einen Konzertmitschnitt, der im Februar 2020 am idealen Ort aufgenommen wurde. Publikum und Künstler sind nah beieinander, räumlich und mit ihren Gedanken, in einer Location, die fern von Hochglanz und aufgesetzt trendiger Oberfläche anmutet wie ein altes, verfallenes Theater, wie ein urbaner Untergrund, wo die Ideen wachsen, für die jeder die gleiche Verantwortung hat, weil sie genau hier entstehen und sich dabei nicht mit Versatzstücken von sonst woher rückversichern.

Gitarrist Paul Peuker liebt solches Konzeptdenken neben dem Mainstream. Mit seiner Band Peuker8 hat er das auf das erweiterte Format Jazzquintett plus Streichertrio übertragen und gilt seither als eine der originellsten Stimmen des jungen deutschen Jazz. Nie gibt er sich mit simplen Lösungen zufrieden. Ihm geht es um das Finden seiner Mitte zwischen schön und schräg, um das Schaffen einer tragfähigen Umgebung, in der spontane Ideen zum Leuchten gebracht werden können.

Kennengelernt haben sich die drei beim Studium in Dresden, wobei sich ihre Wege mehrmals verzweigen mussten, bevor „Das Eismeer“ geboren wurde. Moritz hat in seinem Spiel etwas dunkel Geheimnisvolles, durch das auch die Beschäftigung mit den kompositorischen Sprachen vergangener Zeiten schimmert. Griese ist ein umtriebiger und konsequenter Drummer, der die unterschiedlichsten musikalischen Konstellationen zu befeuern weiß, indem er sie mit Klangreichtum auflädt und rhythmisiert. Neben seinem dem „Berlin-Art-Rock“ zugeschriebenen Projekt „The Somnambulist“ lädt er zu seinem „Babybazaar Tempelhof“ regelmäßig Musiker ein, um mit ihnen aus dem Moment heraus Musik zu erschaffen.

Zu so einer spontanen Kommunikation traf sich 2017 dieses Trio, und es funkte sofort. Schon ihren ersten Auftritt veröffentlichten sie auf Bandcamp. Seither haben ihre Begegnungen diesen spontanen Jam-Charakter behalten. Beim Hören dieser betörenden Musik, wird man schwer Vergleiche finden für diese schlagzeuggrundierte intime Verwobenheit von Gitarre und Piano. Warum auch!? Paul Peuker, Marius Moritz und Leon Griese haben ihren eigenen Stil gefunden, den sie verfeinern und auf erstaunlicher Höhe fortschreiben.

Text: Slowing Records

  1. Horizont
  2. Kargmarsch
  3. Licht in Sicht
  4. Eisgetüm
  5. Schwarzweite
  6. Monolith

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