Dizzy Gillespie All-Star Big Band - Geneva 2007

Dizzy Gillespie All-Star Big Band - Geneva 2007 - Album cover
Dizzy Gillespie All-Star Big Band - Geneva 2007

Dizzy Gillespie All-Star Big Band
Geneva 2007

Erscheinungstermin: 21.11.2025
Label: TCB Music, 2025

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jazz-fun`s recap:

Ein Monument der Jazzgeschichte – mit Patina, aber voller Glanz.

Diese Musiker und diese Musik muss man niemandem erklären, der auch nur ein wenig mit Jazz vertraut ist. Die Dizzy Gillespie All-Star Big Band gehört zu den großen Klangkörpern unserer Zeit: eine Formation aus Meister*innen ihres Fachs, die den Big-Band-Sound mit Virtuosität, Energie und einem unerschütterlichen Sinn für Tradition tragen.

Der Konzertmitschnitt aus Genf 2007 reiht sich nahtlos in die Reihe ihrer legendären Aufnahmen ein. Auch wenn das Material nun aus dem Archiv „entstaubt“ wurde und klanglich nicht in jeder Sekunde perfekt ist, bleibt der musikalische Gehalt überwältigend. Die Wucht der Bläser, die Präzision der Rhythmusgruppe, die spannungsgeladenen Soli – all das wirkt zeitlos und unmittelbar.

Diese Musik verliert nichts von ihrer Strahlkraft. Es ist Jazz, der lebt, atmet und mit jeder Phrase daran erinnert, warum Big-Band-Traditionen bis heute faszinieren. Ein dokumentarisch wertvolles und musikalisch großartiges Album, das man unbedingt gehört haben sollte.

(Jacek Brun, 07.12.2025)

Archivschatz mit Power – Geneva 2007

Tatsächlich gibt es nur wenige Orchesterensembles, die einem Musiker posthum Tribut zollen oder versuchen, dessen Ideen und Botschaft weiterzuführen. Zu diesen Ausnahmekünstlern zählen natürlich poetische Schwergewichte wie Duke Ellington, Count Basie, Gil Evans, Charles Mingus und ... Dizzy Gillespie! Die Big Band war der Ausgangspunkt für die Karriere des außergewöhnlichen Trompeters. Bevor er ab 1945 seine eigene Gruppe von wunderbar manischen Virtuosen leitete, hatte er bereits ein Jahrzehnt lang in vielen der besten Swingformationen seiner Zeit sein Können unter Beweis gestellt. Angefangen bei Frank Fairfax im Jahr 1935 über Edgar Hayes und Teddy Hill (mit denen er „King Porter Stomp” aufnahm) und Cab Calloway sowie Ella Fitzgerald bis hin zu den Musikern von Chick Webb, Earl Hines und Billy Eckstine. Parallel dazu begann er, Arrangements für so berühmte Gruppen wie die von Woody Herman oder Jimmy Dorsey zu liefern. Zusammen mit Charlie Parker wurde Dizzy zum Vorreiter der Begeisterung für den Bebop, der alles mit sich riss, was ihm in die Quere kam: Bud Powell, Thelonious Monk, Max Roach, Miles Davis und all jene, die es verstanden, auf den Zug dieser beiden Genies aufzuspringen, revolutionierten Mitte der 40er Jahre die Musik.

Dizzy’s Big Band avancierte sofort zu einem der angesagtesten Orchester der damaligen Zeit und entwickelte sich von 1947 bis 1948 zum Schmelztiegel des afro-kubanischen Jazz. Dizzy Gillespie hatte diesen gemeinsam mit Mario Bauzá, Chano Pozo und Sabu Martínez praktisch erfunden. Tatsächlich hörte Gillespie von diesem Moment an nie auf, Begegnungen zu suchen, um alle möglichen stilistischen und politischen Barrieren zu überwinden. So war er der Erste, der dem sehr jungen argentinischen Pianisten und Komponisten Lalo Schifrin Ende der 1950er Jahre eine Chance bot. Anschließend gründete er das United Nations Orchestra, in dem er einige seiner großen kubanischen Freunde wie Arturo Sandoval oder Paquito D'Rivera willkommen hieß. Damit reichte er ihnen musikalisch die Hand, damit sie nach ihrer Flucht vor dem Regime von Fidel Castro ein neues Leben beginnen konnten.

Die Dizzy Gillespie All-Star Big Band ist da, um Erinnerungen aufzufrischen und daran zu erinnern, dass diese Musik nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat. Sie huldigt Dizzy Gillespie mit seiner unvergleichlichen Ausstrahlung. Das Ensemble aus dem Jahr 2007, angeführt vom Bassisten und musikalischen Leiter John Lee, einem ehemaligen Partner und Dreh- und Angelpunkt der Band, gab ein Konzert in der Victoria-Hall in Genf. In der Besetzung finden sich ehemalige Partner des Trompeters, darunter der Posaunist und Dirigent Slide Hampton, die Trompeter Claudio Roditi und Roy Hargrove sowie der legendäre Saxophonist James Moody, der 1946 als Altsaxophonist zu Dizzys Big Band stieß. Der Großteil der Sektionen ist jedoch mit jungen Talenten besetzt, die zum Zeitpunkt der Aufnahme bereits an der Spitze der Jazzszene standen. Besonders beeindruckend ist die Liste der Rhythmus- und drei Bläsersektionen. Sie verfügen über die nötige Extravaganz für ein Repertoire, das auf unvergesslichen Kompositionen basiert, die mit der Inspiration dieses Projekts identifiziert werden – wie „Con Alma”, „Manteca”, „Blue'n Boogie” und „Things to Come”. Es handelt sich um Titel, die unweigerlich mit Bebop und Hot House (von Tadd Dameron auf die Akkorde von What Is This Thing Called Love gepfropft) oder Round Midnight in Verbindung gebracht werden. Die drei übrigen Arrangements sind Widmungen an Dizzy: „Dizzy's Business” von Ernie Wilkins sowie zwei Juwelen des „kleinen Riesen” Jimmy Heath, der 1949 zu Dizzys Orchester stieß und oft zum All-Star-Ensemble zurückkehrte.

„Geneva 2007” präsentiert ein mitreißendes Programm außergewöhnlicher Swing-Musik mit leidenschaftlichen Soli und besonderen Momenten, geprägt von Leidenschaft, Ernsthaftigkeit und Humor – drei Worte, die den Mann, der mitunter auch „The Champ” genannt wird, ziemlich gut beschreiben.

Text: TCB Music

Titelliste

  1. Hot House
  2. Con Alma
  3. Manteca
  4. Round Midnight
  5. Dizzy's Business
  6. Without You No Me
  7. Moody's Groove
  8. Blue'n Boogie
  9. Things To Come

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