Don Cherry & Krzysztof Penderecki - Actions
Don Cherry & Krzysztof Penderecki
Actions
Erscheinungstermin: 21.02.2025
Label: Intuition, 2025 (Wergo, 1977)
Solche legendären, meisterhaft gespielten Alben werden nicht rezensiert. Diese Musik hat sich nicht nur selbst behauptet, sie hat sich bereits in den Kanon und die Musikgeschichte eingeschrieben als ein Werk, das jeder Liebhaber guter Musik kennen muss. Es ist ein Album, dessen Inhalt durch die Tiefe des Ausdrucks, den Reichtum der verwendeten Mittel, die kompositorischen und arrangierenden Ideen fasziniert und eine Reihe intensiver musikalischer Erlebnisse hervorruft. Ein Album, das in die Bibliothek eines jeden Liebhabers moderner Musik gehört. (Jacek Brun, 21.02.2025)
Besetzung
The New Eternal Rhythm Orchestra:
Manfred Schoof - tr, co
Kenny Wheeler - tr, co
Tomasz Stanko - tr, co
Paul Rutherford - tb
Albert Mangelsdorff - tb
Gerd Dudek - ts, ss
Peter Brötzmann - ts, bs
Willem Breuker - ts, cl
Gunter Hampel - fl, bcl
Fred van Hove - org, p
Terje Rypdal - g
Buschi Niebergall - b
Peter Warren - b, e-b
Han Bennink - dr, Chinese woodblocks, tabla, thumb piano, perc
Über das Album "Actions" von Don Cherry und Krzysztof Penderecki
Eine denk- und hörenswerte Begegnung von Jazz und Neuer Musik ist nach über 30 Jahren endlich wieder auf Vinyl erhältlich.
Don Cherry und Krzysztof Penderecki gaben 1971 mit dem hochkarätig besetzten New Eternal Rhythm Orchestra bei den Donaueschinger Musiktagen, die seit jeher nicht nur für die Neue Musik wegweisend sind, ein denkwürdiges und nach wie vor hörenswertes Konzert. Der Konzertmitschnitt erschien ursprünglich beim Label WERGO und war seit über 30 Jahren nicht mehr auf Vinyl erhältlich. Nach einer technisch aufwendigen Klangrestauration mit 24-Bit-Digital-Remastering Anfang der 90er Jahre und einem erneuten Remastering für Vinyl im Jahr 2024 veröffentlicht Intuition ACTIONS nun in der „Intuition Master Series“ auf 180-Gramm-Vinyl.
In den vier Tagen vor dem Konzert in Donaueschingen studierte Cherry mit den Musikern 15 Themen ein, von denen sieben im Konzert verwendet wurden. Nichts wurde aufgenommen, nicht einmal die Reihenfolge der Themen. Cherry (oder gelegentlich die holländische Sängerin Loes Mcgillycutty) leitet das jeweils nächste Thema ein, und die Musiker folgen, sobald sie das Thema erkannt haben. Zögerliche Anfänge und Übergänge sind also Teil des Konzepts. [aus den Liner Notes]
Das Orchester wurde für Donaueschingen aus einigen der bekanntesten Musiker der internationalen Jazzszene zusammengestellt: Amerikaner, Engländer, Deutsche, Holländer, Norweger und ein Pole. Es entwickelte sich aus den Erfahrungen und Experimenten der Baden-Badener Free Jazz-Treffen zwischen 1966 und 1970 und geht vor allem zurück auf die beiden Versionen von Alexander von Schlippenbachs Globe Unity in Berlin 1966 und Donaueschingen 1967 sowie auf Cherrys Eternal Rhythm bei den Berliner Jazztagen 1968. Cherry: „Alles begann in Berlin. Die balinesische Gamelang-Percussion, die wir dort benutzten, öffnete alles. Deshalb nennen wir das Orchester ‚The New Eternal Rhythm Orchestra‘“.
Unter den Solisten ragen Manfred Schoof und Kenny Wheeler (im Trompetenduo in Actions), der Amerikaner Pete Warren und der Norweger Terje Rypdal mit seinen federnden, elastischen Gitarrenfiguren (ebenfalls in Actions), die Holländerin Loes Macgillycutty (in Humus) und in beiden Stücken Peter Brötzmann und der holländische Schlagzeuger Han Bennink mit dem Arsenal seiner zahlreichen Instrumente sowie natürlich Don Cherry als Trompeter, auf exotischen Flöten und als Vokalist heraus.
Diese Jazzmusiker standen dem „E-Musik-Komponisten“ Penderecki mit einer Skepsis gegenüber, die verständlich ist, wenn man bedenkt, dass den Jazzern alle sogenannten Jazzwerke der Konzertmusik als misslungen erscheinen. Erstaunlich, wie schnell die Skepsis über Respekt und Zustimmung in engagiertes Mitmachen umschlug! Erstmals hatte ein Komponist der „E-Musik“ in Actions auf die bis dahin üblichen (und immer unbefriedigend gebliebenen) Jazz-„Imitationen“ durch Orchestermusiker verzichtet und sein Stück ausschließlich von Jazzmusikern spielen lassen. Penderecki seinerseits war von den „Jazzern“ so beeindruckt, dass er noch in Donaueschingen zwei weitere Stücke mit Jazzmusikern in Aussicht stellte - eines für die gleiche Besetzung, das andere für ein kleineres Ensemble.
Titelliste
Side A:
- Humus - The Life Exploring Force
Side B:
- Sita Rama Encores
- Actions for Free Jazz Orchestra
jazz-fun`s recap:
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