Dowdelin - Tchenbé !

Dowdelin - Tchenbé ! - Albumcover
Dowdelin - Tchenbé !

Dowdelin
Tchenbé !

Erscheinungstermin: 14.02.2025
Label: Underdog Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Interessant arrangierte und interpretierte Songs im Grenzbereich zwischen Pop, Jazz und karibischen Rhythmen. Musik voller emotionaler Bekenntnisse und heißer Melodien nicht nur für den Partyabend. (Jacek Brun, 15.02.2025)

Besetzung

Gwendoline ‘Olivya’ Victorin - Vocals
David Kiledjian - Vocals, Keys, Bass, Gitarre, Saxophon, Querflöte, Percussion
Greg Boudras - Schlagzeug, Percussion
Raphaël Philibert - Ka Drums, Percussion, Vocals (7)

Über das Album "Tchenbé !" von Dowdelin

Karibische Klänge, Jazz, elektronische Musik und perkussiver Soul mit Texten auf Kreolisch, Französisch und Englisch - so klingt das dritte Album Tchenbé! von Dowdelin, das am 14.02.2025 bei Underdog Records erschienen ist. Es markiert einen Wendepunkt in der Diskographie der Band. Zum ersten Mal verzichten die Musiker*innen auf das ‚Beatmaking‘ und nutzen stattdessen live gespielte Beats, die analog auf Vintage-Maschinen mitgeschnitten werden. Trotz des verstärkten Einsatzes von Elektronik entsteht so ein sehr warmer und organischer Sound.

Das stark introspektive Album handelt von persönlichen Herausforderungen, mit denen sich jeder Mensch in unterschiedlichen Lebensphasen konfrontiert sieht. „Tchenbé!“ ist ein Ausdruck aus der karibischen Kreolsprache und bedeutet so viel wie „Halte durch!“, sei es inmitten der Höhen und Tiefen des Lebens, sei es in einer Phase der Depression oder der Resilienz, sei es in der Trauer um einen Menschen oder in der Liebe. „Wir alle kennen Familienmitglieder, Freunde und Fremde in unserem Leben, denen es nicht gut geht, für die das Leben zu schwer geworden ist, um es zu ertragen. Ein Unfall, eine Trennung, eine Krankheit, ein geopolitischer Konflikt und alles steht still, unser Leben ändert sich radikal“, sagt der Produzent und Musiker David Kiledjian.

So dreht sich die erste Single „Something’s Going On” um die Themen Loslassen, Heilung und das Geschenk, sich selbst lieben zu lernen. Der rockig-synthetische Refrain in englischer Sprache trifft hier auf den organischen, in Richtung Afrobeat gehenden und in Kreolisch gesungenen Rest des Stückes. Dieser Kontrast steht bewusst für die allgegenwärtige Härte in der heutigen Welt einerseits und die innere Weichheit andererseits. Im Stück „Sonmèy“ trifft ein Elektro-Zouk auf eine geheimnisvoll klingende Rockharmonie, die auf Kreolisch die Existenz von Parallelwelten hinterfragt, in die man sich bei Bedarf flüchten kann. Das Thema des Scheiterns nicht als Ende, sondern als Beginn eines Lernprozesses bestimmt die zweite Single „I Ka Woulé“, die zwischen Afrobeat und Jazz-House von Percussion und üppigen Flötenarrangements geprägt ist.

Erst kurz vor der Fertigstellung des Albums wurde der Band klar, dass es auch eine Botschaft an die Sängerin Olivya enthält, die so nicht geplant war. Sie durchlebte während der Aufnahmen eine harte Zeit: „Wir schreiben die Gesangsmelodien immer vor den Texten und bleiben dabei den am besten funktionierenden Lautmalereien so treu wie möglich. So füllen wir an bestimmten Stellen Worte aus, bevor wir die Lücken sinnvoll füllen. Erst gegen Ende der Produktion wurde uns die Kohärenz, das übergreifende Thema des Albums bewusst“, sagt David Kiledjian.

Als sich der Produzent, Komponist und Multiinstrumentalist David Kiledjian und die Sängerin Olivya vor einigen Jahren in Lyon kennen lernten, schrieben sie zunächst ausschließlich Songs in englischer Sprache. Diese fühlten sich jedoch nie wirklich „richtig“ an, bis Olivya anfing, auf Kreolisch, der Sprache ihrer Heimat Martinique, zu singen. Daraufhin nahm David Kontakt mit dem Perkussionisten, Saxophonisten und Sänger Raphaël Philibert auf, der seit langem an der Entwicklung des „Gwo Ka“, einer traditionellen, auf Perkussion basierenden Musik aus Guadeloupe, beteiligt war.

2018 erschien Dowdelins Debütalbum Carnaval Odyssey, das von der Presse hoch gelobt wurde. Mit dem Schlagzeuger Greg Boudras hat sich Dowdelin in Vorbereitung auf das neue Album Lanmou Lanmou zum Quartett erweitert, das erneut sehr gut besprochen wurde. In der Rezension zum „Album der Woche“ auf WDR Cosmo hieß es beispielsweise: „Dowdelin aus Lyon sind die afro-kreolische Groove-Maschine mit unwiderstehlichen Ohrwurm-Melodien. .... Mit Lanmou Lanmou haben Dowdelin ihr gefeiertes Debüt mühelos übertroffen. Das schwierige zweite Album ist ein federleichtes Vergnügen, ein afro-kreolisches Groove-Kaleidoskop voller Lebensfreude und positiver Botschaften“.

Deutschlandfunk Kultur sprach von einer „Energiespritze gegen pandemische Schwere, rhythmusbetont und kraftvoll.... Großartig!“ und Jazz thing fand „eine Neudefinition kreolischer Kultur.... Das ist ein ganzer Ozean entfernt von betulichen Steeldrum-Stereotypen“. Die „audiophile CD des Monats“ von Stereoplay spricht von einem „Stilcocktail mit den wildesten Zutaten.... Karibisches Flair schmust mit kreolischer Lyrik, urbane Rhythmen konterkarieren pumpenden Reggae, Keyboards und Synthies nebst mehrstimmiger Vokalakrobatik schlagen Kapriolen zu sprühender Percussion“.

Text: Underdog Records

Titelliste

  1. Something's Going On
  2. Tchenbé!
  3. Sonmèy
  4. From Mawé
  5. La Dernière Fois
  6. I Ka Woulé
  7. Ca Va Saturer
  8. Do You
  9. Something's Going On

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