Duke Ellington - Live At The Berlin Jazz Festival 1969 - 1973

Duke Ellington - Live At The Berlin Jazz Festival 1969 - 1973

Duke Ellington
Live At The Berlin Jazz Festival 1969 - 1973

Erscheinungstermin: 20.05.2022
Label: The Lost Recordings, 1969-73

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Nie zuvor veröffentlichte Konzerte, die 1969 und 1973 auf dem Berliner Jazzfestival aufgenommen wurden.

Die erste Hälfte des Albums wurde mit Duke und seiner Band aufgenommen: Duke Ellington (p), Joe Benjamin (b), Quinten " Rocky " White jr. (dr), Harold " Money " Johnson (tp), Paul Gonsalves (ts), Harry Carney (kl). Die zweite Hälfte wurde mit dem Duke Ellington Orchestra aufgenommen.

Seit seiner Gründung im Jahr 1964 galt das Berliner Jazzfest als ein Festival, das, wenn schon nicht avantgardistisch, so doch die fortschrittlichsten und experimentellsten Musikformen einer an modernistischen Strömungen aller Art reichen Zeit aufnahm, vom radikalen Free Jazz bis zu einer Vielzahl von Fusionen aus Pop, Rock, Soul und Jazz. Aber 1969, als ob sie gegen den Strom der Revolutionen, die den Westen überrollten, anschwimmen wollten, wagten die Organisatoren einen kühnen Schritt: Es war der 70. Geburtstag von Duke Ellington und sie empfingen ihn nicht nur zum ersten Mal an der Spitze seiner Big Band, sondern ein Teil des Programms konzentrierte sich auf sein Erbe; als Bonus und Geburtstagsgeschenk war Ellington auf dem Werbeplakat der sechsten Ausgabe des Festivals abgebildet.

Das alles mag ganz normal erscheinen, wenn es um eines der größten Jazzgenies der Geschichte geht. Heute würde man diese mutige Entscheidung nicht mehr in Frage stellen. Aber damals sah die Situation ganz anders aus. Die späten 1960er Jahre waren eine Zeit des politischen und ästhetischen Umbruchs: Neue Trends, Werte und Identitätsfragen tauchten auf und wurden manchmal sogar vehement bekräftigt. Vor diesem Hintergrund kann man sich zu Recht fragen, wer damals eigentlich Ellington hörte.

Seit Mitte der 1920er Jahre wurde Ellington von Jazzmusikern aller Generationen gefeiert, die sein vielschichtiges Erbe respektierten und von seiner Fähigkeit, sein Idiom zu erneuern, fasziniert waren. Auch die Weltöffentlichkeit erkannte, dass seine ausgewogene Orchesterkunst den klassischen Swing auf den Gipfel der formalen Perfektion hob. Ellington war eine Ikone; sein Talent und seine historische Bedeutung waren unbestreitbar. Seine neueren Kompositionen stießen jedoch nur auf höfliches Interesse und gingen in der Fülle der Trends unter, die mit anderen Rhythmen und Klängen pulsierten, die die zeitgenössischen gesellschaftlichen Entwicklungen widerspiegelten.

Obwohl das Berliner Jazzfest erst vor kurzem ins Leben gerufen wurde, galt es als ein bedeutendes Ereignis, das für seine anspruchsvolle Auswahl an Avantgarde-Jazz bekannt war. Die Entscheidung, Ellington den Vorrang als Headliner des Festivals zu geben, konnte nicht unbeeindruckt bleiben. Es war eine implizite Aufforderung an das Publikum, seine Musik als eine bestimmte Form der Kontinuität zwischen Tradition und Moderne (oder Arten von Moderne) zu betrachten, aber auch als Symbol für den Konflikt zwischen beiden. Und in der Tat ist die Auswahl auf diesem Album aus dem Berliner Konzert vom 8. November 1969 ein großartiges Zeugnis für die außergewöhnliche Frische des Tons, die Ellingtons Big Band auf der Bühne noch an den Tag legte, als die reine Spielfreude die Routine der Aufführung ablöste.

Ellington stand an der Spitze eines beachtlichen Orchesters, dessen Zusammensetzung und Instrumentierung nicht traditioneller hätte sein können. Es gab eine brillante Gruppe von fünf Trompetern, die die Virtuosität von zwei Orchesterveteranen, Cootie Williams und Cat Anderson, hervorhob (man höre nur "El Gato"). Vor allem aber gab es eine außergewöhnliche Gruppe von Klarinettisten und Saxophonisten, bestehend aus Johnny Hodges, Russell Procope, Paul Gonsalves und Harry Carney, allesamt Veteranen der Ellington-Legende, deren unverwechselbare Stimmen für immer mit dem unverwechselbaren Sound der Big Band verbunden sind. Der Duke, der ein wahrer Alchemist war, schaffte es, dieses riesige Orchester mit der Geschmeidigkeit und dem Schwung einer kleinen Band erklingen zu lassen.

Alle Tracks wurden von den originalen Berliner Radiobändern mit Phoenix Mastering ™ remastered

Text: The Lost Recordings

jazz-fun.de meint:
Sie haben aber großartig gespielt! Hier gibt es keine einzige überflüssige Note oder ein unnötiges Stück. Diese Platte kann man sich immer wieder anhören. Eine echte Rarität für ausnahmslos jeden Jazzfan!

  1. Piano Improvisation No. 1
  2. Take The 'A' Train
  3. Pitter Panther Patter
  4. Sophisticated Lady
  5. Introduction By Baby Laurence
  6. Tap Dance
  7. La Plus Belle Africaine
  8. 'El Gato'
  9. I Can't Get Started
  10. Caravan
  11. Mood Indigo
  12. Satin Doll
  13. Meditation

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