Eran Har Even - World Citizen

Eran Har Even  - World Citizen

Eran Har Even
World Citizen

Erscheinungstermin: 28.02.2020
Label: Challenge Records, 2020

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Zweifellos, so klingt zeitgenössische Jazz-Gitarre: griffige Melodien, die zum Zuhören motivieren, gut abgestimmtes Teamwork der Band auf leicht rockiger Basis ohne tradierte Jazz-Rock-Spielweisen und ausgefeilte Harmonien der Themen. Zusammen mit den klaren, stringenten Soli von Eran Har Even entsteht daraus ein gefühlvoller jazziger Gitarren-Sound, repräsentativ der erste Titel collective-memory.

Eran Har Even - guitar
Xavi Torres - piano
Haggai Cohen-Milo - bass
Ivars Arutyunyan - drums

Verliebte Balladen zwischen Rock & Cool
Diese Beschreibung charakterisiert - mehr oder (selten) weniger - folgende Titel: collective-memory, winners-of-the-cosmic-lottery, aviyas-s-song, the-g-spot, henya, belonging, act-norma.

Die restlichen Stücke unterscheiden sich erheblich von den oben genannten. Dazu später.

winners-of-the-cosmic-lottery
Gerade Beats legen los, ein markant akzentuierter Rhythmus läuft durch, dann gesellt sich die Stimme der Gitarre dazu, zunächst einfache Motive anspielend, dann mit Lust am solistischem Schwelgen. Jetzt übernehmen Piano-Akkorde die Stimmführung: gehämmerte klare Linien und schnörkellose Klänge des perlendes Solos prägen nun stark den Klangcharakter des Titels. Den fehlenden Rest am knackigen Sound erledigt das rockige Getrommel von Ivars Arutyunyan, subtil wirkungsvoll. Das langt noch nicht an Drive, denn schon schwingen sich die Läufe der Gitarre in wilde Höhen. Dann Break, Pause. Das ist nur eine kurze Beruhigung, denn sogleich drängt es Eran Har Even danach, das Thema dramatisch und energiereich auszuweiten. Das ist Power-Playing der Gitarre, die ganz klar die „kosmische Lotterie“ gewinnt.

aviyas-s-song
Über einen unauffälligen, aber eindringlichen Beat leitet die Gitarre eine dezente Melodie ein. Das Thema entwickelt sich stetig. Die treibende Kraft dahinter ist Eran Har Even, währenddessen seine Rhythm Boys (hoffentlich ist der Begriff nicht rechtlich geschützt) ihren Job souverän machen. Dann übernimmt der Bass von Haggai Cohen-Milo, um das Thema fortzuführen. Sein Solo integriert sich bestens in die musikalische Aussage des Titels, bevor der Stab der Stimmführung wieder zur Gitarre wandert, die das Thema leise ausklingen lässt.

the-g-spot
Die Gitarre präsentiert anfänglich die Melodielinien. Die andern ziehen rhythmisch mit, aber stärker begleitend und weniger solistisch hervorstechend. Jetzt ist auch das Piano voll dabei. Zusammen mit dem Gitarrero, prägen die Schwarz-Weißen Tasten den Sound. Es wird abwechslungsreich schneller, dramatischer, heißer.

henya
Die Ballade als Duo: Behutsam einstimmend, sanft erzählend, nicht elegisch, jedoch feinfühlend springen die Klangfarben ins Ohr. Eine Musik für die schönen Stunden im Leben: mit was oder wem auch immer. Wieder ertönt ein Dialog mit dem Piano, das kräftige Akkorde beisteuert und dann unisono zu den gefälligen Linien der Gitarre findet.

belonging
Ein gefälliges, einschmeichelndes Motiv macht Lust auf mehr. Drums und Bass liefern das sichere Timing, das Piano darf unterstützen, die Melodieführung sowie die solistischen Aus- und Höhenflüge sind Chiefsache der Gitarre. Ha, von wegen. Jetzt haut der Pianist mit Schmackes auf die Tasten, der Drummer bearbeitet ordentlich seine Felle und der Bassist bringt mit Walking Bass das Stück zum Laufen. Sein anschließendes kraftvolles Solo rundet den Titel ab, gemäß den Ansprüchen seiner Zunft.

Schräge Titel, Spielereien, Elektro- Sounds:
someone-s-child, transmutation, cycle-of- live, global, universal
Die 5 Titel in aller Kürze: someone-s-child, da ist Stimme oder Voice, die skurril tönt, sind das Lyrics oder nur profane Texte? Das müssen die Hörer schon selbst herausfinden, hängt auch von den sprachlichen Fähigkeiten ab …. transmutation ist richtig schräg und so rau wie die Textur von Sperrholz. Wer´s mag … die Voice aus dem Off – beschwörend, raunend, ein Sermon -, das Stück wird unruhiger, ein Tick mehr Nervosität, auch spleeniger, Assoziationen an Esoterik sind nicht zu ignorieren … global, das sind kurze quietschende Tonfolgen …. universal, das schreit nach Elektro-Irgendwas mit „With a Little Help from My Friends“ the Drums. Verglichen mit den längeren balladenhaften Titeln des Albums nehmen alle 5 Elektro-Sounds nur 7 Minuten in Anspruch, reicht auch.

act-norma
Ein Duo mit dem Bass, zumindest über weite Strecken, minimalistische Figuren, Ostinato-Motiv, alles in allem dient das Spiel der Gruppe der Schaffung eines weiträumigen Sounds mit der Gitarre als führender Klangfarbe und dem Privileg der meisten Soli. Nun, was soll´s? Es ist sein Album, das des vorzüglichen Gitarrenspielers Eran Har Even.

Text: Cosmo Scharmer

  1. Collective memory
  2. Winners of the cosmic lottery
  3. Someone's child
  4. Aviya's song
  5. Transmutation
  6. Cycle of life
  7. The g spot
  8. Henya
  9. Global
  10. Belonging
  11. Universal
  12. Act normal

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