25. European Jazztival - Elmau

25. European Jazztival - Elmau - Foto
25. European Jazztival - Elmau, Foto: Robert Fischer

Es gibt schöne Locations für Festivals und weniger schöne. Eine der schönsten aber ist das Schloss Elmau, ein »Luxury Spa und Hideaway« in den oberbayerischen Alpen.

Oberhalb von Klais in der Gemeinde Krün unweit von Garmisch-Partenkirchen gelegen, fährt man über eine Mautstraße auf eine Höhe von 1008 Metern, wo sich der Blick öffnet auf ein weites Tal und das zu Füßen des Wettersteingebirges gelegene Luxusrefugium. Fine Dining und fröhliches Plantschen im Roof Pool gehören hier zu den alltäglichen Annehmlichkeiten. Wer mag, kann sich in einer hervorragend ausgestatteten Bibliothek zu schöngeistiger Lektüre verführen lassen, im Tea Room das Knistern der Holzscheite im Kamin hören oder, und das ist unbedingt anzuraten, man nimmt Teil am ganzjährig interessanten Kulturprogramm: „Unvergessliche Konzerte und Festivals mit den großen Künstlern unserer Zeit“, gilt es hier zu erleben, verspricht die Eigenwerbung. Und das schöne daran: es stimmt.

Fester Bestandteil dieses Kulturprogramms ist das European Jazztival, das heuer sein 25-jähriges Jubiläum feierte. Vom 11. bis zum 17. November traten Künstler:innen wie Jan Gabarek, Brad Mehldau, Lakecia Benjamin, Benjamin Lackner und Oded Tzúr, Shuteen Erdenebaatar mit Nils Kugelmann, Rob Luft mit Elina Duni, Helge Lien mit Adam Baldych sowie zu guter Letzt Michael Wollny auf. Gut besucht war auch im Begleitprogramm die preisgekrönte, hier nun live veranstaltete Radioshow „Hören wir Gutes und reden darüber“ mit Beate Sampson, Roland Spiegel und Ulrich Habersetzer vom Bayerischen Rundfunk.

Unser Müncher Korrespondent, Robert Fischer, hat drei Konzerte des Festivals besucht. Einige Bilder davon zeigen wir hier in einer Fotostrecke. Am meisten beeindruckt hat ihn der Soloauftritt von Michael Wollny als gelungener Abschluss des diesjährigen Festivals: Ursprünglich als Duo-Konzert mit Joachim Kühn angekündigt, musste Wollny das Konzert allein bestreiten, da sein heuer 80 Jahre alt gewordener Duo-Partner alle Auftritte bis zum Jahresende abgesagt hat. Die Enttäuschung darüber war auch Wollny selbst anzumerken, als er nach einem ersten gut halbstündigen Parforceritt über die 88 Tasten das Publikum begrüßte und dabei auch einen freundlichen Applaus für den abwesenden Duopartner erbat. Den Rest des Abends gab es dann Wollny at his best: Wie der Pianist, ausgehend von ein paar erst noch ganz schlicht, grübelnd-spielerisch dahingetupften Tönen ganze Klavierwelten aufscheinen lassen kann,  einen vielschichtig in allen Facetten der klassischen und modernen Klavierliteratur leuchtenden Klangkosmos, dabei  gern um altvertraute Melodien wie Tori Amos’ „Father Lucifer'“ kreisend – das sucht mindestens hierzulande seinesgleichen. Welche Energie der auch gern öfter in die Saiten greifende, im tiefen Register die Tastatur mit beiden Händen „behämmernde“ Pianist bei seinem Auftritt verströmt, war in Elmau bis in die ersten Reihen des Publikums spürbar. Ganz physisch sogar, denn: Der Boden bebte.

Text und Fotos: Robert Fischer

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 1 und 2.