Rezension des Jazz-Albums "Honora" von Flea

Flea - Honora - Album cover
Flea - Honora

Flea
Honora

Erscheinungstermin: 27.03.2026
Label: Nonesuch, 2026

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Zwischen Freiheit und Ausdruck – Flea entdeckt sich neu

jazz-fun`s recap:

Mit Honora zeigt sich Flea von einer Seite, die lange im Hintergrund gereift ist – und nun mit bemerkenswerter Konsequenz in den Vordergrund tritt. Bekannt als prägender Musiker der Red Hot Chili Peppers, verlässt er hier bewusst den vertrauten Rahmen des Rock und öffnet sich einem freien, jazznahen Klangraum.

Das Album, produziert von Josh Johnson, ist nach einem geliebten Familienmitglied benannt und trägt eine deutlich persönliche Handschrift. Flea komponiert und arrangiert die Musik selbst und spielt sowohl Bass als auch Trompete – jenes Instrument, mit dem seine musikalische Laufbahn ursprünglich begann.

Gerade diese Rückkehr zur Trompete prägt die Atmosphäre des Albums. Die Musik wirkt suchend, offen, ungebunden – als würde sie sich im Moment selbst entdecken. Jazz ist hier keine stilistische Referenz, sondern eine Denkweise: eine Haltung, die Freiheit erlaubt und Risiken einschließt.

Die Kompositionen sind reich an rhythmischen Verästelungen und melodischen Linien, die sich organisch entfalten. Improvisation und Struktur stehen nicht im Gegensatz, sondern durchdringen sich. Es entsteht eine Musik, die gleichzeitig konzentriert und fließend ist, die sich entwickelt, ohne sich festzulegen.

Was dieses Album jedoch besonders auszeichnet, ist seine kompromisslose Authentizität. Honora lebt von einer spürbaren inneren Dringlichkeit – von einem künstlerischen Impuls, der nicht kalkuliert, sondern notwendig wirkt. Alles scheint direkt aus dem Inneren des Künstlers zu kommen: ehrlich, ungefiltert, getragen von großem Engagement.

Diese Musik ist nicht gemacht, um Erwartungen zu erfüllen. Sie folgt konsequent einem eigenen Weg. Und genau darin liegt ihre Stärke: in der Bereitschaft, sich verletzlich zu zeigen, sich auszudrücken, ohne sich zu begrenzen.

So entsteht ein Werk, das weit über ein Genre hinausgeht. Honora ist nicht nur ein Album – es ist Ausdruck einer Haltung. Eine Erinnerung daran, dass große Kunst dort entsteht, wo künstlerische Entscheidungen nicht aus Kompromissen hervorgehen, sondern aus Überzeugung.

(Jacek Brun, 28.03.2026)

Besetzung

Flea – lead vocals, bass, trumpet
Thom Yorke – lead vocals, piano, synthesizer (track 3)
Nick Cave – lead vocals (track 7)
Mauro Refosco – percussion
Nathaniel Walcott – trumpet, keyboards
Josh Johnson – saxophone, synthesizer, piano, backing vocals
Jeff Parker – guitar, backing vocals
Anna Butterss – double bass, backing vocals
Deantoni Parks – drums, backing vocals
Chad Smith – drums (track 1)
Chris Warren – backing vocals
Ricky Washington – alto flute
Vikram Devasthali – trombone

Titelliste

  1. Golden Wingship
  2. A Plea
  3. Traffic Lights
  4. Frailed
  5. Morning Cry
  6. Maggot Brain
  7. Wichita Lineman
  8. Thinkin Bout You
  9. Willow Weep for Me
  10. Free As I Want to Be

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