FLO - Brave Ragazze

FLO - Brave Ragazze

FLO
Brave Ragazze

Erscheinungstermin: 20.05.2022
Label: SoundFly S.r.l., 2022

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Brave Ragazze ist das neue Album der neapolitanischen Singer-Songwriterin Flo. Flo sagt über ihr Album: „Wenn man singt, was man schreibt, kennt man bereits die Wahrheit, man weiß bereits, wie die Dinge gelaufen sind. Man weiß alles. Die Herausforderung besteht darin, dass alles zu nehmen und es so zu präsentieren, dass es die Leute begeistert. Hier war es anders. Ich musste die Geschichten erforschen, aus denen diese Lieder entstanden sind, mir die Lebenswege und Motivationen der anderen vorstellen. Ich musste das Ganze von jemand anderem entdecken und es mit meiner eigenen Bedeutung, meiner eigenen Wahrheit füllen. Ich hoffe, das ist mir gelungen“. Brave Ragazze ist ihre Reflexion über die verschiedenen Rollen der Frau: die Mutter, die verliebte Frau, die Künstlerin, die im Körper eines Mannes geborene Frau. Neben Liedern aus eigener Feder interpretiert sie auch die großer Sängerinnen aus Italien und Südamerika von Gabriella Ferri über La Lupe bis zu Violeta Parra.

Mitreißende Melodien, tiefgründige Texte, aber vor allem Ausdruck einer weiblichen Sichtweise, die äußerst unbeugsam und mutig ist. Autorinnen und Protagonistinnen dieser Lieder sind Frauen, die zwischen großen Erfolgen und der großen Einsamkeit schwanken.

Die erste der tapferen „Ragazze“ ist Leda Valladares, Sängerin und Forscherin aus Tucuman, die in den 40er Jahren mit ihrem Aufnahmegerät alte Lieder, „einsame Schreie“ und Rituale aufnahm und sammelte – Gesänge und geräusche, die auf dem Land und in den Städten allmählich verschwanden. Die makabre Ironie des Schicksals verurteilte sie dazu, ihre Tage in einer Klinik für Alzheimer-Patienten zu beenden. Ein Leben für die Erinnerung, dass mit keinen Erinnerungen mehr endet. Dann Gilda Mignonette, die berühmteste neapolitanische Sängerin, die nach Amerika emigrierte. Sie starb auf See, während der Überfahrt von New York nach Neapel, nachdem sie den Wunsch geäußert hatte, in ihrer geliebten Heimatstadt zu sterben. Auf der Sterbeurkunde waren die Koordinaten des Ortes angegeben, an dem sie starb.

Gabriella Ferri durfte in dieser Sammlung nicht fehlen, das junge Mädchen aus Testaccio, ironisch und leidend, das zur „Mamma Roma“ wird. Eine Geschichte, die von der Folklore bis zu den schönen Nächten in New York, vom Fernsehen bis zu einer schwierigen Beziehung zur Musik und zum Publikum reicht. Dann das auf italienisch gesungene Lied „Grazias a la vida“ von Violeta Parra, einem weiteren dieser guten Mädchen. Violeta ist eine Künstlerin der Aufopferung und Leidenschaft, einer fruchtbaren und schmerzhaften Leidenschaft, die sie von den Straßen Santiagos bis zum Louvre in Paris und darüber hinaus führen wird. Eine zeitlose Künstlerin, absolut unvergesslich.Und dann ist da noch La Lupe, die kubanische Künstlerin mit dem „el diablo en el cuerpo“ (mit dem Teufel im Leib), die von Hemingway, Tennessee Williams und Marlon Brando verehrt wurde. In ihrem Leben gab es zwei Arten von Exil – Amerika und dann das innere Exil. Manche sagen Drogen und Alkohol hätten ihr schwer zu schaffen gemacht. Ihr Erfolg in Amerika war zunächst enorm, dann jedoch gefolgt von Vergessenheit. Sie endete tragisch in einem Rollstuhl und als Obdachlose.

Um die Erzählung dieses weiblichen Kaleidoskop zu vervollständigen gibt es außerdem vier originale Lieder von Maddalena, Boccamara, Furtunata und Malemaritate – bzw. Geschichten von der Frau, die als Mann geboren wurde, von der wilden Weiblichkeit, von der Adoptivmutter und der Prostituierten.

Besondere Gäste dieser Platte sind Paolo Angeli, ein außergewöhnlicher Avantgarde-Musiker und Komponist, der in Maddalena mitwirkt, und der unnachahmliche und theatralische Peppe Servillo, der mit Flo in Boccamara ein Duett spielt.

Die Idee
1952 schrieb Anna Banti „Frauen sterben“, um uns etwas über Erinnerung, Unsterblichkeit und über Frauen zu erzählen. Die Geschichte spielt in einer sehr fernen Zukunft, in der Männer aufgrund einer Krankheit namens „zweites Gedächtnis“ nicht sterben und sich an ihr früheres Leben erinnern, während Frauen dazu verdammt sind, nur ein Leben zu leben, ohne ihr Gedächtnis zu behalten. Die Kluft zwischen Männern und Frauen wird immer größer: Erstere führen es auf das alte Vorurteil vom „kleinen Gehirn der Frauen“ zurück und verzichten schnell auf sie, während die Frauen sich in isolierte Gemeinschaften flüchten, wo sie sich, ihres Todes gewiss, der Kunst widmen. An einem Sommermorgen flieht die dreißigjährige Musikerin Agnese, die sich sicher ist, ihr zweites Gedächtnis überwunden zu haben, aus der Einrichtung, in der sie untergebracht ist. Nach einer Woche der Besinnung kehrt sie zu ihren Gefährten zurück und begeht Selbstmord, nachdem sie einem Freund das Tagebuch „ihres außergewöhnlichen Abenteuers“ übergeben hat. Aus der Lektüre dieser Geschichte entstand „Brave Ragazze“ und der Wunsch, außergewöhnliche Geschichten auszugraben und zu bergen, die noch erzählt werden müssen; Lieder, die wie zerrissene Fäden sind, die noch keine Zeit hatten, sich fest in unserem Gedächtnis zu verankern. Warum die Geschichten von Frauen mit ihrem Leben aussterben; sie haben einen kurzen Docht, die Flamme hält eine Weile und dann … puff. Sie erlischt beim ersten Windhauch. Die tapfere Ragazze ist wie zwei verbundene Hände, die diese Flamme schützen und ihr helfen, dem Atem der Zeit zu widerstehen.

Eine Sammlung von zehn Stücken, von denen sechs Überarbeitungen oder Übersetzungen ins Italienische sind und vier Originale.

Text: SoundFly

jazz-fun.de meint:
FLO überzeugt als reife Sängerin, die die Bedeutung der Botschaft von Poesie perfekt versteht. Musik voller südlichem Temperament, aber auch Melancholie.

  1. Boccamara
  2. Furtunata
  3. Gran tirana
  4. Maddalena
  5. Maldigo del alto cielo
  6. Milonga con sauces
  7. Ferma zitella
  8. Me voi pe' te
  9. Connola senza mamma
  10. Malemaritate

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